Huawei: So viel soll der Handelsstreit mit den USA kosten

2 Minuten
Huawei-Logo auf Scheibe
Die Auseinandersetzung mit der US-Regierung unter Donald Trump könnte Huawei Umsatz-Einbußen in Milliardenhöhe bescheren. Das sagte Huawei-Gründer Ren Zhengfei nun einem Bericht zufolge. Es ist das erste Mal, dass der chinesische Hersteller sich zu den erwarteten Konsequenten des US-Banns äußert.

Bisher konnte nur spekuliert werden, welche Konsequenten die Auseinandersetzungen mit den USA für Huawei haben. Jetzt äußerte sich das Unternehmen aber erstmals offiziell zu den erwarteten Verlusten. Die Stellungnahme stammt dabei von Huawei-Gründer Ren Zhengfei, der öffentlich zu dem Thema sprach. Ihm zufolge geht der chinesische Hersteller klar davon aus, dass man sich auf hohe Einbußen bei den Umsätzen einstellen muss.

Den möglichen Verlust bezifferte Zhengfei auf 30 Milliarden US-Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Man habe nicht erwartet, dass die USA so stark und verbissen gegen Huawei vorgehen würde. Deshalb gehe man nun davon aus, dass man 2019 und 2020 nur rund 100 Milliarden US-Dollar einnimmt. Die eigentlichen Ziele für diese Jahre lagen ursprünglich bei 125 Milliarden und 130 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: 2018 nahm das Unternehmen 104 Milliarden US-Dollar ein.

Huawei Verluste: Smartphone-Sparte bricht ein

Wie Ren Zhengfei weiter bekannt gab, hat die erfolgreiche Handy-Sparte von Huawei im vergangenen Monat einen Rückgang von 40 Prozent zu verzeichnen. Dies deckt sich mit einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, die ebenfalls von einem Einbruch ausging. Dort hieß es jedoch, dass die Verluste in der Smartphone-Sparte zwischen 40 und 60 Prozent liegen könnten. So soll sich der Hersteller darauf einstellen, circa 40 bis 60 Millionen Geräte weniger als im Vorjahr zu verkaufen.

Erste Maßnahmen von Huawei könnten schon das Honor 20 betreffen. So spiele der Hersteller mit dem Gedanken, dass Gerät frühzeitig wieder aus dem europäischen Handel zu nehmen, wenn die Verkaufszahlen nicht den Erwartungen entsprechen. Auf Anfrage von Bloomberg gab das Unternehmen aber bekannt, dass die Auslieferung in vollem Gange sei.

Derweil erhält Huawei auch Schützenhilfe von weiteren US-Unternehmen. So sollen sich einem weiteren Bericht von Reuters Intel, Qualcomm und Xilinx für eine Lockerung der US-Sanktionen ausgesprochen haben. Bereits Ende Mai haben sich hohe Manger der Unternehmen mit dem US-Handelsministerium getroffen. Dabei argumentierten die Chip-Produzenten, dass Huawei bei Smartphones und Computerservern auf gängige Komponenten setzt und nicht die gleichen Sicherheitsbedenken wie bei der Netzwerkausrüstung für 5G gelten müssen.

OnePlus 6T mit Stream On der Telekom auf dem Display

Gericht verbietet Telekom StreamOn: Das sind die Folgen für die Kunden

Die Telekom darf "StreamOn" in der bisherigen Form vorläufig nicht weiter betreiben. Dies hat das Oberverwaltungsgericht NRW in einem Eilverfahren entschieden. Was bedeutet das für die Kunden?
David Gillengerten
David liebt Technik - insbesondere Games jeglicher Art. Seit 2017 ist er als Redakteur bei inside handy an Bord, davor auch schon als Freier Mitarbeiter. Sein Weg in den Handy-Markt hat ihn über sein liebstes Hobby, die Games-Branche, geführt. Entsprechend beschäftigt er sich auch bei inside handy viel mit Spielen, aber produziert auch die Videos für inside handy, in denen er gerne mal in andere Rollen schlüpft. Seine Lieblingsrolle: Business-Dave. David ist gebürtiger Rheinländer, der im Herzen aber gerne ein Brite gewesen wäre.

Deine Technik. Deine Meinung.

4 KOMMENTARE

  1. Für jemanden, der den Markt kennt und weiß, wie der tickt, war das abzusehen.
    Auch ohne dass es irgendeines Statements bedurfte hätte.
    Nur:
    Trump oder wer auch immer hat wohl noch nicht gemerkt, dass sich die USA nicht schlechthin mit HUAWAI, sondern mit dem chinesischen Drachen abgelegt haben.
    Der bewegt sich sehr langsam und holt erst einmal tief Atem…
    Doch wehe, wenn er sich entschliesst, Feuer zu spucken.
    Weltwirtschaftlich kann China den USA den Hahn zudrehen.

    Ich möchte nicht wissen, was in den Hinterzimmern bereits geflucht wird und wie die Chinesen den Affront lächeln durchstehen.
    – mlskbh –

  2. Und wieviel kostet es huawei gegenüber dem Kunden? Ist ja nichts anderes wie der dieselskandal, War bzw ist immer noch schummelsoftware… Kommen jetzt endlich die kundenklagen?

  3. ‚Den möglichen Verlust bezifferte Zhengfei auf 30 Milliarden US-Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Man habe nicht erwartet, dass die USA so stark und verbissen gegen Huawei vorgehen würde. Deshalb gehe man nun davon aus, dass man 2019 und 2020 nur rund 100 Milliarden US-Dollar einnimmt. Die eigentlichen Ziele für diese Jahre lagen ursprünglich bei 125 Milliarden und 130 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: 2018 nahm das Unternehmen 104 Milliarden US-Dollar ein.‘

    Wo ist denn da jetzt ein Verlust zum Vorjahr???

    Gewünschten Umsatz nicht erreicht, gleich minus? Und trotzdem 104 MILLIARDEN eingenommen

    Den Verlust haett ich auch gern

  4. Ich seh das genau wie der Hacker. Ich glaube Huawei wird kurz Husten. Und dann seinen Weg einschlagen. Die pChinesen werden lächelnd einen kleinen Umweg einschlagen um dann wieder auf das Zielgrade einzuschwenken. Und ich denke das schnell einige den gleichen Weg gehen und dann haben Google und Co höhere gewinneinbußen.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL