Huawei ohne Google: Das müssen Smartphone-Besitzer jetzt wissen

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Huawei P30 lite in der Farbe Peacock
Bildquelle: inside handy
Es ging ein Aufschrei durchs Netz als bekannt wurde, dass Google die Zusammenarbeit mit Huawei künftig einstellen wird. Kommende Huawei-Geräte werden somit keinen Zugriff auf vorinstallierte Android-Apps sowie auf Updates mehr haben. Und auch für Smartphones und Tablets, die bereits auf dem Markt sind, haben die Änderungen Folgen. Was Besitzer eines Huawei- oder Honor-Gerätes nun beachten müssen und welcher Lichtblick sich ankündigt, erklärt inside handy hier.

Die US-Regierung um Präsident Trump hat Huawei die Daumenschrauben angelegt. Wollen in den USA ansässige Unternehmen wie Google, Qualcomm oder Intel künftig Technologien an Huawei verkaufen oder mit dem chinesischen Unternehmen zusammenarbeiten, benötigen sie eine Lizenz. Diese wird die US-Regierung aufgrund der im Raum stehenden Spionage-Vorwürfe aber wohl kaum ausstellen. Aus diesem Grund hat Google beispielsweise bereits die Zusammenarbeit mit Huawei eingestellt. Die Nachricht über das drohende aus von Android sorgte für Erschrecken bei vielen Huawei- und Honor-Nutzern.

Huawei bekommt 90 Tage Schonfrist

Doch zunächst eine gute Nachricht: Die US-Regierung hat in der Nacht zum Dienstag bekannt gegeben, dass die Sanktionen gegen Huawei nicht sofort umgesetzt werden. Das chinesische Unternehmen hat somit eine Schonfrist bekommen. Innerhalb der nächsten 90 Tage dürfen amerikanische Unternehmen einige Geschäfte mit Huawei fortsetzen. Davon profitieren auch Besitzer eines Smartphones oder Tablets von Huawei und Honor, denn sie erhalten in dieser Zeit in vollem Umfang Android-Updates. Das betrifft nicht nur Sicherheitspatches, sondern auch größere Firmware-Updates.

Grund für den Aufschub könnte der Einsatz von Huawei-Technik in vielen Mobilfunk-Netzen sein. Hier braucht es eine gut durchdachte Regelung, wie nach der Schonfrist vorgegangen wird, damit die Netze nicht zum Erliegen kommen. Smartphone-Nutzer spielten bei der Entscheidung sicherlich nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch hat Huawei nun auch in diesem Bereich mehr Zeit, sich eine Lösung für das Problem zu überlegen. Die Schonfrist endet vorerst am 19. August 2019.

Was wird aus kommenden Smartphones von Huawei und Honor?

Heute stellt Honor in London das Honor 20 und Honor 20 Pro vor. Die Einschränkungen in der Nutzung des Android-Systems werden diese neuen Smartphones vermutlich noch nicht treffen, da zumindest das Honor 20 vor der Bekanntgabe der Sanktionen lizenziert wurde. Anders sieht es aber mit dem Huawei Mate 30 (Pro) aus, das im Oktober dieses Jahres erwartet wird. Es dürfte das erste große Huawei-Smartphone sein, das ohne vorinstallierte Android-Apps wie dem Play Store, YouTube oder Gmail auskommen muss.

Huawei hat in einem Statement bereits angekündigt, dass das Unternehmen nun mit Hochdruck an der Fertigstellung eines eigenen Systems arbeite. „Wir werden weiter daran arbeiten ein sicheres und zukunftsfähiges Software-Ecosystem zu entwickeln, um die bestmögliche Nutzererfahrung weltweit zu bieten“, heißt es vom Hersteller. Huawei arbeitet seit einiger Zeit an einem eigenen Betriebssystem, das nun zum Einsatz kommen könnte. Ob es aber so weit entwickelt ist, dass Huawei es bereits in wenigen Monaten auf Smartphones einsetzen kann, ist nicht bekannt.

Was können Huawei-Nutzer nun tun?

Für Besitzer eines Smartphones oder Tablets von Huawei oder Honor ändert sich aufgrund des gewährten Aufschubs erst einmal nichts. Innerhalb der nächsten drei Monate liefert der Hersteller wie gewohnt Updates aus – sowohl neue Sicherheitspatches als auch Firmware-Updates und App-Aktualisierungen.

Auch nach den drei Monaten behalten die Geräte ihren Zugriff auf die Google-Services. Google hat bereits bestätigt, dass Nutzer Google Play Protect in vollem Umfang weiter verwenden können. Somit wird Google für bereits existierende Huawei-Smartphones weiterhin Sicherheitsupdates ausrollen und auch Apps aktualisieren. Anders sieht es aber bei neuen Firmware-Versionen aus. Android 10 Q dürfte aufgrund der Einschränkungen nicht mehr auf den Geräten landen. Nutzer eines aktuellen Huawei P30 (Pro) oder eines anderen aktuellen Modells werden somit wohl auf die neue Android-Version verzichten müssen. Das ist besonders bitter, da Huawei seinen Nutzern eigentlich Updates über zwei Jahre verspricht – das Huawei P30 (Pro) hätte somit auch Android 11 R bekommen sollen.

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4 KOMMENTARE

  1. Oh je, an YouTube und Co. dachte ich noch gar nicht… Wie will Huawei das auffangen? Man kann nur hoffen, dass sich eine Petition oder so was finden lässt, die Google dazu bewegt sich um die Lizenzen zu kümmern.

  2. Da bin ich ja mal froh das ich nur Whats app auf dem Handy nutze und auch das nur weil alle anderen darüber schreiben müssen. Nur damit dürfte ich in meinen alter (24) eine ausnahme sein. 😀

  3. Wie ich die Chinesen einschätze werden Huawei, als auch andere chinesische, vielleicht sogar alle asiatischen Smartphone Produzenten, nach Ablauf der „Schonfrist“ ein eigenes Betriebssystem für ihre Geräte auf den Markt bringen. Google hatte eh schon viel zu lange die Alleinmacht in Sachen Android. Der Playstore ist doch eh versifft von geklonder Software. Auf eine Original Entwicklung kommen hunderte Klone.
    Ich glaube, das sich die USA mit dieser Entwicklung ein Eigentor schießen. Immerhin hat alleine China das fast 5-fache an Bewohnern aufzuweisen. Vom restlichen asiatischen Markt nicht zu reden. Wenn China den USA den Hahn zu dreht, wird das für die USA die größte Rezession nach sich ziehen, die jemals auf amerikanischem Boden wirksam wurde.
    Zudem hat China noch ettliche Schuldverschreibungen in Höhe von mehreren Billionen Dollars gegenüber den Amerikanern in der Hinterhand. Sollten diese auf den Weltmarkt kommen, verfällt der Dollar zur italienischen Lira.
    Das wäre es dann gewesen mit der amerikanischen Weltmacht.
    Trump sollte aufpassen, mit wem und was er sich anlegt.
    Die USA könnten schneller ohne Verbündete dastehen, als ihnen lieb ist. Deutschlands Arschkriecher mal ausgenommen.

  4. Ich bin mal gespannt wo das hin führt, was ist mit Facebook, Whatsapp, Youtube und andere? Darüber wird nicht oder noch nicht gesprochen.

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