Vor der 5G-Auktion: Telekom ätzt gegen National Roaming

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Es dauert nicht mehr lange, dann stehen die Bedingungen für die kommende 5G-Frequenzauktion fest. Die Deutsche Telekom holt nun zum Rundumschlag aus. Vor allem 1&1 bekommt sein Fett weg.

Wenn die Bundesnetzagentur Ende November die endgültigen Bedingungen für die anstehende 5G-Frequenzauktion vorlegen wird, geht es um viel. Von allen Seiten wird der Regulierer aktuell mit Wünschen und Forderungen belagert. Allen voran die deutschen Mobilfunker, die mit 5G das wohl wichtigste Geschäftsfeld der Zukunft für sich erschließen möchten.

Mit Blick auf den Privatkundenmarkt wurde zuletzt deutlich, dass die großen deutschen Netzbetreiber zu National Roaming verpflichtet werden sollen, um einem neuen, vierten Anbieter (1&1) den Markteintritt zu ermöglichen. So wie es einst bei Viag Interkom (heute O2) geschah. Heißt konkret: 1&1 baut ein 5G-Netz auf, darf aber ergänzend dazu gegen eine Mietzahlung auch auf die Netze der Wettbewerber zugreifen. So soll 1&1 seinen Kunden auch abseits des eigenen Netzausbaus ebenfalls Mobilfunk-Verbindungen anbieten können. Doch das schmeckt den großen Spielern nicht. Die Telekom holt jetzt noch einmal zum Rundumschlag aus und poltert ordentlich gegen diese Pläne.

Telekom sieht einen Weg in die Sackgasse

„Ein Weg in die Sackgasse“ sei das Pflicht-Roaming, urteilt der Bonner Telekommunikationskonzern in einem aktuellen Blog-Beitrag. Die Frequenz-Versteigerung drohe zu einem Spielball der Politik zu werden. Die Roaming-Debatte führe „in die komplett falsche Richtung“, so das Urteil der Telekom, die von Deutschland eine Brücke auf den kanadischen Markt schlägt.

Dort sei mit dem Provider Wind ein vierter Netzbetreiber zugelassen und verpflichtendes Roaming eingeführt worden. Ein Ausbau durch Wind sei daraufhin vor allem in Metropolen erfolgt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sei der Ausbau in den Ballungszentren anschließend auch von den Wettbewerbern erfolgt. Das Ausbau auf dem Land sei hingegen quasi zum Erliegen gekommen.

Breitseite gegen 1&1

Genau das sei auch für den deutschen Markt zu erwarten. Denn 1&1 habe gegenüber der Bundesnetzagentur gesagt: „Die jetzt zur Vergabe stehenden Kapazitätsfrequenzen sind selbstverständlich nicht für die Schließung weißer Flecken geeignet.“

1&1-Chef Ralph Dommermuth hatte schon Ende August gesagt: „Wir begrüßen, dass die Bundesnetzagentur sich zu wettbewerbsfördernden Rahmenbedingungen bekennt und den Einstieg neuer Netzbetreiber grundsätzlich ermöglichen will. Der diskriminierungsfreie Zugang zu den Netzen und die damit verbundene Verhandlungspflicht der bestehenden Netzbetreiber zum National Roaming ist die wesentliche Startvoraussetzung für Neueinsteiger. Auch wir bevorzugen kommerzielle Verhandlungen über National Roaming, zumal durch die ständig steigenden Datenvolumina regelmäßige Konditionsanpassungen notwendig sein werden.“

Telekom sieht Festnetz-Dilemma in den Mobilfunk wandern

Die Telekom kritisiert auch, dass etablierte Netzbetreiber mit massiven Vergabebedingungen konfrontiert seien, während für Neueinsteiger nur ein Viertel der Versorgungsauflagen zu erfüllen seien. Da Neueinsteiger über das Roaming dann zum Beispiel auf das LTE-Netz der Telekom zugreifen könnten, könnten sie die ihnen auferlegten Auflagen ohne großen Aufwand erfüllen. „Das hat mit Wettbewerb wenig zu tun“, so die Telekom. Es würden auch mit Blick auf die Erfahrungen aus dem deutschen Festnetz immer wieder diejenigen belohnt, die anders als die Telekom nicht selbst in neue, eigene Netzinfrastrukturen investieren.

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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er seinen Werdegang im Technik-Journalismus. Heute ist Hayo Chefredakteur bei inside handy. Getreu dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" kann er bereits um 6 Uhr dabei erwischt werden, wie er mit einer Tippfrequenz von gefühlt 3 GHz einen Artikel zum kommenden 5G-Netz produziert – als Aufwärmübung im ICE-Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und dem Sitz von inside handy in Brühl bei Köln. Und seitdem es einfache Vorlagen für gute HTML-Tabellen gibt, kann den glühenden Fan von Preußen Münster nichts mehr aufhalten.

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