Produktmanager von freenet Funk verrät: Darum ist der Tarif so günstig

4 Minuten
freenet Produktmanager Felix Bommer
Bildquelle: mobilcom debitel
Die freenet AG hat mit freenet Funk einen neuen Mobilfunk-Tarif gestartet, den es nur per App gibt und der gleichzeitig so günstig ist wie kein anderer Tarif. inside handy Redakteur Thorsten Neuhetzki hat mit dem Produktmanager für freenet Funk gesprochen.

inside handy: Herr Bommer, Sie sind leitender Produktmanager bei der freenet AG und zeichnen für freenet Funk verantwortlich. Der Tarif hat schon am ersten Tag hohe Wellen geschlagen. Was macht ihn so besonders?

Felix Bommer: Das, was immer viele meinen, dass sie es die ganze Zeit schon tun, haben wir mit freenet Funk nun mit Substanz unterlegt. Wir brechen mit allen Regeln. Das heißt für uns keine Laufzeit, keine Servicegebühren, SIM-Only, tägliches Datenvolumen, Bestandskunden sind Neukunden gleichgestellt und die Kündigung geht per App. Vieles davon hat man schon oft die vergangenen Jahre gehört, aber wir haben es jetzt wirklich realisiert. Wir haben uns während der Entwicklung Adjektive als Prüfstand gewählt und immer wieder angesehen, ob es noch passt. Das waren beispielsweise fair, individuell, transparent und flexibel.

inside handy: freenet Funk ist nur per WhatsApp erreichbar und bietet sonst keinen Kundenservice an. Warum dieser Weg?

Felix Bommer: Unsere Zielgruppe will eine einfache Kommunikation und ihr meistgenutzter Kanal ist WhatsApp. Zudem haben wir uns angesehen, warum Kunden die Hotline anrufen. Viele Fragen erklären wir in der App und in den FAQ. Und nicht zu vergessen: Der Kunde kann sich komplett selbst per App administrieren. Er muss auch nicht mit einem Hotline-Mitarbeiter über einen Tarifwechsel und das Datum reden – ein Klick in der App und der Tarifwechsel greift um Mitternacht. Selbst für eine Kündigung muss kein Anruf getätigt werden. Mittels Dashboard kann uns der Kunde wieder verlassen, wenn er das möchte.

inside handy: Der Kunde lädt eine App, bestellt per Smartphone und muss nichts unterschreiben. Dann aber muss er auf die SIM-Karte warten. Das ist doch ein Medienbruch. Wäre das nicht beispielsweise auch mit einer eSIM zumindest für Kunden mit solchen Geräten noch eleganter gegangen?

Felix Bommer: Ja, wäre es. Eigentlich sind wir mit dem Produkt etwas zu früh dran, denn es zielt auf die eSIM ab. Es gibt derzeit aus unserer Sicht noch zu wenig Geräte, um auf die eSIM zu setzen. Deswegen jetzt erst einmal der Weg mit der klassischen SIM-Karte. Aber wir bieten den Kunden in vielen Großstädten eine kostenlose Same-Day-Lieferung, wenn er vor 16 Uhr bestellt. Alle anderen Kunden haben die SIM bei rechtzeitiger Bestellung am nächsten Tag im Briefkasten. Wenn die eSIM eine gewisse Relevanz erreicht hat, werden wir mit freenet Funk einen Kunden in weniger als fünf Minuten bei uns aktivieren können, nachdem er sich erstmals die App heruntergeladen hat.

inside handy: Mit rechnerisch unter 30 Euro im Monat eine Full-Flatrate anzubieten, ist eine Preismarke – vor allem, wenn sie täglich kündbar ist. Wie ist das möglich?

Felix Bommer: Wir haben ein bisschen mehr gemacht, als einen neuen Tarif. Wir haben eine eigene Plattform. Der AppStore ist unsere einzige Vertriebsplattform. Das heißt alle gängigen Kosten, um ein Produkt zu vertreiben, fallen bei freenet Funk weg.

inside handy: Warum erfolgt die Bezahlung nur per PayPal?

Felix Bommer: Es macht es uns einfacher, alle Kunden gleich gut zu behandeln. Wir haben dafür auch lange mit PayPal gesprochen, weil diese Form des Micro-Payments auch für PayPal neu ist. Übrigens: Weil keine weiteren Kosten entstehen können, wäre freenet Funk auch ein guter Tarif für Kinder und Jugendliche.

inside handy: Der größte Kritikpunkt am Tarif ist für viele Kunden das fehlende Roaming.

Felix Bommer: Erstmal haben wir jetzt ein neues großartiges Produkt, an dem wir zukünftig weiterarbeiten werden.

inside handy: Wer ist denn eigentlich die Kernzielgruppe freenet Funk?

Felix Bommer: Natürlich sind das eher diejenigen, die viel Datenvolumen brauchen, beispielsweise für Twitch oder Instagram oder ähnliches. Das sind die jüngeren Kunden. Wir gehen von Mitte 20 aus, die vorrangig in der Großstadt leben. Aber das ist erst einmal nur unsere Adressierung, auch durch diverse Influencer, mit denen wir zusammenarbeiten.

inside handy: Herr Bommer, vielen Dank für das Gespräch.

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  • freenet Produktmanager Felix Bommer: mobilcom debitel
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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 bei inside handy als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht, schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen, der schon seit vielen Jahren Bayern München die Treue hält, angetan.

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3 KOMMENTARE

  1. Ich hab es mir geholt. Super easy. Schnelles Internet für Netflix YouTube etc. Preis unschlagbar.Ich persönlich spare mir den Festnetz Anschluss.

  2. Ich habe die simkarte auch.
    Ich hätte sie mir vor 1 Jahr gewünscht wo ich auf mein Dorf nur 6k Internet reinbekommen habe.
    Und mit Telekom null Netz.
    Freenet Funk hat damit bestimmt vielen dorf Menschen erleichtert.
    Jetzt brauchen wir nur noch eine freenet-Tankstelle xD
    Liebe Grüße

  3. Ich habe es mir mal Testweise bestellt, ich werde die SIM-Karte nur am Wochenende nutzen.(14 Tage Pause)
    Internet habe ich Zuhause und das ist von Unitymedia mit 400 Mbits nicht wenig, meist kommt sogar mehr an.
    Dazu muss ich sagen, dass bei mir H+ das höchste der Gefühle ist und ich momentan Netzclub nutze, weil ich von meinem letzten O2 Vertrag enttäuscht war auf ganzer Linie, aufgrund der falschen Abrechnungen die nicht komplett berechtigt wurden. 🙁
    Ich denke hier werde ich wieder bessere Erfahrungen machen. 😉
    Die SIM-Karte ist da, ich muss sie nur noch aktivieren.
    Kleine Information für alle auf dem Dorf, ihr müsst überprüfen, ob bei euch Glasfaser verlegt ist.
    Das Internet muss ja irgendwo herkommen. 😉
    Für die Computer-Spieler unter euch, die wert auf einen guten Ping legen, dieser ist bei H+ oder LTE nicht besonders gut.
    Es kommt auch auf die Entfernung an zum Mast. 😉

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