Huawei P30 Pro: Angebliche Display-Enttäuschung wird zur Stärke

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Smartphones Huawei P30 und Huawei P30 Pro bei Spigen
Huawei P30 und Huawei P30 Pro bei SpigenBildquelle: Spigen
Huawei wird seine neuen Flaggschiffe Huawei P30, Huawei P30 Pro und das Mittelklasse-Smartphone Huawei P30 Lite nicht zum MWC 2019 in einer Woche, sondern erst Ende März vorstellen. Die Informationslage rund um die drei Smartphones verdichtet sich trotz des noch etwas in der Zukunft liegenden Vorstellungstermin zusehends. Dabei verwundert eine neue Information die Branche.

Huaweis P-Linie steht schon seit geraumer Zeit für die höchste Liga im Portfolio der Chinesen. Einzig die Mate-Reihe gilt als technisch noch versierter. Das hindert Huawei allerdings nicht daran in die P-Reihe einige Schmankerl zu verbauen. So feierte die viel gelobte Triple-Kamera in dieser Klasse ihr Debüt. Bei einem technischen Datum hat Huawei aber bisher immer gespart: Die Displays der P-Reihe waren seit jeher bei der Auflösung nicht auf dem Niveau der Konkurrenz. Das wird sich auch beim Pro-Modell der neuen Generation so nicht ändern.

Display-Auflösung durchweg Full-HD

Man munkelte, dass Huawei mit dem Huawei P30 Pro ein QHD+-Display in der P-Reihe einführt. Doch ein neuer Fund im Code verrät, dass die Auflösung des Top-Handys der Spitzenmodell-Reihe lediglich den Full-HD+-Standard besitzen wird. Damit zerschlagen sich Hoffnungen von Fans, die ein höher auflösendes Display erwartet haben. Die Auflösung der Displays sind bei Huaweis P-Reihe schon seit geraumer Zeit ein Kritikpunkt von Nutzern, die die bestmöglichen technischen Daten in einem Spitzenmodell erwarten.

Deshalb ist QHD+ nicht ganz so wichtig

Flaggschiffe von LG, Samsung oder auch Sony besitzen schon seit Jahren eine QHD+-Auflösung. Sie zeichnet sich durch eine Pixelzahl in der Breite von 1.440 Pixeln aus. Full-HD beziehungsweise die längeren Full-HD+-Panels lösen in der Breite mit 1.080 Pixeln auf. Die Standardpixelzahl von QHD ist demnach 1.440 x 2.560 Pixel. Bei Full-HD liegt sie bei 1.080 x 1.920.

Doch wie schlimm ist der Verzicht auf eine QHD-Auflösung? Nutzer, die das Smartphone auch als VR-Display in entsprechenden Brillen nutzen wollen, haben durch das Aufteilen des Displays in zwei Hälften und dem sehr kurzen Abstand zum Display tatsächlich Grund zur Beschwerde. Nutzer, die auf diese Anwendung verzichten, kommen jedoch auch gut mit einem Full-HD-Display aus. Der Grund dafür ist die Pixeldichte. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen Pixelanzahl und Display-Größe. Dabei gilt als Richtschnur für ein Display, dessen Pixel nicht mehr als einzelne Bildpunkte wahrgenommen werden können, ein Wert von 300 ppi. Liegt er bei einem Smartphone höher, ist in der Regel ein scharfes Display zu erwarten.

Display-Schwäche könnte zur Stärke werden

Stattet Huawei das P30 Pro mit einem 6,5 Zoll großen Display aus, wird die Pixeldichte bei knapp 400 ppi liegen. Damit dürfte das Panel im Alltag in allen Situationen scharf abbilden. Ein kleiner Vorteil eines solchen Displays: Der Akku wird weniger beansprucht als bei einem höher auflösenden Panel. Somit könnte Huawei einen augenscheinlichen Nachteil in einen Vorteil ummünzen. Ob das klappt, muss aber erst ein Test zeigen.

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  • Huawei P30 und P30 Pro: Spigen

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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist Redakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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21 KOMMENTARE

  1. Ich nutze kein VR, deshalb recht mir die Pixeldichte von gut 450 ppi vollkommen aus. Dass dabei auch noch der Akku weniger beansprucht wird spielt mir ebenfalls zugute.
    Wenn Huawei jetzt auch noch endlich wieder mal von den vollkommen unnützen curved-displays wegkommen würde wäre es wie Weihnachten und Geburtstag zusammen.

  2. Ich sehe darin keinen Vorteil, bei Samsung Handys kann man die Auflösung frei wählen, QHD+, Full HD+ oder HD+ je nach Bedarf. Also Akku sparen überhaupt kein Problem, VR auch keine Problem, Screenshots in hoher Auflösung auch möglich. Scheint mir so als wollen sie nur kosten sparen um es in ein Paar Jahren als super Feature anzupreisen.

  3. Die Maxime „Citius, altius, fortius“ hat längst zu Übertreibungen und – besonders im Sport – auch zu Übertretungen geführt. Der bereits zum reinen „Consumer“ und Wachstumsproduzenten dressierte Bürger reagiert auf diese Maxime über das Label „NEU !!!“ mit „MUST HAVE“-Gelüsten. Es gibt im WEB den Test eines genau 20 Jahre alten Mittelklasse-Personenkraftwagens (Euro 4). – Fazit: Alles da, alles drin, alles dran: Elektrische Fensterheber, Servo-Lenkung, Getriebe-Automatik, Airbags, Funk-FB, el. Schiebedach, automatische Antenne… – Außer Wartung keine Werkstattbesuche. Rostfrei. Blitzblank wie aus dem Schaufenster. Nur das Radio wurde gegen eines mit USB- und Freisprechmöglichkeit ausgewechselt. Das neueste Modell des gleichen Herstellers funktioniert nicht einen einzigen Deut besser. Es besitzt auch keine Mittel gegen die Zunahme von Staus.

         Im Bereich der Elektronik ist diese Art der Wertbeständigkeit nirgend zu beobachten. Im Gegenteil: Da droht bald die Ära der Implantate. Der Mensch wird umgebaut.
    mlskbh

  4. Angesichts bei zunehmendem Alter schwindender Sehkraft im Nahbereich freue ich mich nach P9 mit 5,2″, P10 Plus 5,5″ und aktuell P20 Pro mit 6,1″ auf das P30Pro mit relativ gleichbleibender Auflösung.
    Alles richtig gemacht!

  5. Bei einem Display von 6,5 Zoll mit einer angenommenen Auflösung von FHD+ (2340×1080) komme ich auf eine Pixeldichte von rund 396ppi. Für 450 bräuchte man wie im Text erwähnt eine QHD-Auflösung von 2560×1440.

    Nichts desto trotz reicht mir eine Auflösung in FHD+ massig aus. Meine Augen sind noch gut genug, dass ich nicht 10cm vor dem Display Kauern muss, um die Inhalte zu erkennen.

    Danke Huawei, alles richtig gemacht!

    • Hallo Knorkepi,

      du hast völlig recht. Ich habe das im Artikel verbessert. Aber tatsächlich liegt die Pixeldichte dann bei knapp 400 ppi und ist damit immernoch im absolut sicherem Bereich, was die Schärfe angeht.

      VG Michael

      • Im Bereich der Nutzbarkeit sehe ich keinen Unterschied beim täglichen schnellen Gebrauch.
             Und dann gibt es da noch die „smarte Auflösung“ („stromsparend“) bei meinem Huawei…

  6. Ich denke mir, dass sich „Redakteure solcher „Artikel“ im Prinzip jeden Tag voll laufen lassen müssen, um ihr Leben überhaupt ertragen zu können. Null News, null Inhalt. Nur Füll HD+. Ja klar. Und in China ist ein Säckchen Reis umgefallen. Nicht mal ein Sack.

    • Als ich noch (als freier Fachjournalist) für die IT-Presse schrieb und für das Fernsehen produzierte, habe ich diese Erbsenzählerei verachtet und mich voll auf den Nutzwert in der Praxis von Anwendern konzentriert. Über das, was ein Produkt alles „kann“ oder „hat“, habe ich mich lustig gemacht. Gefragt habe ich nur, was es „nützt“… – und dafür habe ich Belege geliefert.

  7. Ich habe derzeit das aktuelle Oneplus 6t Handy mit FHD+ Auflösung. „Von seit Jahren QHD+“ kann man also bei Oneplus nicht reden. Das gibt es einfach nicht …

  8. Da ist ein Fehler im Bericht, es gibt bislang kein Handy von OnePlus mit höherer Auflösung als Full-HD+. Schon gar nicht seit Jahren.

  9. „Flaggschiffe von LG, Samsung, OnePlus oder auch Sony besitzen schon seit Jahren eine QHD+-Auflösung.“

    Seit wann haben OnePlus Handys eine QHD Auflösung? 🤔

  10. 300 ppi mag bei Displays mit klassischer RGB-Matrix eine geeignete Orientierung für ein ausreichend scharfes Display sein, bei einem OLED-Display mit Pentile, wie es Huawei verbaut, kommt aber eine Pentile-Matrix mit weniger Subpixeln zum Einsatz. Diese Information fehlt mir hier leider völlig.

    Bei meinem Mate 10 Pro war mir die FullHD-Auflösung daher etwas zu niedrig, mich hat gerade bei feiner Schrift das für OLED typische „bunte Ausfransen“ schon ziemlich gestört. Bei meinem jetzigen Sony XZ3, ebenfalls OLED, aber 1440p, ist hier nichts zu erkennen.

  11. Was ich nicht verstehe:
           Hier wird auf „Display“ herum geklopft… – ich fand aber nirgends eine Erwähnung, welche Möglichkeiten der HUAWEI-Launcher aus Android heraus kitzelt.
          Freilich: Sich darüber zu verbreiten (und den Launcher mit denen anderer Marken zu vergleichen) verlangt intime Beschäftigungen und Kenntnisse. – Schon mal erlebt, was geschieht, wenn man bei neueren HUAWEIs mit dem Fingerknöchel ein seitenverkehrtes Fragezeichen auf das Display malt?

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