O2: 5G-Klage wird Netzausbau nicht verzögern

2 Minuten
Mann installiert Antennen auf Mast
O2 NetzausbauBildquelle: O2
Der hinter O2 stehende Netzbetreiber Telefónica Deutschland hat bestätigt, eine Klage im Eilverfahren gegen die geplante 5G Auktion eingereicht zu haben. Nach Angaben des Netzbetreibers wird diese sich aber nicht negativ auf den Ausbau der Netze auswirken.

Telefónica hatte als eines von insgesamt neun Unternehmen gegen die Vergabebedingungen der Bundesnetzagentur Klage eingereicht. Der Anbieter hatte in diesem Zusammenhang unter anderem die mit dem zur Auktion stehendem Frequenzspektrum nicht erfüllbaren Ausbauauflagen kritisiert. Dies bedeute einen faktischen Rückgriff auf Bestandsspektrum, welches bereits mit anderen Ausbauauflagen belegt ist. Hinzu kommt die Unklarheit in den Regelungen zur Zusammenarbeit mit alternativen Anbietern und zum innerdeutschen Roaming. Mit einem Eilantrag soll nun die Auktion gestoppt werden.

„Sollte das Gericht diesen Antrag positiv bescheiden, könnte dies zu einer Verzögerung des Vergabeverfahrens führen“, heißt es in einer Stellungnahme des Netzbetreibers. Das Ziel des Münchner Anbieters: Die Bundesnetzagentur soll „mehr Zeit erhalten, ein rechtssicheres und damit investitionsförderndes Vergabedesign zu entwerfen“. Nach Darstellung des Deutschland-Ablegers der spanischen Telefongesellschaft soll das Verfahren aber keinen Einfluss auf den Start von 5G in Deutschland haben.

Frequenzen wären erst ab Ende 2020 nutzbar

Hintergrund dieser Aussage ist, dass die zur Auktion stehenden Mobilfunkfrequenzen ohnehin erst ab Ende 2020 zugeteilt werde. Die Nutzung wäre also ohnehin erst etwa 18 Monate nach dem Ende der eigentlich geplanten Auktion möglich. „Auch eine verzögerte Auktion würde also noch ausreichend Zeit für die Vorbereitungen des Netzausbaus lassen“, ist sich O2 sicher. Man verweist auch darauf, dass aktuell weder ausreichend Netztechnologie noch Endgeräte für den Netzstandard zur Verfügung stehen.

Stattdessen heißt es von Telefónica, dass der LTE-Ausbau in ganz Deutschland derzeit bei allen Anbietern auf Hochtouren laufe. „Wir verfolgen weiterhin das Ziel, unsere Zusagen aus dem Mobilfunkpakt mit Minister Scheuer vom Juli 2018 zu erfüllen“, sagt O2-Chef Markus Haas. „Bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, wie sie die Bundesregierung schaffen möchte, wollen wir unmittelbar in zusätzlichen Netzausbau umsetzen.“ In diesem Zusammenhang hatte der Mitbewerber Telekom in dieser Woche bekannt gegeben, künftig auch Frequenzen um 700 MHz für LTE nutzen zu wollen.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL