Facebook soll sich verändern: Mehr Chats, weniger Status-Updates

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Mark Zuckerberg
Bildquelle: Facebook
Es kommt zum gegenwärtigen Zeitpunkt überraschend, doch eine Reaktion musste nach den jüngsten Entwicklungen folgen: Facebook-Chef Mark Zuckerberg will sein soziales Netzwerk radikal umbauen. Die Antwort auf eine entscheidende Frage bleibt er aber noch schuldig.

Für Facebook-Chef Mark Zuckerberg waren die vergangenen Monate alles andere als einfach. Verschiedene Datenskandale sorgten nicht nur für schlechte Presse rund um das von ihm gegründete soziale Netzwerk, sondern sorgten auch für harsche Kritik am Unternehmenschef selbst. Der reagiert jetzt. Ein Stück weit soll sich Facebook nach seinen Vorstellungen neu erfinden. Mehr Datenschutz mit Verschlüsselungstechnologie nach dem Vorbild WhatsApp, verstärkter Austausch in Gruppen-Chats und weniger Status-Updates sehen die Ideen von Zuckerberg vor.

Facebook vor radikalem Umbau

Streng genommen verordnet der Facebook-Chef seiner Plattform einen radikalen Kurswechsel. Denn während bisher das Posten von persönlichen Status-Updates und das Teilen dieser mit dem gesamten Freundeskreis oder sogar der ganzen Welt im Vordergrund der Plattform stehen, sollen es in Zukunft die Chat-Funktionen von WhatsApp, Instagram-Chat und Facebook Messenger sein. Alle drei Dienste sind schon heute Teil der Facebook-Familie und sollen in Zukunft mehr im Fokus stehen.

Zuckerberg will darauf reagieren, dass sich Nutzer nach seinen Analysen verstärkt in kleineren, übersichtlichen Kreisen austauschen statt auf einer zentralen, großen Plattform. Denkbar sei sogar, dass sich Nachrichten bei Facebook in Zukunft nach einem gewissen Zeitraum automatisch von selbst zerstören. Zur Wahrheit gehört aber auch: Mit seinem Blog-Beitrag reagiert der Manager nicht nur auf die Datenschutz-Diskussionen, sondern auch auf einen Nutzerrückgang, der bei Facebook in einigen Ländern bereits eingesetzt hat. Zuckerberg gibt aber auch zu bedenken, dass die zahlreichen Änderungen bei Facebook durchaus Jahre dauern könnten.

Wie geht es nun weiter? In Zukunft sollen Menschen bei Facebook also mehr in den direkten Austausch treten. Dabei sollen sie von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung profitieren. Das heißt, die Nachrichten können nur vom Sender und Empfänger gelesen werden. Facebook selbst hätte dann keinen Zugriff mehr auf das, was zwischen den Nutzern ausgetauscht wird. Auch andere Facebook-Dienste wie Videochats, E-Commerce-Angebote oder auch Bezahldienste sollen auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufbauen.

WhatsApp, Instagram und Facebook sollen verschmelzen – wenn der Nutzer es will

Wichtig auch: Nutzerkonten von Facebook, WhatsApp und Instagram will Facebook in Zukunft miteinander verknüpfen. Das soll allerdings auf freiwilliger Basis in Form einer aktiven Zustimmung der Nutzer geschehen, verspricht Zuckerberg. Wer seine Nutzerkonten stattdessen lieber getrennt voneinander nutzen möchte, soll auch das weiter tun können.

Eine recht entscheidende Frage wird Zuckerberg aber noch beantworten müssen: Wie will Facebook in Zukunft Geld verdienen? Bisher nutzt Facebook die Daten seiner Nutzer, um entsprechend zugeschnittene Werbung auszuspielen. Das wäre mit der neuen Ausrichtung von Facebook mit Blick auf verschlüsselte Nachrichten nur noch eingeschränkt möglich.

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