USA rudern zurück: Huawei bleibt auf der schwarzen Liste

3 Minuten
Huawei-Logo auf Scheibe
Keine Entwarnung: Nachdem US-Präsident Donald Trump erst ein Ende des Embargos gegen Huawei in Aussicht stellte, rudert man nun wieder zurück. Es werde eine „zeitlich begrenzte Lockerung“ der Einschränkungen geben, so ein Wirtschaftsberater des Weißen Hauses. So möchte die US-Regierung Lizenzen an Unternehmen ausgeben.

Ende Juni schien der Handelsstreit zwischen den USA und dem chinesischen Telekommunikationshersteller Huawei einem Ende entgegenzugehen. Am Rande des G20-Gipfels in Osaka, Japan, hatten sich der Präsident der USA, Donald Trump, und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auf eine Abrüstung im Handelskrieg geeinigt. Es habe demnach ein Gespräch gegeben, in dem unter anderem auch der Lieferstopp von US-Waren an den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei erörtert wurden. Das Ergebnis: Google und Co. dürfen Huawei weiter beliefern.

Seit dieser Ankündigung hat sich aber nicht viel getan. Huawei gab zwischenzeitlich bekannt, dass man auf eine offizielle Stellungnahme der USA zu dem Thema warte. Bisher sei aber noch nichts geschehen, dass einer Aufhebung des US-Banns gleichkomme. Und wie es scheint, wird das auch nicht passieren. So berichtet die Nachrichten Agentur Reuters, dass die Trump-Regierung nicht vorhat, Huawei von seiner schwarzen Liste (auch Entity List genannt) zu streichen. Dies bestätigte Handelssekretär Wilbur Ross am Dienstag auf einer Konferenz in Washington.

USA: Huawei soll mit temporären Lizenzen geholfen werden

Man möchte jedoch, so Ross, Lizenzen für Unternehmen ausgeben, die mit Huawei Geschäfte machen wollen. Die Voraussetzung für eine solche Erlaubnis sei es, dass es beim Handel keine Sicherheitsbedenken gibt. Damit will man dem Wunsch der US-Unternehmen nachkommen, die sich dafür eingesetzt haben, weltweit erhältliche Komponenten weiterhin an Huawei verkaufen zu dürfen. Viele Experten sehen den Plan der US-Regierung kritisch: Die Aussage seien zu „unklar und schwammig“, um für Planungssicherheit zu sorgen. „Was genau eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA ist, wird nicht eindeutig definiert“, zitiert Reuters einen Anwalt.

Wie es scheint, sollen die Lizenzen auch nur für eine bestimmte Zeit ausgegeben oder gültig sein. Der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kuldow, bestätigte auf einem Event, dass man die Einschränkungen bezüglich weitverbreiteter Artikel lockere. Diese Öffnung „sei jedoch nur für eine beschränkte Zeit“ geplant. Wie lange diese Erleichterung des Embargos dauert, sagte er nicht. Er bestätigte jedoch, dass keine Lockerung im 5G-Bereich geben werde. Ein weiterer Beamter der US-Regierung gab derweil bekannt, man wolle „hoffentlich bald“ eine Entscheidung bezüglich der Lizenzen fällen.

Deine Technik. Deine Meinung.

6 KOMMENTARE

  1. Seit dem Überfall auf den Irak boykottiere ich USA Produkte aus dem Bereich Technologie und Textilien. Seit einigen Wochen auch Bücher und Musik. Aufgrund dieser Neuigkeiten werde ich Facebook und Co. entfernen. Amerika verschwindet aus meinem Leben !!!!!!!

  2. nur ne frage der zeit bis asia n ersatz für google erfindet und googl ist selber schuld mit ihrer nimmasatten USpolitik! Auf eu is sowieso geschissen, die kriegen eh nix zustande außßer sich selbst immer mehr einzuschränken!

  3. Hab eh kein Produkt aus USA, kein Facebook, Twitter usw. Schreibe dies auf Huawei. Genetisch veränderte Nahrungsmittel, Ford F 150, Bier ohne Reinheitsgebot. Und ne Regierung die schlau ist wie ein Knäckebrot.

  4. Sicherheitsbedenken gegenüber den Chinesen? Welche sollen das sein? Meine Sicherheit sehe ich eher von den Amerikanern bedroht. Stichwort Facebook, WhatsApp, Google, etc. Unsere Kanzlerin wurde übrigens nicht von Chinesen abgehört. Und dass die Chinesen selbst Hochtechnologie entwickeln können, haben sie mehr als bewiesen.

  5. Was sollte Huawei eigentlich der US-Markt jucken? Die Amis rennen doch zu 98% mit ihren schicken, stolzen Apple-Smartphones rum, die abgesehen von der Gesichtserkennung noch auf 2016er-Technik setzt und dabei 3 mal so teuer ist. Allein in Einwohnerzahl passt die USA 10 mal in China, und andere (ehemals) kommunistisch eingestellte Staaten setzen auf China-Technologie. Und das sind immerhin ebenfalls Einwohnerstarke Staaten wie Russland oder Pakistan. Trump wird zwangsläufig scheitern.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL