Epic Games Store angekündigt: Fortnite-Entwickler legt sich mit Google, Steam und Co. an

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Das Logo des Epic Games Store
Bildquelle: Epic
Gotteslästerung 2.0: Nach der der Veröffentlichung von „Fortnite“ außerhalb des Play Stores bereit Epic Games nun das nächste Schnippchen vor, das man Google schlagen möchte. So will der Entwickler 2019 einen eigenen Marktplatz für Android-Spiele starten. Der Epic Games Store soll vor allem Entwickler ansprechen, aber auch für Let’s-Player sowie weitere Content Creators interessant sein. Zugpferd des Stores ist dabei natürlich der Battle-Royal-Modus von Epics Riesenhit „Fortnite“.

Der Entwickler der Unreal Engine und des Spiels „Fortnite“, Epic, steigt zum Plattform-Betreiber auf. Der Chef des Unternehmens, Tim Sweeney, hat in einem Blog-Post den Epic Games Store angekündigt. Dabei handelt es sich um einen Marktplatz für Spiele auf dem PC und Mac sowie in Zukunft auch auf Android-Handys. Mit seinem Store fordert das Unternehmen schon existierende Plattform-Betreiber wie Steam auf dem PC und den Google Play Store auf Android-Handys heraus.

Epic möchte den Games Store „bald“ an den Start rollen. Anfänglich wird er nur für den PC und Mac verfügbar sein. 2019 soll er dann auch für Android und „weitere offene Plattformen“ verfügbar sein. Zu Beginn werden nur ausgewählte Spiele im Epic Games Store zur Auswahl stehen. Im Laufe des kommenden Jahres sollen weitere Titel folgen. Genauere Informationen zum ersten Schwung an Spielen sowie dem System, nachdem neue Spiele auf der Plattform erscheinen, gab der Entwickler nicht. Es dürfte aber naheliegend sein, dass Epic seinen Marktplatz vor allem mit „Fortnite“ bewerben wird.

Epic Games Store angekündigt: Deswegen ist der Marktplatz interessant

Der Kniff an Epics eigenem digitalen Spielehandel: 88 Prozent der Einnahmen gehen direkt an die Entwickler – ohne Wenn und Aber. Zum Vergleich: Bei Apples App Store und Googles Play Store sind es 70 Prozent. Der Betreiber behält 30 Prozent der Einnahmen für sich. Beim Epic Games Store sind es nur 12 Prozent. Wer darüber hinaus noch ein Spiel in der Unreal Engine programmiert und es über den Marktplatz verfügbar macht, kann doppelt sparen. Denn der obligatorische 5-Prozent-Anteil an den Verkäufen, den Epic normalerweise verlangt, wird direkt in den 12 Prozent des Stores verrechnet.

Das bedeutet aber nicht, dass nur Spiele in der Unreal Engine im Epic Games Store erscheinen. Auch Titel, die mit der Unity-Engine laufen, sind zulässig. Epic verspricht den Entwicklern weiterhin direkte Kontrolle über die Seite ihres Spiels im Epic Games Store – etwas, was Konkurrent Steam nicht gewährt – sowie eine „direkte Verbindung“ zu den Spielern über einen Newsfeed. Zusätzlich soll es ein „Creators“-Programm geben. Dabei werden Let’s-Player und andere Kuratoren am Umsatz beteiligt, wenn ihre Nutzer das beworbene Spiel kaufen. Diesen Anteil wird Epic in den ersten 24 Monaten selbst stemmen.

Welche Vorteile Nutzer vom Epic Games Store haben, ist aktuell nicht bekannt. Aufschluss darüber dürfte die kommende Veranstaltung „The Game Awards“ geben: Dort will Epic mehr Informationen zu seiner Plattform preisgeben. Wirklich neu ist die Idee des eigenen App-Marktplatzes übrigens nicht: Auch Amazon hat mit seinem App Store versucht, eine Alternative zu Googles Play Store zu etablieren. Wirklich durchsetzten konnte sich das Angebot aber nicht.

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