Samsung wirbt wieder mit DSLR-Fotos für die eigene Smartphone-Kamera

3 Minuten
Frau auf Bild mit Schriftzug: Focus where needed
Samsung Werbung mit DSLR-BildBildquelle: Samsung
Woher kommen eigentlich die erstaunlich guten Fotos, mit denen bei Herstellern für die eigene Smartphone-Kamera geworben wird? Allzu oft stammen sie aus einer Spiegelreflexkamera, auch DSLR genannt, und somit nicht aus dem beworbenen Handy. Ein neuer Fall betrifft nun wieder Samsung. Zuletzt hatte sich Huawei bei einer solchen Schummelei erwischen lassen.

Erst hat es Samsung getan, dann Huawei und nun wieder Samsung: Beide Hersteller schaffen es immer wieder in die Schlagzeilen, weil sie sich dabei erwischen lassen, wie sie Fotos aus professionellen Kameras als solche ausgeben, die mit dem zu bewerbenden Smartphone gemacht wurden. War das bei Huawei in der Vergangenheit das P9 und das Nova 3i, hat sich Samsung mit dem Galaxy A8 in die Nesseln gesetzt. Nun folgt der gleiche Fall mit dem Galaxy A8 Star. Dabei handelt es sich um eine verbesserte Version des Ende 2017 erstmals vorgestellte Mittelklasse-Handy aus dem Hause Samsung. Zu den Verbesserungen zählt unter anderem eine neue Dual-Kamera, die im folgenden eine wichtige Rolle spielen wird.

Photoshop und eine DSLR statt Dual-Kamera

Der neue Fall wurde von der Fotografin des Bildes aus der DSLR selbst aufgedeckt. Über die Plattform EyeEm wurde ihr der Verkauf eines ihrer Bilder angezeigt. Bei der Forschung darüber, wo wohl das Bild hin gewandert sei, stieß sie dann auf die Produktseite des Samsung Galaxy A8 Star. Das Grundbild wurde von Samsung mit einem anderen Hintergrund ausgestattet, beschnitten und mit Photoshop gebügelt. So entsteht ein angebliches Porträt einer jungen Frau, geschossen mit der Doppelkamera des Galaxy A8 Star. Samsung will mit dem Bild die „Live focus“-Funktion ins rechte Licht rücken.

Nachfokussieren als Problemfall

Den Effekt, den Samsung mit dem DSLR-Bild nachbildet, findet sich mittlerweile in vielen teureren Smartphones. Sie besitzen zumeist Doppelkameras, die das Schärfen beziehungsweise Unschärfen von Bildebenen ermöglichen. Das gelingt jedoch durch die Bank nicht perfekt. Kein Hersteller hat bisher vollends überzeugende Ergebnisse in diesem Bereich geliefert. Ob Apples iPhone XS oder Vestels JVC J20, die Ergebnisse des nachträglichen Maskieren der Objekte und dem Verwischen der Schärfe außerhalb derer, sind sehr häufig fehlerhaft.

Doch warum klappt es mit der DSLR so gut und mit dem Smartphone so schlecht? Das liegt an der Physik. Für den gleichen Unschärfeeffekt müssen Smartphone-Kameras viel lichtstärkere Objektive tragen, als es bei DSLRs der Fall ist. Das liegt an der Größe des Sensors. Grob gesagt, sind Unschärfen umso einfacher auf den Sensor zu bannen, umso größer er ist. Da man sich im DSLR-Bereich bei dem Vielfachen an Sensorfläche bewegt, ist es somit für Smartphone-Kamera fast unmöglich, ein ebenbürdiges Bild zu erzeugen. Der Weg dahin geht also über die Software. Und hier gibt es für die Hersteller noch viel zu tun.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE ARTIKEL