Byton M-Byte: Der Tesla-Rivale mit Riesen-Display will auf die Straße

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Byton M-Byte auf der CES
Byton M-Byte auf der CESBildquelle:
Die CES zeigt 2019, dass sie auch als Auto-Messe an Relevanz gewinnt. Der chinesische Hersteller Byton zeigt in Las Vegas in diesem Jahr kein neues Auto. Allerdings macht das Unternehmen offenbar Riesensprünge in Richtung Serienfertigung und will den Byton M-Byte noch 2019 auf die Straßen bringen. Dabei gibt sich das Unternehmen innovativ, wie einst Tesla.

2017 zeigte Byton sein Modell M-Byte erstmals als Konzept. 2018 gab es schon einen Prototyp zu sehen. Der Rahmen jeweils: Die CES. Das Elektronik-Festival hat es den Autoherstellern mehr und mehr angetan. So gehört Byton auch 2018 zu den Ausstellern und hat große Pläne: Der Autohersteller mit dem Fokus auf E-Mobility, vernetztes Fahren und der Perspektive für autonomes Fahren, will sein 2017 erstmals gezeigtes Konzept des Byton M-Byte so schnell wie möglich – und vor allem noch 2019 – auf die Straße bringen.

Vom Konzept zum fertigen Auto sollen nicht mehr als 28 Monate vergehen. Deutlich weniger, als das bei „traditionellen Herstellern“ der Fall sei, wie Byton-Chef Dr. Carsten Breitfeld betont. Und der Deutsche sollte es wissen, arbeitete er doch lange Zeit als Manager bei BMW.

Byton M-Byte: Das kann der Tesla-Rivale

Der Byton M-Byte ist ein reines Elektroauto. Der Akku soll für 325 Kilometer unter Vollast reichen und innerhalb von einer halben Stunde um 80 Prozent wieder aufgeladen sein. In der Außenansicht sieht der M-Byte – im Übrigen ein SUV-4-Sitzer – aus wie ein gewöhnliches Auto. Selbstredend entwickelt Byton eine eigene Design-Sprache für Chassis und Interieur.

Mit Riesen-Display auf die Autobahn

Der Zauber steckt im Innern und erstreckt sich fast über die gesamte Breite des Armaturenbretts. Korrektur: Es ist das Armaturenbrett. Allerdings packt Byton alle Steuerelemente in ein riesiges, über 1,20 Meter breites Display. Die 48-Zoll-Anzeige ist ein Hingucker und dominiert das Innenleben des Autos. Bildschirme gibt es zusätzlich noch im Lenkrad und vor den beiden Rücksitzen.

Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Display hinter dem Lenkrad. Byton-Chef Breitfeld veranschaulicht den Bildschirm als Äquivalent zu 7 Tablets oder 24 Smartphones. Dargestellt wird die eigene Auto-Benutzeroberfläche, die Schnittstellen für sämtliche Belange des Fahrens bietet und eine vollkommene und angepasste Amazon-Alexa-Integration anbietet.

Auf der linken Seite des Displays werden während der Fahrt Informationen zu Auto oder Strecke an. Weiter rechts ist der Bereich frei einteilbar und kann Internet-Funktionen wie Alexa weichen oder einen gestreamten Film zeigen.

Vernetzung und selbstständiges Fahren

Die Vernetzung des Byton M-Byte funktioniert bislang noch mittels 4G-Mobilfunk. Allerdings vergibt der Hersteller selbst das nebulöse Prädikat „5G-Ready„. An die Zukunft wird offenbar gedacht. Um in Konkurrenz zu Tesla und Konsorten zu gelangen, muss das Gefährt auch selbstständig fahren können. Auf der fünfstufigen Skale zum autonomen Fahren, ist der Byton M-Byte auf Stufe 3 angelangt. Das bedeutet „hochautomatisiertes Fahren“ und erlaubt, das Auto in gewissen Verkehrssituationen selbstständig zu fahren. Allerdings bleibt die Bedingung, dass ein Fahrer in Sekundenschnelle eingreifen kann.

Die 5 Stufen des autonomen Fahrens

  • assistiertes Fahren (Level 1) –  Stop&Go-Funktion, Abstand-Regler, Parkassistent
  • teilautomatisiertes Fahren (Level 2) –  Steuerübernahme, automatisches Bremsen und Beschleunigen
  • hochautomatisiertes Fahren (Level 3) – Fahrer kann sich unter bestimmten Bedingungen vom Verkehr abwenden
  • vollautomatisiertes Fahren (Level 4) – Das Auto fährt autonom, allerdings nur in einer ausgerüsteten, „antrainierten“ Infrastruktur
  • autonomes Fahren (Level 5) – Vom „Fahrer“ wird keine Fahrerlaubnis, Fahrtüchtigkeit oder gar Existenz erwartet. Das Auto fährt frei und autonom.

Fertigung in China, weitere Modelle in der Pipeline

Byton fertigt den M-Byte gänzlich in China. Das Unternehmen besitzt Produktionsflächen in Nanjing, im Osten des Landes. Die Kapazität soll bei Bedarf auf bis zu 300.000 Modelle pro Jahr ausgeweitet werden. Pläne, die wohl frühestens 2020 angegangen werden.

Mittelfristig soll es laut den deutschen Byton-Gründern Carsten Breitfeld und Daniel Kirchert nicht beim M-Byte bleiben. Der bereits als Konzept existierende Byton K-Byte soll 2021 in Serie gehen. Ab 2023 plant der Hersteller mit einem dritten Modell.

Zum Kostenpunkt für den Endverbraucher, der sich einen Byton M-Byte zulegen möchte, wurden auf der CES nur wenige Worte verloren, diese aber präzise gewählt: Ab 45.000 US-Dollar (derzeit etwa 39.500 Euro) soll der Wagen zu haben sein. Möglicherweise ist das Unternehmen aber noch gezwungen, weiter an der Preisschraube zu drehen. Immerhin: Wird dieser Preispunkt ungefähr getroffen, macht Byton so eine Kampfansage in Richtung Tesla. Hier startet das günstigste Model S bei etwas mehr als 60.000 Euro.

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