"Huff Post Deutschland": Bei Handynutzern beliebte News-Seite macht dicht

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Huffington Post
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Eine vor allem bei vielen Smartphone-Nutzern beliebte Nachrichtenseite wird Ende März nicht mehr zu erreichen sein: Die Huff Post Deutschland muss ihren Dienst einstellen, weil die amerikanische Mutter die zugehörige Lizenz entzogen hat.

Paukenschlag in der deutschen Medienszene: Die erst 2013 in Deutschland gestartete Internet-News-Seite „Huff Post“ (ehemals Huffington Post) wird im März völlig überraschend eingestellt. Die amerikanische Mutter habe den Lizenzvertrag mit dem Burda-Konzern gekündigt, teilte die Tochtergesellschaft BurdaForward am Freitag mit.

13 Mitarbeiter verlieren ihren Job, sollen aber bei Burda bleiben

Die deutsche Ausgabe des Nachrichtenportals werde zum 31. März nicht weiter gepflegt. Für die 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von der Schließung betroffen sind, werden individuell Lösungen zum weiteren Verbleib bei BurdaForward gesucht. Eine Lizenzvergabe der „Huff Post“ an ein anderes Medienunternehmen in Deutschland sei nicht geplant, heißt es in einer Mitteilung von Burda.

„Die deutsche ‚Huff Post‘ hat gezeigt, dass man innerhalb kürzester Zeit ein neues Nachrichtenangebot in die Top 10 führen kann“, sagt Tanja zu Waldeck, Geschäftsführerin der „Huff Post“ Deutschland. „Wir sind sehr stolz auf die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren.“

Gründe unklar, Streit über Personalien

Gründe für die Einstellung wurden am Freitag von offizieller Seite nicht genannt. Laut „Handelsblatt“ soll es unter anderem bei der Neubesetzung von Stellen zu Unstimmigkeiten zwischen der deutschen und der amerikanischen Führung der „Huff Post“ gekommen sein. So blieb zum Beispiel bis zuletzt der Posten des Chefredakteurs unbesetzt. Vor einem Jahr war Steffen Klusmann von der „Huff Post“ in die Chefredaktion des „Handelsblatt“ gewechselt.

Laut Angaben der IVW kam die „Huff Post“ Deutschland im Dezember vergangenen Jahres auf knapp 22 Millionen Visits – davon mehr als 15 Millionen durch Abrufe auf mobilen Endgeräten. Im November waren es abseits von weihnachtlichen Sonderaktionen fast 15,6 Millionen Visits bei rund 11 Millionen Mobil-Besuchen.

Auch in den USA läuft es für die „Huff Post“ nicht rund

In den USA soll das Geschäft bei der Huff Post seit rund zwei Jahren eher schleppend laufen. Viele Personalwechsel, sinkende Reichweiten und ein heftiger Personalabbau sind nur drei Zeichen, die für Unsicherheiten sorgten, schreibt das „Handelsblatt“. Nachdem schon in Südafrika, Australien und nun in Deutschland der Stecker gezogen wurde, dürften weitere Schließungen wahrscheinlich sein, mutmaßen Beobachter der Szene.

Regionale Ausgaben gibt es unter anderem noch in Spanien, Frankreich, England und Japan. Die Huff Post in den USA betreibt der Konzern Oath, der Teil von Verizon ist. Unter anderem zählen auch AOL und Yahoo zu dem Unternehmen. Außerdem die reichweitenstarken Tech-Blogs Engadget und TechCrunch.

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