Harry Potter: Wizards Unite bleibt hinter den Erwartungen zurück

3 Minuten
Die Erwartungen waren hoch an das neue Werk von Niantic. Nun gibt es erste Daten zum Start von „Harry Potter: Wizards Unite“. Und die legen nahe, dass der Entwickler den Erfolg des weltweiten Hits „Pokémon Go“ nicht annähernd reproduzieren konnte. Ist das Spiel also eine Enttäuschung?

Zugegeben: Das neue Mobile Game von Entwickler Niantic hatte es von Anfang an schwer, aus dem Schatten des riesigen Vorgängers namens „Pokémon Go“ zu treten. Als der Titel 2016 erschien, sorgte er für einen weltweiten Hype. Trotz der starken Marke hinter „Harry Potter: Wizards Unite“ war die anfängliche Begeisterung vor allem auf Potterheads (die Fangemeinde von Harry Potter) beschränkt.

Laut einer Analyse der Marketing-Firma Sensor Tower wurde das Spiel mittlerweile 6,5 Millionen Mal heruntergeladen. Diese Nutzer gaben voraussichtlich rund 3 Millionen US-Dollar über den Ingame-Shop des Titels aus. Der Löwenanteil der Einnahmen stammt dabei nicht aus dem Heimatland der Zauberer, sondern aus den USA. Dort wurden rund 72 Prozent der Umsätze generiert. Das entspricht rund 2,2 Millionen US-Dollar. Der Download-Anteil der USA liegt mit 2,1 Millionen bei 33 Prozent. Zum Vergleich wertet Sensor Tower auch die Ergebnisse von „Harry Potter: Wizards Unite“ in Großbritannien aus. Dort wurde das Spiel 520.000 Mal installiert und nahm 180.000 US-Dollar ein. Das entspricht 8 Prozent und 6 Prozent der Gesamtheit.

Pokémon Go war erfolgreicher als Harry Potter: Wizards Unite

In den Charts konnte sich „Harry Potter: Wizards Unite“ nur zeitweise an der Spitzenposition festsetzen. Zwar erreichte das Mobile Game in 31 Ländern den ersten Platz im App Store. Davon sind aber nur noch sieben Spitzenpositionen aktuelle. In Großbritannien liegt es auf Platz 3 und in den USA auf Platz 7. In die Top 5 der einnahmestärksten Titel schaffte es das Spiel nur in Finnland.

Zum Vergleich zieht Sensor Tower den Start von „Pokémon Go“ aus dem Jahr 2016 heran. Das Spiel von Niantic und Nintendo nahm in der ersten Woche 58 Millionen US-Dollar ein bei einer Download-Zahl von 38,5 Millionen. Zu diesem Zeitpunkt war das Mobile Game aber nur auf fünf Märkten weltweit verfügbar. „Harry Potter: Wizards Unite“ ist aktuell schon fast weltweit spielbar. Im Durchschnitt gaben Spieler von „Pokémon Go“ 2016 1,50 US-Dollar aus, während es bei Wizards Unite nur 0,50 US-Dollar sind.

Dennoch geht die Analyse-Firma davon aus, dass „Harry Potter: Wizards Unite“ im ersten Monat 10 Millionen US-Dollar einnehmen wird. Zudem könnte sich die Monetarisierung des Titels noch einmal steigern, sobald Niantic Ingame-Events startet.

Legt „Harry Potter: Wizards Unite“ einen schlechten Start hin? Nein, auf keinen Fall. Denn Umsätze von 3,5 Millionen US-Dollar in der ersten Woche und möglicherweise 10 Millionen US-Dollar im ersten Monat sind für sich genommen ein guter Anfang. Erst der Vergleich mit „Pokémon Go“ sorgt dafür, dass die Zahlen gerade zu mickrig wirken.

Dass „Harry Potter: Wizards Unite“ nicht die gleiche Popularität erreicht, verwundert nicht. Zu spitz ist die Zielgruppe, obwohl die Welt von Harry Potter ein riesiges Franchise ist - auch im Vergleich zu den Pokémon. Aber: Jeder Pokémon-Fan ist Gamer, bei Harry Potter scheint der Prozentsatz nicht so hoch zu sein. Darüber hinaus wird die Nische der sogenannten Location-based Games wird ja schon von Niantics weltweitem Hit belegt.

Entscheidend ist daher, ob es die Entwickler schaffen, den Erfolg der App dauerhaft sicherzustellen. Wenn das Spiel nach der ersten Welle nur noch vor sich hinsiecht, darf es zurecht als Misserfolg gelten. Für dieses Urteil ist es jetzt aber noch zu früh.

Quellen:

Packstation von DHL

DHL macht bei der Packstation das Smartphone zur Pflicht

Wer in der analogen Welt DHL-Pakete über die Packstation empfangen möchte, ist schon bald dazu gezwungen, eine App von DHL auf seinem Smartphone zu installieren. Ohne die Anwendung gibt es keine Pakete. Nur für Bestandskunden gibt es derweil eine rudimentäre Alternative.
David Gillengerten
David liebt Technik - insbesondere Games jeglicher Art. Seit 2017 ist er als Redakteur bei inside handy an Bord, davor auch schon als Freier Mitarbeiter. Sein Weg in den Handy-Markt hat ihn über sein liebstes Hobby, die Games-Branche, geführt. Entsprechend beschäftigt er sich auch bei inside handy viel mit Spielen, aber produziert auch die Videos für inside handy, in denen er gerne mal in andere Rollen schlüpft. Seine Lieblingsrolle: Business-Dave. David ist gebürtiger Rheinländer, der im Herzen aber gerne ein Brite gewesen wäre.

Deine Technik. Deine Meinung.

5 KOMMENTARE

  1. Leider ist Pokemon Go nicht das Erstlingswerk. Dieses ist Ingress und dort kommt auch die komplette Basis für Pokemon Go und Harry Potter her.. das ganze Netzwerk wurde von Ingress Spielern angelegt und wird auch weiterhin von diesen Bewertet und freigegeben….

    nur mal so ma Rande..

    • Hallo Felix, stimmt, Ingress war das Erstlingswerk und die Grundlage! Die Formulierung im Teaser ist nicht richtig, ändere das um.

      Danke für den Hinweis und viele Grüße aus der Redaktion

  2. Vorallem muss Niantic hier schnell nachbessern! Die Übergangs- und Ladesequenzen im Spiel sind viel zu langsam. Von Pokemon Go ist man hier wesentlisch schnelleres gewohnt. Und gleich Ressourcen (wohl v.a. Animationen) von über 2 GB einzubauen ist happig und leider besonders für die Kids eine gemeine Falle. Das Volumen wird nach und nach gezogen – und schwupps ist das Monatsvolumen weg. Da ist auch der Ärger mit den Eltern vorprogrammiert. Ist man aber so schlau im WLAN die Ressourcen vorab zu holen, muss man mehr als 3 GB Gerätespeicher freihaben. Hat man Platz gemacht und die ca. 2700 Dateien unten und versucht sie auf die SD-Karte zu verschieben schaut man auch blöd, denn da wird fast nix freigemacht. Niantics Produktmanager haben schlechte Kundenanalyse gemacht: Zielgruppe sind hier auch die Kids mit schwachen Handsy und kleinem Budget – ausgerechnet denen baut man Kostenfallen und Speicherfresser. Ganz schnell verschlanken: Weniger Datenverbrauch, weniger Platzbedarf und alles einfach etwas flotter. Da sollte man einfach mal auf den letzten Schnörkel verzichten und dafür echtes Spielerleben möglich machen. Denn das kann es bieten und ist daher es ein tolles Spiel!

  3. Im Kommentar ist das Erdtlinfswert immer noch falsch.

    Und das Spiel ist deswegen so wenig erfolgreich im Vergleich zu Pokémon GO und Ingress, da das Spiel auf den Land wegen mangelnder POIs unspielbar ist, für Energie geht aus wehen fehlender Gasthäuser und nen kann hat nicht mehr machen, da das Energiesystem nicht nur nicht zu einem ARG passt auch noch da es ohne Regeneration über Zeit mangelhaft umgesetzt wurde.

    Ingress ist immer noch erfolgreich, da Niantic es selbst entwickelt.
    Pokémon GO ist erfolgreich, da sich Nintendo nicht in die Entwicklung des UI eingemischt hat.
    Und bei Harry Potter ist wohl alles von WB außer den POIs wie man an der völlig überladenen UI und dem völlig überladenen Client und dem mangelhaften Energiesystem erkennt. Das gab’s schon in Jurassic World Our World und wahrscheinlich wird es dieses auch in MIB International geben.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL