Deutsche Post scheitert mit SIMSme - Messenger wird verkauft

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SIMSme Messenger
Bildquelle: Deutsche Post
Der Smartphone-Messenger SIMSme sollte von der Deutschen Post zum großen Konkurrenten von WhatsApp aufgebaut werden. Doch das gelang nur ansatzweise. Nun wird der Messenger verkauft - verbleibt aber in Deutschland. Für Nutzer soll sich nichts ändern - zunächst.

Das war’s: Die Deutsche Post beendet ihre Aktivitäten auf dem Markt für Smartphone-Messenger und verkauft SIMSme an die Brabbler AG. Brabbler ist bekannt für den Ginlo-Messenger, der ebenfalls auf vertrauliche und private Kommunikation setzt. Trotz des Verkaufs geht es mit SIMSme aber weiter.

SIMSme – Gute Idee, aber ohne Glück bei Privatkunden

Das Ende von SIMSme unter der Führung der Deutschen Post war streng genommen schon länger absehbar. Nie ist es der Post nachhaltig gelungen, an den Erfolg vergleichbarer Programme anzuknüpfen. Das größte Problem waren stets die ausbleibenden Nutzer. Und wenn sich mal Anwender für die Nutzung von SIMSme entschieden, kehrten sie schnell wieder zu etablierten Diensten wie WhatsApp oder Facebook Messenger zurück, weil über den Post-Messenger schlicht und ergreifend kaum ein Freund oder Familien-Angehöriger zu erreichen war.

Die Deutsche Post hatte in der Vergangenheit wiederholt versucht, SIMSme zum Erfolg zu verhelfen. Diverse Updates und reichweitenstarke Marketing-Aktivitäten reichten aber nicht aus. Selbst Bandenwerbung in Fußballstadien sorgte nicht für den gewünschten Effekt, die Nutzerzahl signifikant zu erhöhen. Das Ansinnen der Post, wonach auch bei SIMSme auf lange Sicht ein Netzwerkeffekt eintreten werde, trat wenn überhaupt nur auf überschaubarem Maße ein.

SIMSme Business deutlich erfolgreicher

Erfolgreicher gestaltete sich hingegen die gewerbliche Vermarktung. Nicht nur die Polizei Niedersachsen entschied sich dazu, auf SIMSme für die interne Kommunikation zu setzen, sondern unter anderem auch der Bayerische Landkreistag und Volkswagen Financial Services. Allerdings ist die gewerbliche Nutzung nicht kostenlos, sondern kostet bei einem Jahr Mindestvertragslaufzeit 3 Euro pro Nutzer.

Jetzt also der Verkauf. Brabbler, im Jahr 2015 unter anderem von dem GMX-Gründern Karsten Schramm, Peter Köhnkow und Eric Dolatre ins Leben gerufen, soll SIMSme fortführen und vor allem mit Blick auf Geschäftskunden weiterentwickeln. Teil des Verkaufs ist auch, dass sich die Deutsche Post strategisch an Brabbler beteiligt. Über Details wie den Verkaufspreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

„Wir verkaufen SIMSme zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage gerade bei Geschäftskunden anzieht und deshalb die Entwicklungskapazitäten stark ausgebaut werden müssen. Die Brabbler AG mit ihrer Expertise in der digitalen Kommunikation, einem kompetenten Entwicklerteam und großer Erfahrung im Vertrieb digitaler Services ist genau der richtige Partner, um unser erfolgreiches Produkt auf die nächste Stufe zu heben.“ Marco Hauprich, SIMSme-Verantwortlicher bei der Deutschen Post

Für Kunden von SIMSme ändert sich nach Angaben der Post nichts. Zunächst, wie es von Seiten der Post offiziell heißt. Das lässt Raum für reichlich Spekulationen. Die Nutzung für Privatkunden bleibt demnach aber bis auf Weiteres kostenfrei, die Kosten für Business-Kunden bleiben unverändert. Die Daten aller Nutzer werden weiter auf Servern in Deutschland gespeichert.

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