Samsung entschuldigt sich für Chemie-Tote in eigenen Fabriken

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Ein Samsung-Mitarbeiter in Schutzanzug in der Halbleiter-Produktionsstraße
Bildquelle: Samsung
Samsung hat sich für hunderte Krebserkrankungen und Todesfälle entschuldigt. In den Werken des südkoreanischen Smartphone-Herstellers soll es wegen Chemikalien 118 Tote gegeben haben.

Dass die Produktion eines Handys Opfer fordert, dürfte hierzulande bei vielen Smartphone-Nutzern zwar bekannt sein, aber häufig auch ignoriert werden. Letzteres lässt sich insbesondere daraus schlussfolgern, dass Projekte wie das Fair Phone kaum Zuspruch erhalten. Das Smartphone ist spätestens seit dem ersten iPhone ein Statussymbol, das sich Käufer viel Geld kosten lassen. Gleichzeitig verkommt das Handy aber immer mehr zu einem Wegwerfprodukt. Und für dieses lassen Menschen in Afrika und Asien ihr Leben.

Samsung bedauert Todesfälle

In den Produktionswerken des koreanischen Unternehmens Samsung soll es einer Aktivistengruppe zufolge 118 Tote wegen Chemikalien gegeben haben. Weitere 202 Fabrikarbeiter seien unter anderem an Krebs erkrankt. Samsung entschuldigte sich nun offiziell für die Krebserkrankungen und Todesfälle. Kim Ki-Nam, Samsungs Co-Chef, äußerte laut südkoreanischen TV-Sendern am Freitag sein Bedauern. Man sei betroffen, nicht „genug gegen potenzielle Gesundheitsrisiken in den Produktionslinien für Chips und LCD-Bildschirme“ getan zu haben. „Wir entschuldigen uns aufrichtig bei denen, die unter Krankheiten gelitten haben, sowie bei den Familien.“ Darüber hinaus will der Konzern Schadensersatz zahlen, der in die Millionen gehen könnte.

Nach einem jahrelangen Streit mit den Opfer-Familien erklärte sich Samsung nun bereit, in den nächsten zehn Jahren bis zu 116.000 Euro (150 Millionen Won) Schmerzensgeld an ehemalige und aktuelle Mitarbeiter zu zahlen, wenn sich deren Erkrankung auf den Umgang mit Chemikalien am Arbeitsplatz zurückführen lässt. Der Konzern entschuldigte sich bei Beschäftigten und ihren Familien, die an Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankt waren, im Mai 2014 schon einmal.

Samsung soll eingesetzte Chemikalien offenlegen

Im Jahr 2007 starb eine Samsung-Mitarbeiterin an den Folgen von Leukämie. Ihr Vater, Hwang Sang Gi, setzt sich seitdem für betroffenen Arbeiter und Familien ein. Er werde die Entschuldigung sowie den Schadenersatz Samsungs zwar akzeptieren, ihm sei die Prävention jedoch wichtiger. Er fordert Samsung dazu auf, offenzulegen, welche Chemikalien das Unternehmen in der Produktion verwende.

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