Huawei hat eigenes Betriebssystem in der Hinterhand und will Falt-Handys günstiger machen

3 Minuten
Der Privatkunden-Chef von Huawei, Richard Yu, geht mit der öffentlichen Kritik an seinem Unternehmen hart ins Gericht. Die Debatte an fehlender Sicherheit seit politisch getrieben. Und er kündigt faltbare Smartphones für 500 bis 1.000 Euro an.

Huawei muss sich in diesen Tagen vielen Herausforderungen stellen. So steht das neue, faltbare Smartphone Mate X in der Kritik, viel zu teuer zu sein. Und die Einführung der neuen P30-Serie steht auch schon auf der Agenda. Außerdem soll die von Huawei in vielen Ländern eingesetzte Mobilfunk-Netztechnik in der Lage sein, Kunden zu belauschen. Selbst eine Datenweitergabe an die chinesische Regierung steht im Raum. In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ hat sich nun Huaweis Privatkundenchef Richard Yu zu Wort gemeldet. Er sagt wenig überraschend: Alle Vorwürfe gegen Huawei sind haltlos.

Richard Yu weist Kritik zurück

„Wir haben in unserer Hard- und Software sehr hohe Sicherheitsstandards“, so Yu. Sämtliche Vorwürfe seien vor allem durch politische Querelen gesteuert. „Unsere Technik hat keine Hintertür, über die die Sicherheit der Netze gefährdet wäre. Dieser Vorwurf wird uns hauptsächlich von der US-Regierung gemacht. Aber das dürfte ganz andere Gründe haben.“

Trotzdem will Huawei nicht auf die Zusammenarbeit mit diversen US-Unternehmen wie Google, Microsoft oder Qualcomm verzichten. Sollte es aber doch einmal dazu kommen, dann könnte man sogar mit einem eigenen Betriebssystem durchstarten. Ein solches habe man nämlich bereits vorbereitet, so Yu gegenüber der „Welt“ weiter. Man bevorzuge aber die Zusammenarbeit mit den Ökosystemen von Google und Microsoft.

Mit Blick auf das neu vorgestellte Mate X glaubt Yu, „dass in fünf Jahren diese Smartphones zum Ausklappen Standard sein werden.“ Huawei selbst besitze zwar viele Patente für die Fertigung, „aber viele Hersteller, vor allem aus China, werden sich davon nicht abhalten lassen“, ist der Huawei-Manager überzeugt.

Faltbare Smartphones werden billiger

Angesprochen auf den hohen Preis des Mate X sagt Yu, dass vor allem das Display und das Scharnier sehr kostspielig seien. „Am Anfang wird das Smartphone vor allem als Premiumprodukt verkauft. Aber später wird es auch in das mittlere Preissegment vorstoßen. Faltbare Smartphones für unter 1.000 Euro seien dann keine Utopie mehr. Langfristig seien auch entsprechend ausgestattete Modelle im Bereich von 500 Euro denkbar.

Dass auch Apple zeitnah ein faltbares Smartphone verkaufen wird, glaub Yu nicht. Apple werde zwar an einem solchen Gerät arbeiten, aber „selbst ein Marktstart im nächsten Jahr dürfte schwierig werden“, prognostiziert Yu, der auch sagt: „5G wird künstliche Intelligenz erst richtig entfesseln.“ Und Huawei wolle im 5G-Geschäft zum Marktführer aufsteigen. „Für uns ist das ein großer Moment.“

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL