Gigaset: Smartphones spielen weniger Geld in die Kassen

3 Minuten
Gigaset GS160
Bildquelle: Gigaset
Gigaset ist mit großen Zielen auf dem Smartphone-Markt durchgestartet. Nachdem es mit Highend-Modellen nicht so recht klappen sollte, probiert man es nun mit Einsteiger-Smartphones. Doch der heiße Sommer machte dem Geschäft einen Strich durch die Rechnung.

Viel ist von deutschen Smartphone-Herstellern nicht mehr übrig geblieben. Siemens: Geschichte. Bosch: ebenso verschwunden. Neben dem eher unbekannten Hersteller Shift, der den Fokus vor allem auf Nachhaltigkeit legt, ist noch Gigaset geblieben. Doch auch dort läuft es im Smartphone-Segment nicht gerade rund. Das geht aus den neu vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Jahres hervor.

Gigaset will Smartphone-Geschäft ausbauen

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres machte Gigaset nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von 168,7 Millionen Euro. Das waren 10,2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Am stärksten waren die Umsatzrückgänge im klassischen Geschäft mit DECT-Telefon, das Gigaset einst groß gemacht hat. Hier reduzierte sich der Umsatz um 16 Prozent auf 118,2 Millionen Euro. Ebenfalls rückläufig war der Umsatz im Smartphone-Geschäft: Um 2,9 Prozent auf 9,2 Millionen Euro. Gigaset argumentiert, der lange, heiße Sommer habe zu einer Verlagerung von Interessen und Investitionen in Privathaushalten geführt.

Gleichwohl will Gigaset seine Bemühungen, auf dem Smartphone-Markt Fuß zu fassen, nicht einstellen. Man wolle die Position „als etablierter Teilnehmer im Smartphone-Markt“ ausbauen, heißt es im neu vorgelegten Geschäftsbericht. Im vierten Quartal, das traditionell die stärksten Umsätze liefert, wolle man mit höheren Einnahmen punkten. Aktuell bietet Gigaset in Deutschland die Smartphone-Modelle GS100, GS180 und GS185 an. Das letztgenannte Modell wird anders als in der Branche üblich nicht in Asien produziert, sondern in Deutschland gefertigt.

Wesentlich besser lief es im Segment der Geschäftskunden. Mit dem Verkauf von IP-Tischtelefonen, DECT-Basisstatione der N-Serie und anderen Professional-Produkten setzte Gigaset im Berichtszeitraum 8,8 Prozent mehr um (39,5 Millionen Euro). Ein kleines Wachstum gab es zudem im Smart-Home-Segment, wo der Umsatz von 1,4 auf 1,8 Millionen Euro kletterte.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging in den ersten neun Monaten von 11,97 auf 4,54 Millionen Euro zurück. Dadurch erhöhte sich auch der Verlust von 1,48 auf 5,25 Millionen Euro. Heruntergerechnet auf das dritte Quartal 2018 ging der Umsatz von 59,72 auf 47,70 Millionen Euro zurück. Das EBITDA verschlechterte sich von 4,09 Millionen Euro auf einen Fehlbetrag in Höhe von 3,12 Millionen Euro. Dadurch weitete sich auch der Quartalsverlust von 223.000 auf 5,10 Millionen Euro aus.

Gigaset-Chef glaubt an Erfolg im Weihnachtsgeschäft

Gigaset-Chef Klaus Weßing glaubt trotzdem an einen positiven Jahresabschluss: „Wir erwarten ein starkes Weihnachtsgeschäft“, sagt der Manager. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir werden im Rahmen der Digitalisierung neue Geschäftsmodelle entwickeln und Gigaset zu einem integrierten Hardware-, Software- und Servicedienstleister ausbauen.“

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE ARTIKEL