Neue Regelung: Google zwingt Android-Hersteller zu Sicherheitsupdates

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Googles Betriebssystem Android wird weltweit am meisten auf Smartphones genutzt. Grund dafür ist, dass Hersteller sich ohne Hindernisse an dem System bedienen und auf ihrem eigenen Produkt installieren können. Das Problem ist allerdings auch, dass viele Hersteller keinen Wert auf Sicherheitsupdates legen. Das will Google nun nachhaltig ändern.

Google arbeitet in den vergangenen Wochen stark an seinem Betriebssystem Android. Und das nicht im Hinblick auf neue Funktionen, sondern vielmehr am Geschäftsmodell. Zur Stunde berichtet das Technikmagazin The Verge unter Berufung auf ein internes Google-Dokument, dass der Suchmaschinenriese Hersteller künftig zu Sicherheits-Updates zwingen will.

Denn die Sicherheit kommt bei vielen Herstellern, die Android-Smartphones anbieten, zu kurz. Viele Produkte hinken bei den Updates hinterher und haben teils mehrere Monate alte Sicherheitspatches installiert. Google will dieses Verfahren unterbinden und vertraglich regeln, dass Hersteller der Gerätesicherheit regelmäßig nachkommen. In dem vorliegenden Dokument geht es beispielhaft um einen Hersteller, der jedoch nicht öffentlich genannt wird.

Tipp: Google ändert das Android-Geschäftsmodell

Konditionen genauestens festgelegt

Wie dem Vertrag zu entnehmen ist, verlangt Google im ersten Jahr nach der Veröffentlichung des Smartphones, dass der jeweilige Hersteller vier oder mehr Sicherheitsupdates zur Verfügung stellt. Gleiches gilt für das zweite Jahr. Generell ist der O-Ton jedoch, dass Smartphones immer am Ende eines Monats oder alle 90 Tage von Schwachstellen befreit werden müssen.

Die neue Regelung soll für sämtliche Android-Smartphones gelten, die nach dem 31. Juli 2018 auf den Markt kam. Darüber hinaus müssen mehr als 100.000 Nutzer das Gerät nutzen. Sollten Hersteller vertragswidrig handeln, droht Google damit, künftige Android-Smartphones nicht mehr zu genehmigen. Die Konsequenz daraus wäre, dass Hersteller ihre Handys dann nicht mehr mit Android veröffentlichen könnten.

Reaktion auf EU-Strafe

Die neue Regelung ist eine von mehreren Reaktionen auf die harten Strafen der EU-Kommission gegenüber Google. Unklar ist, ob Google die vertraglich festgelegten Sicherheitsupdates auf den weltweiten Markt beziehungsweise sämtliche Android-Hersteller ausgeweitet hat.

Kürzlich änderte das US-Unternehmen ebenfalls das Geschäftsmodell von Android innerhalb der EU. Demnach sollen Hersteller künftig Gebühren für die Nutzung von Googles hauseigenen Diensten zahlen müssen. Darüber hinaus soll Google auch eine Strafe in Höhe von 40 US-Dollar pro Gerät erheben, wenn Hersteller eigene Apps anstelle der des Suchmaschinenriesen nutzen wollen.

Quellen:

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Simone liebt Technik und kann sich heute immer noch für ein Smartphone mit mechanischer QWERTZ-Tastatur begeistern. Wenn sie nicht gerade mit David vor der Kamera steht, im Schnittraum sitzt oder Handys miteinander vergleicht, studiert die gebürtige Aachenerin in Bonn Komparatistik - und vergleicht Bücher. Neben ihrer Leidenschaft für Literatur ist Simone ein Bonvivant. Reicht man ihr leckeren Wein und ein paar Tapas, kann man ihr hin und wieder ein paar Sätze auf Spanisch entlocken. Sollte Simone jemand oder etwas auf die Palme bringen - was in etwa einmal pro Dekade passiert - bleibt sie nur kurz oben sitzen. Und lächelt dabei auch schon wieder.

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1 KOMMENTAR

  1. „Die Konsequenz daraus wäre, dass Hersteller ihre Handys dann nicht mehr mit Android veröffentlichen könnten.“

    Diese Aussage ist falsch, da Android freie Software ist und auch bleiben wird, da die Grundlage von Android Linux ist.
    Allerdings kann die Nutzung des Google-Ökosystems verweigert werden. Dazu gehören u.a. die Play-Dienste, Play-Store, usw. Die sind nicht frei. Und das wäre für die Smartphonehersteller ein wirkliches Problem.

    Insofern ist der Ansatz von Google zu begrüßen.

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