O2-Manager: Darum sind die Netze in Deutschland schlechter als woanders

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Handyladen von O2
Bildquelle: Telefónica Deutschland
Das O2-Netz gilt immer noch als das Netz mit der schlechtesten Netzabdeckung in Deutschland. Auf der Messe connect ec in Dresden äußerte sich nun der für den O2-Netzausbau verantwortliche Mitarbeiter dazu, wann die Kunden mit einem besseren Netz rechnen können.

Die connect ec ist eine neue Messe und Kongress-Veranstaltung der Fachzeitschrift connect in Dresden, die sich in diesem Jahr primär um das Thema 5G dreht. Einer der Sprecher im Kongressprogramm, Marcus Thurand von Telefónica Deutschland, äußerte sich aber auch zum Netzausbau des Mobilfunkanbieters. Thurand ist zuständig für den Netzausbau des O2-Netzes.

Nach seinen Angaben belegen Studien, dass in Ländern wie Deutschland, wo die Netzbetreiber hohe Summen für die Frequenznutzungsrechte an den Staat zahlen müssen, der Ausbau der Mobilfunknetze langsamer vorangeht. Er führt den von vielen Kunden als schlecht bewerteten Netzausbau in Deutschland unter anderem darauf zurück.

Kritik an Frequenzvergabe-Verfahren

In den vergangenen 20 Jahren haben die Netzbetreiber nach seinen Angaben 60 Milliarden Euro in Lizenzen und Frequenznutzungsrechte ausgegeben. „Wir können jedoch jeden Euro nur einmal ausgeben“, sagte Thurand. Gelder die in die Lizenzen geflossen sind, stünden nicht mehr für den Netzausbau zur Verfügung.

Auch mit Blick auf die aktuell noch laufende Frequenz-Auktion kritisierte Thurand, dass dem Markt wieder Gelder abgezogen werde. „Wir haben deutlich gemacht, dass wir eine andere Vergabe bevorzugt hätten“, sagte Thurand. Allerdings muss auch gesagt werden, dass die Mobilfunkunternehmen ihres eigenen Glückes Schmied sind, da sie nun schon seit mehreren Tagen um nur einen einzigen Frequenzblock bieten und die Kosten so inzwischen deutlich über den Erwartungen liegen.

„Wir werden die 98 Prozent Netzabdeckung bis Ende des Jahres erreichen“

Marcus Thurand von Telefónica Deutschland
Marcus Thurand von Telefónica DeutschlandQuelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy

„Unser Land braucht dringend einen zügigen Infrastrukturausbau“, so Thurand weiter. „Wir können es uns nicht leisten, zurück zu fallen, wir müssen wettbewerbsfähig bleiben.“  Weiße Flecken zu schließen, sei auch das erklärte Ziel der Telefónica. Schließlich versorgte Telefónica mehr Mobilfunkkunden als jeder andere Anbieter in Deutschland. Zudem bilde das LTE-Netz die technische Grundlage für das kommende 5G-Netz.

„Wir werden weiterhin Milliarden investieren“, versprach der für das Mobilfunknetz verantwortliche O2-Manager. Damit ging er auch auf die Gerüchte ein, O2 könne die Lizenzauflagen für die aktuellen LTE-Frequenzen verfehlen. Wenn die angepeilten 10.000 Sender am Ende des Jahres errichtet seien, dann werde das Netz die geforderten 98 Prozent der Bevölkerung erreichen, sagte Thurand auf Nachfrage von inside handy.

Bildquellen:

  • Marcus Thurand von Telefónica Deutschland: Thorsten Neuhetzki / inside handy
  • O2 Shop: Telefónica Deutschland
Das O2-Logo auf einer Wand.

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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

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