Recht auf Updates: EU will Verbraucherschutz stärken

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Samsung Galaxy Note 9 mit Stift liegen auf dem Tisch
Bildquelle: inside handy
Auf EU-Ebene wurden in der Vergangenen Woche EU-weite Regulierungen beschlossen, die die Update-Politik zahlreicher Hersteller über den Haufen werfen dürfte. Demnach sollen Unternehmen künftig per Gesetz dazu verpflichtet sein, Aktualisierungen für ihre elektronischen Produkte zu verbreiten. Dies könnte sich jedoch negativ auf die Preise auswirken.

Besonders im Mobilfunkbereich nehmen Updates einen wichtigen Platz ein. Diese bringen nicht nur neue Funktionen auf das Smartphone und beheben vorhandene Fehler, sondern schützen den Miniatur-Computer auch vor Viren und Übergriffen. Der Android-Entwickler Google stellt darum monatliche Sicherheitspatches bereit, die jedoch nicht zwingend jedes Gerät erreichen. Davor müssen Hersteller die Software noch an die eigene Nutzeroberfläche anpassen – und das kostet sowohl Zeit als auch Geld. Darum ist es nicht unüblich, dass Unternehmen ihre Smartphones nur spärlich mit Updates versorgen und das nur über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum. In Zukunft könnte sich dies jedoch ändern.

Neue Regulierungen sollen Verbraucherschutz stärken

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben aktuell Regulierungen beschlossen, die den Verbraucherschutz in der EU stärken sollen. Diese betreffen mehrere Bereiche und unter anderem auch Regulierungen für digitale Systeme. Demnach wird Nutzern künftig das Recht auf erforderliche Updates zugesprochen. Sollte der Hersteller keine Updates über eine angemessene Zeitperiode erhalten, wird das mit einem physischen Defekt gleichgestellt. Im Endeffekt könnten Nutzer das Produkt sogar an den Hersteller zurückgegeben und den Kaufpreis erstattet bekommen. Einige Fragen bleiben allerdings noch offen.

Derzeit ist noch unklar, ob die Regulierungen sämtliche Aktualisierungen betreffen oder nur diejenigen, die wirklich erforderlich sind – beispielsweise aus Sicherheitsgründen. Wenn die zweite Variante zutrifft, müsste weiterhin geklärt werden, ob alle Sicherheits-Updates als erforderlich bezeichnet werden können oder nur diejenigen, die größere Sicherheitslücken schließen.

Regulierungen bieten nicht nur Vorteile

In der Wirtschaft existiert ein unumstrittener Aspekt: Im Endeffekt werden die Kosten nahezu immer auf den Endverbraucher abgewälzt. Auch die neuen EU-Regulierungen stellen hier keine Ausnahme dar. So kostet die regelmäßige und langjährige Update-Pflege natürlich viel Geld und ebendieses könnte künftig in den Kaufpreis des Smartphones mit einfließen. Besonders günstigere Smartphones aus China, die Hersteller im Normalfall nur bedingt mit Aktualisierungen versorgen, könnten betroffen sein und teurer werden. Aktuell ist allerdings noch unklar, wie die Update-Regelungen genau aussehen werden.

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1 KOMMENTAR

  1. Wird auch langsam zeit, das dies endlich passiert. Was die Hersteller da mit ihren Kunden machen ist eine frechheit. Wenn dadurch höhere Preise argumentiert werden sollen, wissen wir ja das die Hersteller aktuell absolut gar kein Interesse an Updates haben. Wenn sie denken das es trotzdem dazu führ das die Geräte teurer werden müssen, dann sollen sie dafür sorgen, das Updates einfacher impelentiert werden können, zB durch Kompetente Mitarbeiter oder das weg lassen von Bloatware und eigenen Benutzeroberflächen, dann wird es auch was mit Updates, wenn man es möchte.

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