LG hat's verbockt – Doch das ist nicht so schlimm

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LG G7 ThinQ in einem Bett aus Kohle
Einige LG G7 ThinQ sind in der Bootloop-Schleife gefangenBildquelle: Michael Büttner
LG hat es mit dem Bootloop des aktuellen Spitzenmodells LG G7 ThinQ geschafft, eine alte Wunde wieder zu öffnen und an die leidige Zeit des LG G4 erinnert. Doch LG zeigt sich diesmal vorbereitet, schnell und bisher zumindest unbürokratisch.

Rückblende: Da LG G4 wurde gerade von der Fachwelt gefeiert und zum besten Smartphone des Jahres bei inside handy gekürt. Da zogen dunkle Wolken auf, die das preisgekrönte LG G4 in die Hölle der Unbrauchbarkeit katapultierten. Ein Wackelkontakt an den inneren Bauteilen ließ das Spitzenmodell in die Startschleife geraten. Die Reparatur der beschädigten Geräte hat LG damals kostenlos übernommen. Der fade Beigeschmack von unbrauchbaren Spitzenmodellen im High-End-Segment und damit auch im Hochpreisbereich blieb jedoch haften.

Seither steckt LG besonders im Flaggschiffbereich in der Krise. Das liegt nicht direkt am Bootloop-Problem des LG G4, sondern vielmehr an verunglückten Spitzenmodellen wie dem modularen LG G5. Dazu hat LG eine verworrene Taktik bei seiner G- und V-Reihe verfolgt, die viele Nutzer weiter verunsicherte. Der rasende Preisverfall, erfahrbar am Beispiel LG G6, schiebt die Popularität der Flaggschiffe des koreanischen Unternehmens nicht gerade weiter an.

LG kann es noch richten

Und jetzt? Jetzt wiederholt sich die Geschichte für LG mit einem neuen Bootloop-Problem beim aktuellen Spitzenmodell LG G7 ThinQ. Doch das ist diesmal weit weniger schlimm als damals. Diesmal ist lediglich die Software und nicht die Hardware betroffen. Ferner betrifft es lediglich deutsche Kunden und nicht weltweit verteilte Nutzer. Der Hauptgrund jedoch: LG hat das Problem schnell erkannt, kommuniziert offen und bietet nach wenigen Tagen Lösungen an. Das bringt im ersten Moment natürlich keine Besserung für die Geräte der Nutzer, die in der Startschleife hängen und das Smartphone lediglich mit einem Hardreset wieder zum Laufen bringen können – und das auch nur bis die SIM-Karte wieder eingelegt wird. Doch LG ist aktiv und kümmert sich. Die Reparatur im Service-Center von LG anzuschieben bedarf dazu lediglich einem kurzen Anruf. Das ist im Smartphone-Bereich nicht Usus. Dazu bietet LG sogar eine vom Nutzer selbst durchführbare Lösung – zumindest hat man diese angekündigt.

Jetzt muss LG – wie versprochen – nur noch die neue Software schnell auf die betroffenen Geräte bringen. Ob nun im Service-Center oder über den heimischen PC, die Frage wird sein: Wie schnell und zuverlässig bekommt LG es hin, die Software zu verteilen? Der Software-Riegel, der das Problem von den Modellen in Zukunft ausschließt, ist laut LG ebenfalls schon geschmiedet. Er wird in Wochenfrist per FOTA, also per Mobilfunk-Update, auf den Endgeräten landen. Wenn das Update wirkt und das Fenster für solche Probleme schließt, hat LG nach seinem verunglückten Update vom Anfang Dezember alles richtig gemacht und vielleicht Ansehen gewonnen, statt es zu verlieren.

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