Google schneidet Huawei von Android ab - mit Folgen für Handy-Nutzer

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Huawei-Logo vor Lichterwand.
Bildquelle: Huawei
Harter Schlag gegen Huawei: Die Regierung rund um US-Präsident Donald Trump hat in der vergangenen Woche den nationalen Notstand in der Telekommunikation erlassen. Somit ist es künftig leichter, gegen Unternehmen vorzugehen, die ihren Sitz nicht in den USA haben. Das spürt auch Huawei. Google hat angekündigt, die Geschäfte mit dem chinesischen Unternehmen vorerst einzustellen. Für Huawei, die stark auf Android setzen, hat das empfindliche Konsequenzen.

Huawei sowie die Untermarke Honor setzen bei ihren Smartphones und Tablets seit Jahren auf Googles Betriebssystem Android. Doch einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge bringt genau dies die chinesischen Unternehmen nun in Bedrängnis. Google hat die Geschäftsbeziehungen mit Huawei vorläufig auf Eis gelegt, was bedeutet, dass Huawei – und somit auch Honor – mit sofortiger Wirkung den Zugriff auf Android-Updates verliert. Zudem werden neue Smartphones wie das im Herbst erwartete Huawei Mate 30 (Pro) wohl nicht mehr mit vorinstallierten Anwendungen wie dem Google Play Store, Gmail, YouTube und anderen Google-Apps kommen. Android ist zwar ein Open-Source-Programm, doch berechnet Google Herstellern für die Verwendung der ab Werk installierten Apps eine Lizenzgebühr.

Was bedeuten die Einschränkungen für Huawei-Nutzer?

Aufgrund der Änderungen erhalten Besitzer eines Smartphones von Huawei oder Honor erst einmal keine größeren Android-Updates mehr. Allerdings haben sie weiterhin Zugriff auf den Google Play Store und auf Sicherheitsupdates. Wie Google über Twitter bestätigte, soll Google Play Protect auf allen existierenden Geräten vorerst weiter laufen wie gewohnt. Das bedeutet im Klartext: Huawei-Nutzer können weiterhin ihre Apps über den Play Store aktualisieren sowie neue Anwendungen herunter laden.

Google spricht in seinem Tweet nur von Modellen, die bereits auf dem Markt sind. Kommende Geräte sind womöglich also anders aufgestellt. Hier ist es wahrscheinlich, dass sie ab Werk keinen direkten Zugang auf den Google Play Store und andere Google-Apps erhalten. Aus diesem Grund ist Huawei derzeit unter Hochdruck dabei, die Sachlage zu prüfen. Das Unternehmen arbeitet für Notfälle wie diese bereits seit Jahren an alternativen Lösungen. So auch an einem alternativen und von Google unabhängigen Betriebssystem. Ob dies allerdings eine kurzfristig einsetzbare Lösung sein kann, ist fraglich.

Das sagt Huawei zur Android-Sperre

Neben Google hat sich auch Huawei mittlerweile zu den aktuellen Ereignissen geäußert. Und wie Google geht der Hersteller in seinem Statement nur auf Modelle ein, die bereits offiziell vorgestellt sind.

„HUAWEI hat weltweit bedeutende Beiträge zur Entwicklung und zum Wachstum von Android geleistet. Wir haben als einer der globalen Key-Partner von Android eng mit ihrer Open Source Plattform gearbeitet, um ein Ecosystem zu entwickeln, von dem sowohl die Nutzer als auch die Industrie profitieren.
HUAWEI wird weiterhin Sicherheitsupdates und Services für alle bestehenden HUAWEI und Honor Smartphones sowie Tablets zur Verfügung stellen. Das betrifft verkaufte und lagerhaltige Geräte weltweit.
Wir werden weiter daran arbeiten ein sicheres und zukunftsfähiges Software-Ecosystem zu entwickeln, um die bestmögliche Nutzererfahrung weltweit zu bieten.“

Handelskrieg mit China verschärft sich

Google hat die Entscheidung, die Geschäfte mit Huawei vorerst einzustellen, nicht selbstständig getroffen. Vielmehr muss sich der US-Konzern an die Vorgaben der US-Regierung halten. Diese hat einige ausländische Unternehmen, darunter Huawei, auf die schwarze Liste gesetzt. Der Grund sind Sicherheitsbedenken und Spionagevorwürfe.

Auch andere US-amerikanische Unternehmen wie Intel und Qualcomm haben bereits angekündigt, Huawei vorerst keine kritische Software und Komponenten mehr zu liefern. Damit spitzt sich der Handelskrieg zwischen den USA und China weiter zu.

 

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  • Huawei Logo: Huawei
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Rita liebt Technik, besonders wenn diese aus der Welt der Smartphones stammt. Seit 2009 berichtet sie als Journalistin aus diesem Kosmos - seit 2019 für inside handy. Dabei hat die gebürtige Berlinerin aber auch Spaß an anderen Themen wie Tarifen, Smart Home oder Zubehör. Wenn sie nicht gerade die aktuellsten Handys testet oder Tarife auf den Prüfstand stellt, taucht sie gerne ab - und das ist wörtlich zu nehmen. Denn ihre Urlaubsziele müssen vor allem eins haben: tolle Tauchgebiete. Und wenn gerade kein Urlaub ist, dann tut es in der Freizeit auch ein gutes Buch, ein guter Drink oder ein Treffen mit Freunden, um von der Arbeit abschalten zu können.

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8 KOMMENTARE

  1. Hier zeigt sich, dass es für Smartphones eine offene Alternative wie Linux für Desktops braucht. Auch wenn die Bedenken gegen Huawei eventuell berechtigt sein mögen, ist es doch erschreckend, wie einer Firma mal eben so völlig willkürlich eine elementare Grundlage für ihr wirtschaftliches Handeln extrem eingeschränkt werden kann.

  2. Gibt es keine gewaltfreien, legalen Mittel, SO einen US-Präsidenten abzusägen?
    Der Typ ist doch fertig, ein Wirtschaftsunternehmen weltweit in die Krise zu stürzen, nur weil es aus Asien kommt. hoffentlich gehen die 18 Monate Amtszeit schnell um und mehr KLUGE Amerikaner gehen zur Wahl. Damit SO EINER nicht mehr passiert….

  3. Wieder einmal zeigt sich wie willkürlich von den USA Staaten oder eben auch Firmen zum Feind erklärt werden, wenn sich die USA wirtschaftlich bedroht fühlen. Vielleicht ist es das letzte Mal das ich mit meiner Google Mailadresse signiere. Es gibt ja zum Glück auch deutsche Alternativen.

  4. Als Konsequenz werde ich weder amerikanische Software noch Hardware verwenden.
    Ich werde zu Alternativen Betriebssystemen wechseln. Sailfish jolla z.b. oder Webos.

  5. Keine Teile mehr liefern an Apple! Sollen sie zusehen, wie und wo sie ihren Yankee Schrott zusammenzimmern lassen! Ich bin beileibe kein Fan der chinesischen (Wirtschaft-)Politik, aber das Orange Hair Monster ist auch nicht besser! Wie „moralisch“ diese Gauner sind, sieht man an Monsanto! Diese Schwerkriminellen haben es geschafft, aus ihren Machenschaften noch massiv Kapital zu schlagen und ne mega dämliche deutsche Firma gefunden, die diese Scheiße kauften und jetzt prozesstechnisch bluten müssen! Kriminelle Kapitalisten, mehr kann man dazu nicht sagen!

  6. Und wie sieht es mit Apps aus? WhatsApp und Co sollen auch wegfallen. Somit wohl auch andere Apps die aus der USA kommen. Das heißt für mich mein Huawei wird so gut wie unbrauchbar.

  7. Um ehrlich zu sein, geht mir die ganze Politik, das Machtgehabe, die Manipulationen und das Mundtot machen gehörig auf die Nerven

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