Qualcomm Snapdragon 855 offiziell vorgestellt: 5G zum Greifen nah

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Qualcomm Snapdragon 855
Bildquelle: Qualcomm
Der Qualcomm Snapdragon 855 ist offiziell. Es ist der erste Prozessor aus dem Hause Qualcomm, der auch 5G-Verbindungen möglich macht, sobald entsprechende Netze zur Verfügung stehen. In Deutschland ist damit frühestens 2020 zu rechnen. Neue Maßstäbe verspricht die CPU nicht nur bei der Leistung, sondern auch mit Blick auf die künstliche Intelligenz.

Er ist da: Qualcomm hat seinen ersten 5G-Prozessor offiziell vorgestellt. Der Snapdragon 855 wurde auf der Hausmesse des US-Konzerns, Snapdragon Technology Summit, auf Maui (Hawaii) als Nachfolger des Snapdragon 845 vorgestellt. Die nächste Generation unter den Spitzenprozessoren wird ab 2019 in vielen Highend-Smartphones verbaut. Möglicherweise zum Beispiel auch schon im Samsung Galaxy S10, dessen Vorstellung für das erste Quartal kommenden Jahres erwartet wird.

Qualcomm Snapdragon 855 – Erste Details sind da

In einer Keynote lies Qualcomm durchblicken, dass der Snapdragon 855 auf Basis des schon vor einigen Wochen bekannt gewordenen X50-Modems „Multi-Gigabit“-Downloads möglich macht. Genaue technische Spezifikationen nannte Qualcomm in der Nacht zu Mittwoch noch nicht. Einige wichtige Eckpunkte wurden aber durchaus verraten. So ist zum Beispiel schon bekannt, dass der Prozessor im 7-Nanometer-Verfahren produziert wird. Es ist also mit der Hardware mehr Leistung auf noch kleinerer Fläche möglich.

Bei der Verarbeitung von Daten aus der künstlichen Intelligenz verspricht Qualcomm eine gegenüber dem Snapdragon 845 dreifach bessere Leistung. Mit Verweis auf die Lösungen der Konkurrenz, Kirin 980 von Huawei und A12 Fusion von Apple, verspricht Qualcomm eine doppelt so starke Performance. Die noch nicht näher spezifizierte Technologie Snapdragon Elite Gaming soll dafür sorgen, dass der neue Qualcomm-Prozessor sich im zukunftsträchtigen Segment des mobilen Spielens nicht hinter anderen Prozessoren verstecken muss.

Künstliche Intelligenz sorgt für bessere Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen

Damit Smartphones in der Lage sind, über die integrierten Kameras auch bei schlechteren Lichtverhältnissen gute Fotos aufzunehmen, integriert Qualcomm in den Snapdragon 855 erstmals auch einen Computer Vision Image Signal Prozessor (CV-ISP). Vereinfacht gesprochen sorgt damit die künstliche Intelligenz des Prozessors dafür, dass Bilder ohne Qualitätsverlust heller dargestellt werden können.

Eine weitere Neuigkeit ist der 3D Sonic Sensor. Dabei handelt es sich um einen Fingerabdrucksensor, der direkt unter dem Display integriert ist und auf Basis von Ultraschall arbeitet. Sie nimmt nicht ein Foto des Fingerabdrucks über eine Kamera hinter dem Display auf, sondern erstellt einen 3D-Abdruck des Fingers. Qualcomm verspricht, dass sich die Sicherheit dadurch deutlich erhöhe. Eine solche Technik wurde bisher noch nie von einem Qualcomm-Prozessor unterstützt. Sie soll übrigens auch dann zuverlässig funktionieren, wenn eine Display-Schutzfolie zum Einsatz kommt.

Qualcomm Snapdragon 855Quelle: Qualcomm

Qualcomm Snapdragon 855: Technische Daten

Das Herzstück des Snapdragon 855 stellt der Qualcomm-Kyro-485-Chip dar. Dieser taktet mit maximal 2,84 GHz, wobei gleich acht solcher 64-Bit-Kerne in den neusten Prozessor verbaut wurden. Für die richtige Grafik-Leistung sorgt zudem die Adreno-640-Grafik-Einheit.

Beim Thema Konnektivität setzt der Hersteller auf eine maximale Download-Geschwindigkeit von 2.000 Mbit/s (LTE Cat. 20) sowie ein Upload-Tempo von 150 MBbt/s (LTE Cat. 13) – laut Hersteller sind jedoch bis zu 316 MBit/s möglich. In puncto WLAN bietet der Snapdragon 855 die Standards 802.11 a/b/g/n/ad/ac Wave 2/ay/ax-ready. Weiterhin kann neben den üblichen 2,4-GHz- und 5-GHz-Bändern auch das 60-GHz-Band verwendet werden. Den Konnektivitäts-Schlussstrich zieht das aktuelle Bluetooth 5.0.

Was die Kamera angeht, so unterstützt der Qualcomm-Prozessor 32-Megapixel-Objektive oder eine 20-Megapixel-Dual-Kamera. Das Display des Smartphones kann derweil mit bis zu 4K auflösen.

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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er seinen Werdegang im Technik-Journalismus. Heute ist Hayo Chefredakteur bei inside handy. Getreu dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" kann er bereits um 6 Uhr dabei erwischt werden, wie er mit einer Tippfrequenz von gefühlt 3 GHz einen Artikel zum kommenden 5G-Netz produziert – als Aufwärmübung im ICE-Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und dem Sitz von inside handy in Brühl bei Köln. Und seitdem es einfache Vorlagen für gute HTML-Tabellen gibt, kann den glühenden Fan von Preußen Münster nichts mehr aufhalten.

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