Kostspielig: 5G-Auktion durchbricht die 5-Milliarden-Euro-Schallmauer

3 Minuten
Eine symbolische 5G-Antenne auf einem Telekom-Messestand
Es ist die vierte Woche der Frequenzauktion bei der Bundesnetzagentur in Mainz. Nach 167 Runden ist sie nun an der finanziellen Obergrenze der Prognose von Experten im Vorfeld der Versteigerung angekommen: Fünf Milliarden sind geboten.

Nachdem es Anfang vergangener Woche nach einer bevorstehenden Einigung aussah, eskalierte die Auktion jedoch zum Ende der Woche. Nach Ansicht von Auktions-Beobachter Vitali Gretschko vom Center for European Economic Research (ZEW) hatten die etablierten Netzbetreiber signalisiert, dass sie Drillisch in den Markt lassen wollen. „Es war nur noch einer von 41 Blöcken umstritten. Aber dann beschloss Drillisch wieder mitzumischen. Sie boten auf Frequenzen, die sie eigentlich schon aufgegeben hatten. Es schien als würden Sie eine Einigung unter den Etablierten erzwingen wollen, indem sie die Preise erhöhten. Diese Strategie war nicht erfolgreich.“

Auffällig laut Gretschko: Seit Freitag bieten die etablierten Anbieter zudem auch noch auf Blöcke, die sie zuvor nicht erwerben wollten. Weiterhin sagt er: „Sollte Drillisch doch noch aus der Auktion aussteigen, dann sind in jedem Fall die Verbraucher die Verlierer. Denn dann gibt es keinen neuen Wettbewerber auf dem Mobilfunkmarkt.“

Einschätzungzur 5G-Auktion: Milliarden-Betrag wirkt sich nicht auf Verbraucher aus

Gretschko bezweifelt allerdings, ob der hohe Preis in der Auktion allerdings schlecht für die Verbraucher ist. Das sei keineswegs so klar, wie es von manchen Kommentatoren behauptet wird. Die Kosten der Auktion seien sogenannte „sunk costs“. Die sollten nach seiner Einschätzung zukünftige Entscheidungen der Wettbewerber nicht beeinflussen, solange kein Unternehmen in finanzielle Schieflage gerät.

Die meisten und auffälligsten Veränderungen waren in den vergangenen Runden der 5G-Auktion vor allem im Bereich der 2-GHz-Frequenzen zu beobachten. Hier hat vor allem die Telekom immer wieder auf einen großen Teil der Frequenzen geboten, die überhaupt zur Verfügung stehen. Gebote im Wert von bis zu 1,2 Milliarden Euro gab sie dazu in der Spitze ab. Weiterhin auffällig: Telefónica muss bei den Höchstgeboten oft zurückstecken und verliert Frequenzblöcke an seine Mitbewerber.

Der Zwischenstand bei der 5-Milliarden-Euro-Grenze

Mit Runde 167 hat die Auktion einen Zwischenstand von 5.002.505.000 Euro erreicht. Die Erhöhungsschritte sind im Laufe des heutigen Tages wieder niedriger geworden, nachdem es rasant losging.

Runde 167 bei der Frequenzauktion 2019
Zum Vergrößern anklickenQuelle: Bundesnetzagentur

Auffällig: Insgesamt drei Frequenzblöcke der 5G-Auktion müssen derzeit ohne Höchstbietenden  auskommen. Dabei handelt es sich um die beiden konkret zu vergebenden Blöcke im Bereich um 3,6 GHz. Aber auch ein Frequenzblock um 2 GHz hätte derzeit keinen neuen Eigentümer. Für die Bieter wäre das kostspielig. Denn zahlen muss der zuletzt Höchstbietende den Block dennoch, was Ausgaben von derzeit 334 Millionen Euro ohne Gegenwert bedeuten würde.

 

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL