Patentstreit beigelegt: Apple und Qualcomm einigen sich vor Gericht

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iPhone X von Apple
Bildquelle: Apple
Von Geschäftspartnern zu Feinden und wieder zurück: Der Rechtsstreit zwischen Handy-Hersteller Apple und Chip-Produzent Qualcomm schließt vorerst mit einem wendungsreichen und spannenden Finale. Denn als sich die beiden Kontrahenten zur finalen Schlacht vor einem Gericht in San Diego trafen, gab es nicht eine, sondern direkt zwei handfeste Überraschungen.

Apple versus Qualcomm hier, Patentstreit dort: Die Auseinandersetzung zwischen dem iPhone-Produzent und dem Prozessor-Hersteller köchelt schon seit 2017 auf unterschiedlichen Wärmestufen vor sich hin. Nun sollte der Konflikt aber zum Kochen gebracht werden: Am Montag begann in San Diego ein Prozess, dem Beobachter eine herausragende Bedeutung nachsagten. Denn erstmals befasste sich ein Bundesgericht in den USA mit dem Fall. Bisher wurde der Streit vor allem im Ausland geführt. So konnte Qualcomm in Deutschland sowie in China vor Gericht gegen Apple gewinnen.

In den USA wurde daher der große Showdown erwartet. Doch dazu kam es nie. Überraschend und noch während der Eröffnungsreden vor Gericht gaben beide Unternehmen bekannt, sich außergerichtlich geeinigt zu haben. Einem offiziellen Statement von Apple zufolge zahlt das Unternehmen einen nicht näher genannten Betrag an Qualcomm. Darüber hinaus hat man sich auf einen sechsjährigen Lizenzvertrag geeinigt, der um zwei weitere Jahre verlängert werden kann. Auch wird der Chip-Produzent Apple in den kommenden Jahren mit Modems versorgen.

Nach Einigung: Intel gibt Ausstieg bekannt

Die Versöhnung zwischen Apple und Qualcomm war an dem Abend aber nicht die einzige Überraschung: Nur wenige Stunden nach der öffentlichen Einigung gab Intel bekannt, in Zukunft keine 5G-Modems mehr für Smartphones herzustellen. „5G bietet uns viele Möglichkeiten. Aber uns ist klar geworden, dass es im Geschäft mit Smartphone-Modems keine Rentabilität und positive Einnahmemöglichkeiten gibt“, wird der Intel-Chef Bob Swan zitiert. Man werde sich daher auf 5G in den Bereichen PCs und Smart-Home-Geräten sowie auf das Infrastruktur-Geschäft konzentrieren.

„5G continues to be a strategic priority across Intel, and our team has developed a valuable portfolio of wireless products and intellectual property. We are assessing our options to realize the value we have created, including the opportunities in a wide variety of data-centric platforms and devices in a 5G world.“ Bob Swan, Intel

Ob Intels Entscheidung auf Basis der Einigung zwischen Apple und Qualcomm getroffen wurde oder schon vorher feststand, ist nicht klar. Jedoch vermuten Experten, dass Letzteres der Fall gewesen ist. Kein Unternehmen wollte sich bisher dazu äußern. Es ist jedoch ersichtlich, warum sich der Handy- und der Chip-Hersteller geeinigt haben, wenn man Intels Ausstieg in die Gleichung mit einberechnet. Laut der Website Nikkei habe sich Apple zudem besorgt geäußert, dass die 5G-Modems von Intel nicht ihren Erwartungen entsprechen. Dementsprechend wäre ein Wechsel zu Qualcomm ebenfalls nachvollziehbar.

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