Huawei-Gründer: "5G ist für die USA wie eine Atombombe"

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Das Logo von Huawei vor lila Leuchtstoffröhren
Bildquelle: Rita Deutschbein / inside handy
Die USA äußern bereits seit einer Weile Sicherheitsbedenken gegen die Netzwerk-Produkte von Huawei. Man fürchtet, dass China sie zu Spionagezwecken einsetzen könnte. Mittlerweile haben die USA auch andere Länder angesteckt, darunter Deutschland. Um die Wogen zu glätten und die guten Absichten des Unternehmens zu beweisen, hat Huawei der Bundesregierung nun angeboten, ein „No-Spy-Agreement“ zu unterzeichnen.

Ren Zhengfei, Gründer von Huawei, sagte in einem Interview mit dem Handelsblatt, dass das Unternehmen bereit sei, ein No-Spy-Agreement mit der deutschen Regierung zu unterzeichnen. Man werde versprechen, „dass Huawei keine Hintertüren in die Netzwerke einbauen wird“. So sollen Berlins Sicherheitsbedenken gegen Huawei beschwichtigt werden. Gleichzeitig wolle Ren mit der chinesischen Regierung sprechen, die Vereinbarung ebenfalls zu unterzeichnen und sich zu verpflichten, sich an die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu halten.

Sicherheitsbedenken gegen Huawei ziehen Kreise

Bislang hatte sich die EU grundsätzlich offen für den Einsatz von Huaweis Netzwerk-Produkten im bevorstehenden 5G-Ausbau gezeigt. Eine Befragung des Handelsblattes hat sogar ergeben, dass die deutsche Bevölkerung keine Sicherheitsbedenken gegen Huawei  oder Angst vor Spionage durch die chinesische Regierung hat. Von seitens der Amerikaner gab es allerdings Druck, die Chinesen beim Netzausbau nicht zu beteiligen.

Nach Meinung von US-Präsident Trump und seiner Regierung arbeitet Huawei zu eng mit der chinesischen Regierung zusammen. Man befürchtet, dass Huawei seine Netzwerk-Produkte dazu nutzen könnte, die anderen Länder auszuspionieren. Daher wurde Deutschland als enger Partner der USA gegen den Einsatz der Netztechnik gewarnt. Auch Länder wie Australien und Neuseeland haben bereits ihre Konsequenzen gezogen und Huawei vom 5G-Ausbau ausgeschlossen.

Huawei zeigt sich hinsichtlich dieser Entwicklung und der aggressiven Sichtweise der USA nicht begeistert. Ren geht sogar so weit, dass er von einem „neuen kalten Krieg“ spricht. Die Vorwürfe würden nicht auf Fakten beruhen und die USA riskiere mit ihrem Verhalten eine deutliche Verzögerung des 5G-Netzausbaus – nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Deutschland. „Leider sehen die USA 5G-Technik als eine strategische Waffe. Für sie ist es eine Art Atombombe”, so Ren im Interview.

Huawei fordert Steuersenkungen in China – nach Trumps Vorbild

So sehr Huawei derzeit mit den Warnungen der USA zu kämpfen hat, in einem Punkt nimmt Ren Präsident Trump als Vorbild: seiner Steuerpolitik. Der Huawei-Gründer spricht sich dafür aus, die Steuersätze in China erheblich zu senken. Denn die Arbeitnehmerkosten seien gestiegen. „Wenn die Steuern daher nicht sinken, würde dies meiner Meinung nach der Entwicklung des Landes schaden”, so Ren.

Mit seiner Meinung ist er nicht allein. Im vergangenen Monat hatte der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang Steuersenkungen im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar angekündigt. Die Mehrwertsteuer für das produzierende Gewerbe wurde bereits von 16 auf 13 Prozent gesenkt und lokale Regierungen sollen die Möglichkeit haben, die Sozialversicherungsabgaben für Arbeitgeber zu senken.

Auch in den USA hatte Trump noch während der Wahlen versprochen, die Ertragssteuern für Unternehmen zu minimieren. Sein Vorhaben hat er gegen einige Widerstände relativ zügig nach seiner Vereidigung zum Präsidenten im Jahr 2017 umgesetzt.

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  • Huawei Logo: Rita Deutschbein / inside handy
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Rita liebt Technik, besonders wenn diese aus der Welt der Smartphones stammt. Seit 2009 berichtet sie als Journalistin aus diesem Kosmos - seit 2019 für inside handy. Dabei hat die gebürtige Berlinerin aber auch Spaß an anderen Themen wie Tarifen, Smart Home oder Zubehör. Wenn sie nicht gerade die aktuellsten Handys testet oder Tarife auf den Prüfstand stellt, taucht sie gerne ab - und das ist wörtlich zu nehmen. Denn ihre Urlaubsziele müssen vor allem eins haben: tolle Tauchgebiete. Und wenn gerade kein Urlaub ist, dann tut es in der Freizeit auch ein gutes Buch, ein guter Drink oder ein Treffen mit Freunden, um von der Arbeit abschalten zu können.

Handy-Highlights

Das Huawei P30 Lite auf weißem Grund.

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1 KOMMENTAR

  1. Lautstark überbewerteter Sturm im Wasserglas.
    Denn:
    Jeder wirklich versierte IT-Kenner weiß, dass sich „Backdoors“ an den entscheidenden Stellen völlig auf Dauer verborgen, aber dennoch wirksam in die Systeme einschmuggeln lassen. Und zwar getarnt als verschlüsselte Nachrichten, die ja sogar absolut „abhörsicher“ gestaltet und transportiert sein SOLLEN.
    Die öffentlich Schlammschlacht soll nur Emotionen schüren und ein ungutes Verhalten als „verständlich und vertretbar“ erscheinen lassen. Darauf musste und muss sich sogar HUAWEI einlassen, um – ebenso scheinbar und nach aussen hin – Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Vielleicht regelt sich alles auf andere Weise, nämlich wenn es überall tote Insekten regnet und Vögel tot vom Himmel fallen. – Könnte ja sein. Warum eigentlich werden gründliche Erforschungen möglicher Auswirkungen von 5G mit aller Macht verhindert? – Weiss man insgeheim schon etwas, das dadurch zutage treten könnte…?

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