"Sonnenuntergang": Google beerdigt Google+

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Google+ auf einem Handy
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy
Ein Sonnenuntergang. Dieses Bild verwendet Google, um die Öffentlichkeit über ein Sicherheitsleck zu informieren, in dessen Folge nun das soziale Netzwerk Google+ eingestellt wird. Bis August 2019 haben Nutzer noch Zeit, ihre Accounts abzuwickeln, danach ist Google+ für private Nutzer wenig erfolgreiche Geschichte.

Bereits seit März 2018 hatte Google Kenntnis über eine Sicherheitslücke, die insgesamt eine halbe Million Konten betraf. Das Leck bestand demnach bereits seit 2015. Konkretes Ausnutzen dieser Lücke konnte in den drei Jahren nicht bestätigt, aber auch nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund schließt Google das Netzwerk Google+ für private Nutzer. Stichtag für den „sunset„: 31. August 2019.

Google+: Soziales Netzwerk, nie beliebt

Im Sommer 2011 ging Google+ an den Start. Auf das anfangs schnelle Wachstum konnte auch Google nichts Zählbares aufbauen. Bereits 2014 war Google+ dem Tod geweiht: Das Netzwerk bestand weiter, wurde aber nicht mehr eng mit anderen Google-Diensten verknüpft und fristete ein von nun an ein Schattendasein.

Im nun verkündeten Todesurteil für Google+ wird einmal mehr unterstrichen, dass die Plattform keinen richtigen Anklang gefunden hat: Grundsätzlich werde Google+ fast nur von Unternehmen, nicht aber von privaten Nutzern besucht. Die Interaktionsraten seien niedrig und 90 Prozent der registrierten Interaktionen dauerten weniger als fünf Sekunden.

Project Strobe: So gefährlich ist die Sicherheitslücke

In diesem Kontext klingt die eingangs erwähnte Datenschutzlücke fast nach einem willkommenen Todesstoß. So wie Google die Lücke darstellt, war die Gefahr der Datenspionage Unbefugter allerdings durchaus real. Entdeckt und behoben wurde die Lücke im März 2018 von der einberufenen Arbeitsgruppe Project Strobe.

Dank einer Drittanbieter-API, also einer Schnittstelle, durch die sich Anbieter anderer Anwendungen mit Google-Diensten verbinden können, hätten diese Anbieter Zugriff auf Profildaten und sogar Anruflisten und SMS-Daten von infizierten Endgeräten erhalten können. Insgesamt boten 483 Apps diese Schnittstelle an. Google+ hätte bei Datenspionage durch diese Lücke als Brücke fungiert: Nicht nur Daten des Nutzers selbst waren in Gefahr, sondern auch die seiner Kontakte.

Google beteuert, dass es keine Anzeigen dafür gebe, dass die Sicherheitslücke tatsächlich ausgenutzt wurde. Allerdings konnte dieser Fall auch nicht ausgeschlossen werden.

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1 KOMMENTAR

  1. Wie soll ich nur genug Menschen erreichen um zu beweisen wie super und sicher man Google + machen kann Ich weiß nicht weiter Echt jetzt Ich kenne Menschen schon Jahre lang auf Google + Aber das ihr euch mal mit Linux Mint beschäftigt statt mit euren dummen Smartphones ,das fiele ja niemanden ein Und ich weiß auch nicht wie ich da Google kontaktieren könnte Um zu beweisen wie einfach alles wäre Schade

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