Handynummer ohne SIM jetzt auch für Android: Das steckt dahinter

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Mann telefoniert mit Handy
Bildquelle: Telefónica Deutschland
Wer in Deutschland eine Handynummer nutzten will, braucht eine SIM-Karte. Eigentlich. Sipgate bietet mit dem Produkt satellite eine Alternative – und das jetzt auch für Android. Doch was steckt eigentlich dahinter und wie funktioniert Mobilfunk ohne Mobilfunknetz?

Das Ziel von sipgate satellite: Es soll die Nutzer unabhängig von Providern machen. iPhone-Kunden konnten den Dienst schon länger nutzen, jetzt steht er auch für Android zur Verfügung und damit faktisch für alle Smartphones auf dem Markt. Denn sipgate satellite ist – anders als der Name vermuten lässt – eine kostenlose App.

satellite – Handy in der App
satellite – Handy in der App
Entwickler: sipgate GmbH
Preis: Kostenlos+
satellite – weltweit mobil telefonieren
satellite – weltweit mobil telefonieren
Entwickler: sipgate
Preis: Kostenlos

Sipgate satellite soll sich, anders als reine VoIP-Telefonie-Apps, über eine besonders tiefe Integration in das Smartphone auszeichnen. Das Ziel: Die Nutzung von satellite soll sich genau wie die jeweilige Systemtelefonie anfühlen. Auch spezifische Eigenheiten in der Nutzerführung wurden berücksichtigt, heißt es von sipgate.

Die kostenlose App biete alle Funktionen, um satellite dauerhaft als alternative Mobilfunklösung nutzen zu können. Die Handynummer hat die Vorwahl 01567, allerdings können auch bestehende Rufnummern mitgebracht werden. Ein weiterer wichtiger Unterschied zu anderen Telefon-Apps: sipgate satellite soll deutlich weniger Akku verbrauchen, da es nicht dauerhaft geöffnet sein muss.

Reine Daten-SIM soll künftig ausreichen

Der Anspruch von satellite ist es, eine vollwertige Alternative zu den Mobilfunkverträgen der etablierten Anbieter zu werden. Im ersten Schritt ist sipgate satellite jedoch erst einmal nicht viel mehr, als eine VoIP-Software mit einer Handynummer. Zum Telefonieren braucht der Nutzer Internet. Das bekommt er per Mobilfunk – allerdings nicht über sipgate satellite. Auch der Einsatz von WLAN ist natürlich möglich. Die Trennung von Mobilfunknummer und SIM-Karte soll künftig weitere Funktionen ermöglichen. Als Beispiele nennt der Anbieter ortsbasierte Weiterleitungsregeln, systemübergreifende Konferenzgespräche oder parallele Nutzung auf Desktop und mobilen Geräten.

Flatrate für unter 5 Euro

In der kostenlosen Basisversion von sipgate satellite sind 100 Freiminuten im Monat enthalten. satellite Plus bietet unbegrenzte Telefonie und kostet 4,99 Euro pro Monat. Hier gibt es aktuell noch keine Freischaltung für Android – sie soll aber bald kommen.

Auch mit der Basisversion ist man weltweit erreichbar und kann in die Mobilfunk-/Festnetze von Deutschland und 54 weiteren Ländern telefonieren. Die Kosten entsprechen denen für innerdeutsche Telefonate.

Unterm Strich bekommt der satellite-Nutzer also für 5 Euro monatliche eine Flatrate in 55 Länder, braucht aber weiterhin eine SIM-Karte für die Datenverbindung. Allerdings kann er sich hier theoretisch auf eine reine Daten-Tarife konzentrieren, die Telefonie erfolgt dann über sipgate satellite. Allerdings funktioniert das nur so lange, wie das Mobilfunknetz auch entsprechend gut ausgebaut ist.

Bildquellen:

  • Mobil telefonieren: Telefónica Deutschland
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Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 bei inside handy als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht, schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen, der schon seit vielen Jahren Bayern München die Treue hält, angetan.

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