Sky für 33 Milliarden Euro verkauft: Murdoch verliert Milliarden-Wettbieten gegen Comcast

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Bildquelle: Sky

Das Wettbieten um den Bezahlsender Sky ist beendet. Der größte US-amerikanische Kabelnetzbetreiber Comcast setzte sich in der letzten Auktionsrunde gegen Rupert Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox durch und übernimmt Sky für rund 33 Milliarden Euro.

Um die Unsicherheit für Sky zu verringern und weil Comcast und Fox ihre Gebote nicht für endgültig erklären wollten, hatte die britische Regulierungsbehörde eine Versteigerung angeordnet. Die Auktion begann am Freitag und ging nach insgesamt drei Runden zu Gunsten von Comcast zu Ende. Der US-Konzern bot zuletzt 17,28 Pfund je Sky-Aktie. Das Gebot von Fox lag deutlich darunter. Murdoch bot zuletzt nur 15,67 Pfund und verlor damit das Wettbieten.

„Sky ist ein wunderbares Unternehmen mit einer großartigen Plattform, einer riesigen Marke und einem fähigen Führungsteam“, sagte Comcast-Chef Brian Roberts. „Diese Anschaffung wird es uns erlauben, unsere Kundenbasis schnell, effizient und sinnvoll zu erweitern und international zu wachsen.“ Dabei appellierte Roberts auch an die Anteilseigner von Sky, dem Kaufangebot zuzustimmen.

Schlappe für Murdoch

21st Century Fox gehören bereits seit Längerem 39 Prozent von Sky. Ende 2016 wollte Murdoch die restlichen Anteile kaufen. Doch die britische Regierung sowie die Regulierungsbehörden zogen die Überprüfung in die Länge. Der Grund: Nach dem Abhörskandal rund um die „News of the World“ misstraute man dem Medienmogul. Das brachte Comcast auf den Plan; nun der Zuschlag. Zuletzt wollte Comcast auch 21st Century Fox übernehmen, verlor hier aber gegen Disney. Dieser Deal ist allerdings noch nicht über die Bühne. Die Europäische Kommission prüft die Übernahme unter den Gesichtspunkten der Fusionskontrollverordnung.

Kundenzahl fast verdoppelt

Durch den Kauf von Sky verdoppelt das Unternehmen mit Sitz in Philadelphia seinen Kundenstamm nahezu. Sky ist der größte Anbieter von Bezahlfernsehen in Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien und Österreich und zählt 23 Millionen Nutzer. Mit den Synergien, die aus der Übernahme entstehen, will sich Comcast besser gegen Anbieter wie Netflix und Amazon aufstellen, die mit ihren Streamingdiensten zu ernsthaften Konkurrenten der traditionellen Medienhäuser geworden sind.

Nicht der erste Milliarden-Deal

Es ist nicht die erste Übernahme durch Comcast. Bereits im Dezember 2001 gewann der US-Konzern das Bietergefecht mit AOL Time Warner und Cox Communications um die amerikanische Kabelfernsehsparte von AT&T. Die Übernahme ließ sich Comcast 72 Milliarden US-Dollar kosten. Anfang Dezember 2009 folgte der Kauf von NBC Universal – zunächst jedoch nur 51 Prozent. Der Preis: rund 14 Milliarden US-Dollar. 2013 erwarb Comcast die verbliebenen 49 Prozent für rund 16,7 Milliarden US-Dollar von General Electric, einem der größten Mischkonzerne der Welt. Als Comcast 2014 TimeWarner Cable für geschätzt 45 Milliarden US-Dollar übernehmen wollte, machten die Kartellbehörden dem Konzern einen Strich durch die Rechnung.

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