Facebook Krise: Zuckerbergs Kronprinz macht die Biege

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Facebook Zentrale
Bildquelle: Facebook
Facebook kommt nicht zur Ruhe. Der durch Datenschutz-Skandale arg gebeutelte Konzern muss den Abgang von zwei hochrangigen Mitarbeitern verkraften. Einer davon: Chris Cox, ein enger Vertrauter von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Der andere: WhatsApp-Chef Chris Daniels.

Nach 13 Jahren im Unternehmen dankt mit Cox der wohl engste Vertraute von Facebook-Chef Zuckerberg überraschend ab. Und das nur wenige Tage nachdem Zuckerberg eine strategische Neuausrichtung von Facebook verkündete.

Als zweiter wichtiger Manager verlässt auch Chris Daniels das Unternehmen. Auch das ist für Facebook ein schwerer Schlag, denn Daniels hatte vor knapp einem Jahr die Führung von WhatsApp übernommen, nachdem sich die beiden WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton ihrerseits von Facebook verabschiedet hatten.

Cox wollte Facebook schon länger verlassen

In einem Blog-Post berichtet Zuckerberg nun davon, dass er Cox schon seit einigen Jahren dazu überreden musste, gemeinsame Ziele weiter zusammen zu verfolgen. Sein Vertrauter sei geblieben, um bei der Lösung von Problemen zu helfen, schreibt Zuckerberg. Die Interoperabilität von Facebook Messenger, Instagram und WhatsApp wolle Cox aber offenbar nicht mitgestalten. „Nun, wo wir dieses nächste große Kapitel beginnen, hat sich Chris dazu entschlossen, von unseren Teams abzuweichen. Ich werde Chris wirklich vermissen“, schreibt Zuckerberg.

Ähnlich warme Worte findet der Facebook-Chef auch für Daniels und ergänzt: „Es ist zwar traurig, solch großartige Menschen zu verlieren, aber es schafft auch Chancen für weitere großartige Führungspersönlichkeiten, die sich auf dem bevorstehenden Weg motiviert fühlen, neue und größere Rollen einzunehmen.“

Cox lässt Differenzen durchblicken

Zwischen den Zeilen lässt nicht nur diese Aussage Raum für Interpretationen, dass es zwischen Zuckerberg und seinen Managern zuletzt alles andere als harmonisch zuging. Auch ein Facebook-Post von Cox lässt diesen Schluss zu.

Denn dort ist nicht davon zu lesen, dass er sich auf neue Herausforderungen im Leben freue. Vielmehr sei er „mit großer Traurigkeit“ erfüllt, das Unternehmen zu verlassen. Und: Der von Zuckerberg verkündete Strategiewechsel müsse von Führungskräften begleitet werden „die begeistert sind, die Neuausrichtung durchzusetzen.“ Er wäre es offenbar nicht gewesen.

„Wir haben eine so wichtige Arbeit vor uns und ich freue mich darauf, weiter daran zu arbeiten, den Menschen die Kraft zu geben, Gemeinschaft zu schaffen und die Welt zusammenzubringen.“ Mark Zuckerberg, Gründer und Chef von Facebook

Die Position seines engen Vertrauten Cox will Zuckerberg nicht neu besetzen. Als neuen Chef von WhatsApp hat Facebook aber bereits Will Cathcart ernannt. Er sei zuletzt für die Facebook-App verantwortlich gewesen, wo er die Leistung und Zuverlässigkeit der App erheblich verbessert habe, so Zuckerberg.

Chef-Entwicklerin von Facebook wird wiederum Fidji Simo, die auch in der Vergangenheit schon intensiv an der Weiterentwicklung der App mitgewirkt habe. Als Vertreterin von Cathcart ist sie die logische Nachfolgerin.

Quellen:

  • Facebook

Bildquellen:

  • Facebook HQ: Facebook
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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er seinen Werdegang im Technik-Journalismus. Heute ist Hayo Chefredakteur bei inside handy. Getreu dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" kann er bereits um 6 Uhr dabei erwischt werden, wie er mit einer Tippfrequenz von gefühlt 3 GHz einen Artikel zum kommenden 5G-Netz produziert – als Aufwärmübung im ICE-Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und dem Sitz von inside handy in Brühl bei Köln. Und seitdem es einfache Vorlagen für gute HTML-Tabellen gibt, kann den glühenden Fan von Preußen Münster nichts mehr aufhalten.

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