Eric Matthes von HMD Global im Interview: "Wir haben 5G auf der Uhr"

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Eric Matthes, Ex-Europa-Chef von HTC
Bildquelle: HTC
Mit Eric Matthes hat ein erfahrener Manager bei HMD Global die Regie in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernommen. Im Gespräch mit inside handy schildert Matthes, warum er sich für den Wechsel zum Nokia-Lizenznehmer entschieden hat und was für ihn in den kommenden Monaten wichtig ist.

inside handy: Herr Matthes, seit wenigen Wochen sind Sie neuer Deutschland-Chef von HMD Global. Wieso haben Sie sich dazu entschieden, HTC zu verlassen und hierzulande neuer Herr der Nokia-Smartphones zu werden?

Matthes: „HMD Global hat sich nach zwei erfolgreichen Jahren umstrukturiert und innerhalb Europas so genannte Fokus-Regionen errichtet. Eine davon ist die DACH-Region mit Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ich wurde gefragt, ob ich diese mit aufbauen möchte. Mit Blick auf die Wachstums-Story von HMD finde ich es überaus reizvoll, jetzt an dieser Stelle zu gestalten. Und ich gebe gerne zu, dass es nicht zu vernachlässigen ist, dass unser CEO, Florian Seiche, schon mein erster Chef bei HTC war.“

inside handy: Deutschland wurde also als wichtiger Markt für den Absatz von Nokia-Smartphones identifiziert. Was möchten Sie in den kommenden Jahren hierzulande erreichen?

Matthes: „Deutschland ist ein sehr High-End-getriebener Markt. Während wir bei den Netzbetreibern weiter wachsen wollen und zusätzliche Partner an Bord nehmen werden, bietet sich für uns natürlich am offenen Markt eine große Chance, Marktanteile zu gewinnen. Vor allem, wenn wir uns breiter aufstellen. Außerdem wollen wir am B2B-Markt mit unseren Android-One-Geräten wachsen.“

inside handy: Besteht denn in irgendeiner Weise die Möglichkeit, die Kräfteverhältnisse am deutschen Markt noch einmal zu verschieben? Oder bleiben Samsung, Apple und Huawei auf Dauer die drei großen Spieler am Smartphone-Markt?

Matthes: „Auch wenn wir nicht über die finanzielle Strahlkraft der großen Drei verfügen, können wir über Themen wie Fotografie und natürlich unseren Android-One-Ansatz punkten. Dann besteht die Chance, nicht nur zu bestehen, sondern weiter zu wachsen. Gleichwohl ist es heutzutage mehr Arbeit als früher, sich ein Stück vom großen Kuchen am Smartphone-Markt zu sichern.“

inside handy: Die Marke Nokia spielt in diesem Zusammenhang vor allem mit Blick auf die Markenbekanntheit eine große Rolle. Nokia kennt fast jeder.

Matthes: „Zweifelsohne ist die Marke Nokia in Deutschland noch immer sehr beliebt. Gleichwohl stehen wir vor Herausforderungen. Alle Menschen, die 35 Jahre und älter sind, müssen wir nicht überzeugen. Die wissen, was Nokia kann. Wachstum kann aber nur gelingen, wenn die Marke auch eine jüngere Zielgruppe anspricht. Daran arbeiten wir.“

inside handy: Marken wie Honor oder Wiko zeigen auf ihren Social-Media-Kanälen recht erfolgreich, wie es gehen kann.

Matthes: „Richtig, da müssen wir wachsen. Wir wollen nicht nur schauen, wo wir stehen, sondern auch, wie wir uns weiterentwickeln können.“

inside handy: Ein ganz anderes Thema: 5G. Bisher gibt es kein Nokia-Smartphone, das 5G unterstützt…

Matthes: „…aber wir haben 5G sehr wohl auf der Uhr. Vor allem mit Blick auf das bestehende Geschäft mit Netzbetreibern werden wir dieses Themenfeld in jedem Fall berücksichtigen. Der Zeitdruck ist aber bei der kommerziellen Nutzung noch nicht so groß. Richtig interessant wird 5G in Deutschland wahrscheinlich erst im Jahr 2020, wenn nicht sogar erst 2021.“

inside handy: Während wir also auf 5G noch warten müssen, verkaufen sich andere Nokia-Smartphones sicher gut. Welche besonders?

Matthes: „Aktuell sind wir mit Smartphones unter 300 Euro sehr erfolgreich. Also beispielsweise mit dem Nokia 3.1, Nokia 5.1 oder Nokia 6.1. Im High-End können wir jetzt mit dem neu vorgestellten Nokia 9 neue Zielgruppen erschließen.“

inside handy: Und welches Nokia-Smartphone nutzen Sie?

Matthes: „Man könnte natürlich meinen, dass ich schon unser neues Flaggschiff Nokia 9 nutze, aber ich favorisiere derzeit das Nokia 8 Sirocco. Denn die Software wurde hier schon auf Android 9 Pie aktualisiert und das macht natürlich richtig viel Spaß.“

inside handy: Wenn Sie das Nokia 9 schon ansprechen: Warum sollte ich mir dieses Gerät kaufen statt ein Top-Modell eines Wettbewerbers?

Matthes: „Es ist nicht nur designtechnisch schön, sondern bietet mit Android One einen echten Vorteil bei der Update-Politik und natürlich wissen die fünf Linsen auf der Rückseite mit Blick auf die Kamera-Performance zu gefallen. Und wenn man dann sieht, dass wir mit einem Preis in Höhe von 649 Euro starten, ist sicherlich auch das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht zu verachten.“

inside handy: Blicken wir abschließend in die Zukunft. Was wird sich in einem Jahr am Mobilfunkmarkt verändert haben?

Matthes: „Natürlich werden wir immer mehr über 5G sprechen, das ist klar. In Deutschland werden neue Player versucht haben, den Markt aufzumischen. Und HMD wird sich nicht nur etabliert haben, sondern die Marke Nokia auch neu positionieren und in diesem Zusammenhang neue Zielgruppen erschließen. Wir wissen, wo wir hinwollen und daran werden wir fokussiert arbeiten.“

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2 KOMMENTARE

  1. Vielleicht könnte sich Herr Matthes als neue Leitfigur am europäischen/ deutschen „Himmel“ von HMD Global, der nach eigenem Bekunden „Fan“ und „Nutzer“ des Nokia 8 SIROCCO ist, freundlicherweise bei seinen Kollegen in der Firmenzentrale dafür einsetzen, dass das TRAUERSPIEL beim Nokia 8 aus 2017 ENDLICH EIN ENDE FINDET.

    Damit meine ich insbesondere das schon seit VIELEN, VIELEN MONATEN (letztmalig zum November 2018 bzw. Februar 2019) VERSPROCHENE und VON VIELEN NOKIA 8- NUTZERN SEHNLICHST ERWARTETE UPDATE DER KAMERA- FIRMWARE, die aktuell von Bugs nur so strotzt (eigentlich von Anbeginn an) und insbesondere bei schlechten Lichtverhältnisse nur unterdurchschnittliche Ergebnisse liefert (deshalb haben ja auch schon viele alternative GCAM- Versionen auf ihrem „8“ installiert, was ja nun auch nicht die Lösung sein kann), von dem aber trotzdem BIS HEUTE „NICHTS ZU SEHEN“ IST. 😒

    Von den Problemen nach dem Android Pie- Update („180°- Fehler beim Kompass, Probleme beim (dauerhaften) Aktivieren von Funktionen des „Nachtmodus“ u. a.) traue ich mich in diesem Zusammenhang gar nicht zu sprechen.

    Jedenfalls wäre es mehr als erfreulich, wenn er hier seinen Einfluss geltend machen könnte und ENDLICH EINE LÖSUNG GEFUNDEN WERDEN und DIE ENTSPRECHENDEN KORREKTUREN ENDLICH VERÖFFENTLICHT WERDEN WÜRDEN/ KÖNNTEN. Schon jetzt dafür ein recht herzliches Dankeschön.

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