Huawei lässt Mitarbeiter für verunglückten Neujahrsgruß per iPhone bestrafen

3 Minuten
Huawei Feuerstelle
Bildquelle: Hayo Lücke / inside handy
Zwei Mitarbeiter eines externen Dienstleisters von Huawei kommt der unbedachte Einsatz eines iPhones teuer zu stehen. Weil sie unter Zeitdruck einen Tweet über den Twitter-Account von Huawei per iPhone verschickten, verdienen sie zukünftig deutlich weniger.

Es gibt Meldungen aus der internationalen Mobilfunk-Szene, über die schüttelt man als Außenstehender teils amüsiert, teils verwundert den Kopf. Aus China schwappt eine solche Meldung nun nach Europa: Zwei externe Mitarbeiter wurden dafür bestraft, dass sie über den offiziellen Twitter-Account des Unternehmens eine Meldung verbreiteten. Problem: Den entsprechenden Tweet verbreiteten sie offenbar mit einem iPhone von Apple.

Eine Botschaft mit Folgen

„Happy #2019 from all of us at Huawei„, lautete die an sich gut gemeinte Grußbotschaft des Social-Media-Teams von Huawei. Sie wurde zu später Stunde am 31. Dezember kurz vor dem Jahreswechsel öffentlich gemacht und hätte vermutlich zu keinen Problemen geführt. Wenn, ja wenn da nicht dieser eine kleine Zusatz gewesen wäre, der unter dem Gruß zu finden war: „via Twitter for iPhone“. Mit anderen Worten: Der Tweet wurde mit einem iPhone über die offizielle Twitter-App abgesetzt. Inzwischen ist der Original-Tweet nicht mehr über den Twitter-Account von Huawei zu finden. Er wurde entsprechend ersetzt.

Dass ein Tweet von einem iPhone im eigenen Social-Media-Account bei den Führungskräften von Huawei alles andere als gerne gesehen wurde, ist noch verständlich. Dass die beiden zuständigen Mitarbeiter nun aber mit einer empfindlichen Strafe belegt wurden, stößt international auf weniger Verständnis. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass eine interne Untersuchung eingeleitet worden sei. In einem internen Memo vom 3. Januar poltere die Kommunikationschefin Chen Lifang, die auch Teil des Huawei-Vorstands ist, der „Zwischenfall“ habe „Schaden an der Marke Huawei angerichtet.“ Wie genau dieser „Schaden“ messbar ist? Unklar.

Und doch gibt es drastische Folgen: Zwei zuständige Mitarbeiter wurden dem Vernehmen nach degradiert. Und das hat für beide vor allem finanzielle Folgen: Sie sollen zukünftig pro Monat 5.000 Yuan weniger verdienen. Das wären knapp 650 Euro weniger, was mit Blick auf die Gehälter in China als durchaus überzogen verstanden werden dürfte.

Und so kam es zum Neujahrsgruß-Unfall

Übermittelt ist über den von Reuters einsehbaren internen Bericht übrigens auch, wie es zu dem Fehler kommen konnte. Der für Huawei tätige Social-Media-Dienstleister Sapient habe vor VPN-Problemen beim Zugang zu Twitter über einen festinstallierten Computer gestanden. Weil in China der Zugang zu westlichen sozialen Netzwerken blockiert ist, umgehen viele Personen und Unternehmen diese Sperre mit Hilfe eines VPN-Clients. Die Nutzung eines VPN-Tunnels habe bei den für den Huawei-Neujahrsgruß zuständigen Mitarbeitern per PC aber nicht geklappt. Deswegen wichen sie auf ein iPhone aus, um den Neujahrsgruß pünktlich absetzen zu können. Das hätten sie wohl besser nicht tun sollen, aber hinterher ist man immer schlauer… 

Deine Technik. Deine Meinung.

1 KOMMENTAR

  1. Auf dem ersten Blick eine völlig überzogene Reaktion, die erst im Lichte des geisteskranken Rumgewichses der Trumpregierung verständlich wird. Würden mir vom Oberdatensammler permanent unlautete Absichten unterstellt und mit offener Feindschaft begegnet werden, würde ich auch sehr harsch reagieren wenn zwei Idioten aus der Managementebene es nicht schaffen einen Tweet anders als mit der Plattform meines Angreifers kundzutun. Im frühen China wäre das zu keiner Nachricht geworden, da wären die beiden am nächsten Tag einfach Nichte mehr auffindbar gewesen.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL