Momo ist wieder da – und erneut ohne Belege

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WhatsApp-Kettenbrief: Momo
WhatsApp-Kettenbrief: MomoBildquelle: La Nacion
Sie ist wieder in den Schlagzeilen: Momo. Dieses Mal soll die Horror-Figur aus der gleichnamigen Challenge in diversen Videos gesichtet worden sein. Darauf deutet zumindest ein Schreiben hin, das aktuell online die Runde macht. Belege für die Wiederkehr der Grusel-Gestalt gibt es hingegen keine und auch das US-amerikanische Videoportal dementiert.

Einige Monate nachdem Momo bei WhatsApp gesichtet wurde – angeblich, wohlgemerkt – soll das Internet-Phänomen nun wieder für Angst und Schrecken sorgen – und ebenfalls angeblich. So entsprang die neue Momo-Hysterie unter anderem einem Schreiben, das vor der Grusel-Figur warnt. Darin wird behauptet, dass Momo nun in unterschiedlichen YouTube-Videos erscheint. Dazu zählen vor allem Videos der Kinder-Fernsehserie Peppa Wutz, aber auch Let’s Play-Videos des Online-Spiels Fortnite.

Momo-SchreibenQuelle: Mimikama

Tatsächliche Beweise für die Existenz dieser Videos sind indes Mangelware. Kein Wunder, wenn man der Stellungnahme von YouTube Glauben schenken mag:

„Wir möchten etwas zur Momo-Challenge klären: Wir haben in letzter Zeit keine Beweise für Videos finden können, die die Momo-Challenge auf YouTube bewerben. Video, die Schädliche oder gefährliche Herausforderungen fördern, sind gegen unsere Richtlinien.“ YouTube über Twitter

Unterm Strich scheint die Panik unbegründet zu sein. Es empfiehlt sich dennoch sein Kind aufzuklären, um der potenziellen Gefahr prophylaktisch entgegenzutreten und die Sensibilität für Kettenbriefe zu erhöhen.

Die Momo-Challenge: Das steckt dahinter

Ursprünglich entstand Momo als Kunstwerk des japanischen Künstlers Keisuke Aiso. Einige Zeit nach der Fertigstellung wurde das Kunstwerk allerdings zweckentfremdet und für WhatsApp-Kettenbriefe missbraucht. Das Momo-Gesicht wurde als Nachricht an Nutzer geschickt – mit der Aufforderung diese an 15 Personen weiterzuleiten. Andernfalls würde man sterben. Das wirklich neue an dem Kettenbrief war damals lediglich das verzerrte Gesicht.

Später tauchte laut Medienberichten auch eine sogenannte Momo-Challenge auf. Dabei wurde WhatsApp-Nutzer angeblich von Momo selbst kontaktiert und herausgefordert. Diese sollten unterschiedliche Aufgaben erledigen, die im Suizid gipfelten. Im Nachhinein berichteten Medien über Selbstmorde – unter anderem aus Frankreich. Handfeste Belege gab es allerdings stets keine.

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