Millionenstrafe: Führt Samsung seine Kunden in die Irre?

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Dass in Werbung ab und an gerne eine Leistung oder Funktion überspitzt dargestellt wird, dürfte jedem Verbraucher bekannt sein. Allerdings ist dies zeitgleich auch eine Irreführung – und das kann Samsung nun teuer zu stehen kommen.

Samsung inszeniert seine neuen Smartphones genauso als Alleskönner wie jeder andere Hersteller auch. Das wird dem südkoreanischen Hersteller nun aber zum Verhängnis. Die australische Wettbewerbsbehörde ACCC wirft der dort ansässigen Samsung-Tochter vor, dass sie Verbraucher und Kunden durch ihre Werbung absichtlich in die Irre führe. Konkret geht es um den Wasserschutz von Galaxy-Smartphones. Den preist Samsung in Werbungen immer wieder an, indem Smartphones mit an den Pool, Strand oder gar mit ins Wasser genommen werden.

Weiterhin heißt es, dass Samsung nicht hinreichend untersucht habe, wie sich Chlor- und Salzwasser auf die Smartphones auswirken. In der Werbung suggeriere der Hersteller jedoch, dass seine Produkte für jegliche Wasserarten und jeglichen Wasserspaß geeignet sei. Aufgrund dessen verhängen die Verbraucherschützer der ACCC Samsung eine Strafe von mehreren Millionen Dollar.

Insgesamt wertet die australische Wettbewerbsbehörde über dreihundert Werbeanzeigen von Samsung aus, die gegen das Wettbewerbsgesetz verstoßen sollen. Zu sehen waren sie sowohl im Fernsehen, Internet als auch in sozialen Netzwerken, auf Plakaten und Broschüren. Samsung habe sich mit der übertriebenen Darstellung eines Smartphones im Pool oder Ähnlichem einen Wettbewerbsvorteil verschafft, heißt es. Wie ACCC berichtet, sollen zahlreiche Smartphones kaputtgegangen sein, als ihre Besitzer sie mit ins Wasser nahmen. Trotz der Wasserschäden habe Samsung keinen Gewährleistungsansprüchen zugestimmt.

Samsung Unterwasser Werbung SmartphoneQuelle: ACCC

Samsung weist Vorwürfe zurück

Samsung reagiert indes empört und weist die Vorwürfe von sich. Man habe die australischen Rechte eingehalten, argumentiert der Hersteller. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will Samsung die Klage anfechten.

Dabei verheddert sich der südkoreanische Hersteller selber in einem hausgemachten Fallstrick: Impliziert die Werbung, dass Galaxy-Smartphones durch Chlor- und Salzwasser keinen Schaden nehmen, wird in den Fußnoten auf der Samsung-Website jedoch eindringlich davon abgeraten. Samsungs Smartphones seien nur gegen geringe Mengen frisches Wasser geschützt.

Auf der Webseite von Samsung Deutschland werden die IP-Zertifizierungen wie folgt spezifiziert: „Dies bezieht sich natürlich auf klares Wasser, bei anderen Flüssigkeiten, z.B. Salzwasser, Seifenlauge, Alkohol oder erhitzten Flüssigkeiten, besteht der Schutz nicht. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass sämtliche Abdeckungen des Gerätes stets vollständig verschlossen sind, sodass kein Wasser eindringen kann.“

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