„Das hat schon damals nicht geklappt“: Kritik am 5G-Sicherheitskatalog wird laut

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Eine symbolische 5G-Antenne auf dem Messestand der Telekom
Ende der Woche hatte die Bundesregierung sich auf einen möglichen Sicherheitskatalog im Rahmen des 5G-Ausbaus geeinigt. Er soll unter anderem regeln, welche Technik die Netzbetreiber beim Aufbau des neuen Mobilfunkstandards in Deutschland nutzen dürfen und was passiert, wenn es doch eine Sicherheitslücke gibt. Nun regt sich jedoch Kritik am Vorhaben der Regierung. Sowohl in der Politik als auch in der Branche sieht man die Auflagen kritisch.

Hintergrund des Sicherheitskatalogs ist der Streit um den chinesischen Netzwerkausrüster und Handy-Hersteller Huawei. Mit den Auflagen und Einschränkungen will die Bundesregierung gegen eventuelle Sicherheitsbedenken vorgehen, aber auch Huawei nicht direkt kategorisch vom 5G-Ausbau ausschließen. Unter anderem sehen die Auflagen vor, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Produkte, die für den 5G-Netzausbau zugelassen sind, zertifizieren. Auch ein No-Spy-Abkommen steht im Raum.

Gegen das Letztere regt sich nun Widerstand. Der Geheimdienstexperte der Grünen im Bundestag, Konstantin von Notz, übt gegenüber dem Spiegel klare Kritik an der Auflage. Er gehe er nicht davon aus, dass US-Unternehmen ein solches No-Spy-Abkommen unterzeichnen würden.

„Das hat schon damals bei Edward Snowden nicht geklappt“ Konstantin von Notz

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) wiederum kritisiert, dass sich die Debatte nur auf den chinesischen Hersteller Huawei konzentriert. Das Unternehmen bemühe sich laut Bitkom-Präsident Bernhard Rohleder sehr darum, Transparenz bei Sicherheitsfragen zu zeigen. Konkurrenten wehren sich dagegen kategorisch, ihre Software offenzulegen, so Rohleder. „Wenn die Regierung dies jetzt gesetzlich festschreiben will, könnte ein Kollateralschaden sein, dass sie damit die Anbieter in Amerika und Europa trifft“, wird er im Spiegel-Bericht zitiert.

Lesetipp: Deutsche Verbraucher vertrauen Huaweis 5G-Produkten

5G-Ausbau mit Huawei: Vodafone schafft Tatsachen

Abgesehen von den Diskussionen rund um Huawei und den 5G-Ausbau in der Politik hat Vodafone schon gehandelt. Der Netzbetreiber aus Düsseldorf hat angekündigt, in seinem sensiblen Kernnetz künftig auf Huawei-Technik zu verzichten. Allerdings hat der Anbieter offenbar auch wenig Hardware der Chinesen verbaut. Der Austausch habe keinen politischen Hintergrund und stehe nicht in Verbindung mit der aktuellen Debatte, sagte ein Sprecher von Vodafone.

Für die Konkurrenten O2 und Telekom wäre ein solcher Schritt deutlich schwerer. Die Telekom hatte auch vor Verzögerungen beim 5G-Ausbau gewarnt, sollte Huawei-Technik verboten werden. Huawei ist im Telekom-LTE-Netz ein wesentlicher Anbieter. Die LTE-Technik stellt nach Angaben der Bonner die Grundlage für das künftige 5G-Netz dar.

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