LG G7 ThinQ Bootloop: So kann jeder das Flaggschiff reparieren

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Mann mit Gasmaske hält LG G7 ThinQ mit Bootloop in die Kamera
LG G7 ThinQ Bootloop: Das Spitzenmodell von LG wird durch Update unbrauchbarBildquelle:
Das LG G7 ThinQ hat zurzeit mit massiven Problemen zu kämpfen. Eine Ladeschleife, also ein Bootloop, macht das Smartphone unbrauchbar. Das Problem tritt seit dem 2. Dezember auf und betrifft "eine niedrige dreistellige Zahl" von Nutzern des Spitzenmodells. Nun gibt es einige Lösungen, bei denen jedoch auf so manches zu achten ist.

LG steckt nicht nur bei den Verkäufen ihrer eigenen Smartphones in der Krise: Das aktuelle Spitzenmodell hat mit einem Defekt zu kämpfen, der seit vergangenem Samstag, den 1. Dezember 2018, auftritt. Der LG G7 ThinQ Bootloop macht das Handy dabei unbrauchbar. Der Boot-Vorgang wird dabei zuerst normal gestartet. Das LG G7 ThinQ fährt bis zur Pin-Eingabe wie gewohnt hoch. Gibt man dann die korrekten PIN ein, startet das Smartphone den Entsperrvorgang. In diesem Moment greift der LG G7 ThinQ Bootloop: Der Entschlüsselungsversuch bricht nach einiger Zeit ab und das Flaggschiff fährt herunter. Danach startet das LG G7 ThinQ automatisch wieder neu und fragt erneut nach der PIN.

Das Testgerät der Redaktion von inside handy ist ebenfalls vom Bootloop betroffen. Der Fehler ist am vergangenen Samstag, den 1. Dezember, auf dem LG G7 ThinQ gelandet und seither herrscht Funkstille. In vereinzelten Anläufen lädt das LG G7 ThinQ bis zur Nutzeroberfläche, bricht dann jedoch wieder ab und startet sich von neuem. Ausschalten per langem Drücken auf den Power-Button und Bestätigen durch die eingeblendete Ausschalt-Funktion erzeugt keine Besserung: Der Bootloop startet auch dann neu.

LG G7 ThinQ Bootloop – Das ist der Grund

LG hat sich dem Problem nach eigenen Angaben angenommen: „Das Problem wurde von unseren Ingenieuren lokalisiert.“ Fest stehe laut LG, dass das Fehlverhalten nur im Zusammenhang mit einem Netzwerk-Betreiber in Deutschland und wenigen Nachbarländern auftrete. Die Ursache liege also nicht in der Hardware des Telefons, sondern am Zusammenspiel der Telefonsoftware mit der Software des Netzwerk-Betreibers. Im Testgerät von inside handy kam eine SIM-Karte der Deutschen Telekom zum Einsatz.

Diese Beobachtung bestätigte nun auch LG gegenüber inside handy: Das Problem „tritt ausschließlich bei T-Mobile SIM-Karten auf. Der Grund liegt also in Konflikten zwischen der Gerätesoftware und der Software von T-Mobile.“ Einen Zeitplan, wann das Problem gelöst sein wird, konnte LG allerdings noch nicht nennen. Sobald eine Lösung des Herstellers bereitliegt, müsse die Telekom Tests durchführen. Deshalb könne noch nicht genau festgelegt werden, wann der Defekt behoben sein wird.

Das Update, das den LG G7 ThinQ Bootloop ausgelöst hat, „wurde“, so LG weiter, „bereits am Wochenende gestoppt“. Die Zahl der betroffenen Nutzer belaufe sich zum jetzigen Stand auf eine niedrige dreistellige Zahl. Einen Fehler gab es laut LG lediglich beim LG G7 ThinQ, andere Geräte seien nicht betroffen.

LG löst LG G7 ThinQ Bootloop

Nach neuestem Stand vom 7. Dezember, gibt es seitens LG eine technische Lösung für das Problem. Mit ihr wird das Smartphone auf den Zustand vor dem Update vom vergangenen Samstag, den 2. Dezember, versetzt. Für diese Lösung muss das Smartphone jedoch eingeschickt werden: „Wir liefern dazu entsprechende Freiaufkleber, die Servicestellen sind technisch und personell vorbereitet. In der Regel sollte der betroffene Kunde sein Telefon innerhalb von 48 Stunden zurückerhalten“, erläutert LG.

Kunden müssen auf LG zugehen

Betroffene Nutzer können sich auch an LG selbst richten. Man habe speziell für diesen Fall einen VIP-Service unter der Hotline-Nummer 01806-115411 eingerichtet. Der Anruf kostet einmalig 20 Cent aus dem Fest- und 60 Cent aus dem Mobilfunknetz. Hernach informiert der Nutzer LG über die eigenen Adress- und Gerätedaten. Dazu zählen die postalische Adresse und eine Telefonnummer, unter der LG Rückfragen an den Kunden richten kann. Bei den Gerätedaten geht es einfach zu: Die IMEI-Nummer reicht. Wie man diese auch ohne aktiviertes Smartphone findet, hat inside handy im IMEI-Spezial zusammengefasst.

LG empfiehlt, nur das LG G7 ThinQ an das Unternehmen zu schicken. SIM-Karte, SD-Karte oder Verpackungen sowie Kabel, Kopfhörer und Hüllen sollten beim Kunden verbleiben. Das Porto übernimmt LG. Die Datensicherung kann ebenfalls LG übernehmen. Dazu muss jedoch gewährleistet sein, dass mehr als 50 Prozent des Speichers im Smartphone zur Verfügung stehen. Eine andere Möglichkeit, die Daten zu retten, ist, die SIM-Karte zu entfernen und das WLAN, mit dem sich das Smartphone verbinden würde, auszuschalten. Dann könnte das Hochfahren des Handys klappen. Das Testgerät der Redaktion von inside handy konnte so jedoch nicht gebootet werden. Einen Versuch ist es jedoch allemal wert.

Kunden können das Problem selbst lösen

Wer sein Smartphone nicht aus den Händen geben will, hat auch die Möglichkeit, seinen eigenen PC zur Lösung des LG G7 ThinQ Bootloop zu nutzen. Dieser Dienst wird von LG jedoch nach jetzigem Stand lediglich ein bis zwei Tage verfügbar sein. Hier muss ein „Customer Service Guide“ des G7 ThinQ unter der Service-Nummer angefordert werden. Dann kann das Smartphone mithilfe des PC oder Mac mit der Reparatursoftware gefüttert werden. Hierzu muss die LG Bridge auf den Computer geladen werden. Danach wird das Smartphone angesteckt. Das Aufspielen der Software geschieht über einen speziellen Modus, der beim Startvorgang mit aufgerufen werden kann.

LG wird nach eigenen Angaben zusätzlich in den kommenden Tagen ein FOTA (Firmware over the Air) Update verbreiten, das verhindern soll, dass der Fehler erneut auftreten kann. Dieses Update kann selbstredend erst nach der Reparatur von LG auf das Smartphone aufgespielt werden.

LG G7 ThinQ Bootloop – so löst man das Problem auf eigene Faust

Es gibt auch eine rabiate Lösung die Kunden selbst durchführen können, jedoch gehen damit alle Daten auf dem Smartphone verloren: Ein Hard-Reset des Smartphones mit entnommener SIM- und Speicherkarte sollte das Problem beheben. Dass dabei jedoch alle Daten auf dem Gerät verloren gehen, spricht gegen diese radikale Lösung. Dazu kommt, und das betont LG, dass der Fehler wahrscheinlich wieder auftritt, sobald man die SIM-Karte der Telekom wieder in das LG G7 ThinQ einlegt.

LG G7 ThinQ Bootloop ist nicht der erste Fall

Das Bootloop-Problem des LG G7 ThinQ ist nicht der erste Fall seiner Art bei LG. Das Unternehmen aus Südkorea hatte schon mit dem LG G4 einen ähnlichen Vorfall. Damals wurde das im Test des LG G4 hochgelobte Spitzenmodell ebenfalls „Opfer“ eines Bootloop-Defekts. LG zeigte sich Anfang 2016 kulant und bot eine kostenlose Reparatur des betroffenen Geräts an.

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3 KOMMENTARE

  1. Nun ja. Das ist nicht das erste Lg Handy mit bootloops. Früher hatten die Geräte Hardware bootloops die nicht wieder weggingen.

  2. Einmal und nie wieder LG!!!!! Ist doch ein Witz sowas…Das G7 wurde dabei so heiß, dass ich es kaum in die Hand nehmen konnte, da muss man von Folgeschäden, Akku Prozessor usw. ausgehen.
    Da kauft man sich teuer ein angebliches Flaggschiff und nach 2 – 3 Monaten ist das Ding nichts mehr Wert, weil es keiner mehr haben möchte, mich eingeschlossen.

    • Wie ich schon sagte. G2/g3/g4/g5 alles bootloops.
      Die Cpu wird zu heiss und entlötet sich.
      Bootloop.
      Kein Wunder das das beim g7 stattfindet.
      Lg. Billig billig billig.

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