Der Nächste, bitte: Auch Freenet stellt Eilantrag gegen 5G-Auktion

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Eine symbolische 5G-Antenne auf dem Messestand der Telekom
Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Mit Freenet stellt nun mittlerweile der vierte Anbieter von Mobilfunkdiensten einen Eilantrag gegen die geplante 5G-Auktion. Dabei ist das Unternehmen knapp dran. In genau einer Woche soll es losgehen.

„Der Antrag ist am Montagabend bei uns eingegangen“, bestätigte eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts Köln dem „Handelsblatt“. Damit hat das Unternehmen aus Büdelsdorf, das selber nicht an der Auktion teilnimmt, nur wenige Tage vor der geplanten Auktion der Frequenzen einen Eilantrag gegen das Bieterverfahren gestellt.

Zuvor hatten bereits die drei Netzbetreiber Telefónica, Vodafone und Telekom gegen die geplante 5G-Auktion geklagt. Der Eilantrag von Telefónica wurde jedoch zwischenzeitlich von dem Gericht abgewiesen, zu den anderen Anträgen ist aktuell nichts bekannt. Es sei noch nicht klar, ob sich der Beginn des Verfahrens durch den Eilantrag verzögern werde, sagte die Gerichtssprecherin. Die Eilanträge haben aufschiebende Wirkung.

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Freenet klagt wegen fehlender Diensteanbieterverpflichtung

Während die Netzbetreiber in ihren Eilanträgen primär gegen die Auflagen der Bundesnetzagentur vorgehen oder wie im Fall von Telefónica dagegen klagten, dass Mobilfunk-Frequenzen, die noch bis 2025 belegt sind, versteigert werden, hat Freenet andere Beweggründe.  Der Provider befürchtet, Telekom, Vodafone und Telefónica könnten dem Unternehmen keinen Zugang zum 5G-Netz gewähren. Freenet hatte einen verpflichtenden Zugang von der Bundesnetzagentur eingefordert. Doch eine Diensteanbieterverpflichtung – so der Fachterminus dafür – ist in den Auflagen für eine 5G-Lizenz nicht vorgesehen.

Die für kommende Woche angesetzte Auktion in Deutschland könnte sich nach Einschätzung von Experten über mehrere Wochen hinziehen. Insgesamt stehen 41 Frequenzpakete zur Versteigerung, für die unterschiedliche Mindestgebote gelten. Das kommt durch das Spektrum von alleine 300 Megahertz im Bereich von 3,6 GHz zustande.

Zusätzlich werden die aktuell weitgehend für UMTS genutzten Frequenzen um 2,1 GHz neu vergeben. UMTS ist dem Tode geweiht, Vodafone und O2 senden teilweise schon mit LTE auf diesen Frequenzen. Die Mindestgebote für alle Frequenzen belaufen sich auf 104 Millionen Euro.

Erstmals nimmt mit der Drillisch Netz AG auch ein Unternehmen aus der United-Internet-Gruppe an einer solchen Auktion teil. Außerdem dabei: Die drei etablierten Netzbetreiber. Darüberhinaus wird es Industrieunternehmen mit eigenen 5G-Netzen geben. Den Weg dafür hatte die Bundesnetzagentur gerade erst freigemacht.

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