Datensammlung: EU-Datenschützer erwirken neue Beschwerde gegen Google

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Das Logo von Google.
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy
Zwischen der EU und dem Suchmaschinenriesen Google existieren momentan diverse Spannungsfelder. Aufgrund von unzulässigen Vorschriften bei Android wurde Google kürzlich zu einer Geldstrafe verdonnert. Nun sehen europäische Verbraucherschützer wegen Nutzer-Tracking Verstöße gegen die DSGVO seitens des Unternehmens.

Besitzen Verbraucher ein Google-Konto, behält Google sich vor, Standortdaten zu sammeln und zu verschiedenen Zwecken zu nutzen – auch für Werbung. In dieser Handhabung sieht der Bureau Européen des Unions de Consommateurs (BEUC) einen Verstoß der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Aufgrund dessen haben Datenschützer aus Norwegen, den Niederlanden, Griechenland, Slowenien, Polen, Schweden und der Tschechischen Republik gegen Google eine Beschwerde eingereicht.

Die dänische Verbraucherorganisation Forbrugerrådet Tænk kündigte indes an, die Erfassung der Standortdaten der Datenschutzbehörde Dänemarks zu übergeben. Der Transatlantic Consumer Dialogue, eine Verbraucherorganisation der USA und der EU, wolle außerdem die US-Behörde Federal Trade Commission zu dem Fall hinzuziehen. Google steht als Konsequenz möglicherweise eine einstweilige Verfügung bevor.

Kritik an Google

Im Detail kritisiert der Europäische Verbraucherband einerseits, dass Nutzer eines Android-Smartphones ein Google-Konto einrichten müssen, um das Gerät in vollem Umfang nutzen zu können. Andererseits benutze Google in diesem Zusammenhang diverse „Tricks“, so heißt es, damit Nutzer ihren Standort sowie Web- und App-Aktivitäten aktivieren. Dies geschehe bereits bei der Einrichtung eines Android-Handys.

Dass Google die Standortdaten sammelt und sie zu eigenen Zwecken nutzt, sei darüber hinaus nicht transparent für Verbraucher dargestell. Wollen Nutzer den Standortverlauf und die Aktivitäten nachträglich abschalten, sind dafür einige „zeitaufwändige“ Schritte nötig. Im folgenden fordere Google Nutzer immer wieder dazu auf, den Standort zu aktivieren. Problematisch sei letztlich auch, dass sich der Standort oder die Aufzeichnung von App-Aktivitäten nicht für einzelne Anwendungen deaktivieren lasse.

Ob sich auch die deutschen Datenschützer in das Verfahren einklinken, bleibt noch abzuwarten.

Google im Klinch mit der EU

Die Beschwerde der europäischen Datenschützer ist ein neues Kapitel im Streit zwischen dem amerikanischen Unternehmen und Institutionen von und innerhalb der EU. Erst kürzlich verhängte die EU-Kommission ein Bußgeld von über 4 Milliarden Euro aufgrund von unzulässigen Verordnungen seitens Google gegenüber anderen Handy-Herstellern. Als Reaktion darauf verändert Google sein Android-Geschäftmodell innerhalb der Europäischen Union.

Künftig will Google die Hersteller von Android-Smartphones dazu zwingen, regelmäßig Sicherheitsupdates zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sollen hauseigene Apps, wie beispielsweise Google Maps, möglicherweise kostenpflichtig werden.

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