5G Auktion: Bundesnetzagentur verschärft per Sonderregel den Frequenzpoker

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Bildquelle: T-Mobile Austria
Seit Wochen streiten die Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland gemeinsam mit 1&1 Drillisch um die Frequenzen für künftige 5G-Netze. Im Rahmen der in Mainz stattfindenden 5G-Auktion hat die Bundesnetzagentur die Daumenschrauben nun spürbar angedreht. Grund ist die Gebots-Bummelei der vier Beteiligten bei der laufenden Auktion.

Die Bundesnetzagentur hat genug. Sie möchte offenbar nicht länger zusehen, wie die vier Auktionsteilnehmer im Schneckentempo ihre Gebote in der 5G-Auktion erhöhen. Seit nunmehr elf Wochen feilschen Vodafone, Telekom, Telefónica und United Internet um die zur Verfügung stehenden 5G-Frequenzblöcke. Nachdem in den zurückliegenden beiden Wochen die Gebote nur äußerst langsam erhöht wurden und ein Friedensangebot von 1&1 Drillisch von den drei anderen Auktionsteilnehmern abschmettert wurde, sorgt nun die Bundesnetzagentur selbst für das entsprechende Salz in der Suppe: Sie hat kurzerhand die Höhe der Mindestgebote deutlich nach oben geschraubt.

Bundesnetzagentur vollzieht bisher einmaligen Schritt

Wie das „Handelsblatt“ berichtet müssen die Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 seit Mittwoch jeweils mindestens 13 Millionen Euro mehr pro Frequenzblock bieten, auf den sie ein neues Höchstgebot abgeben möchten. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur sagte der Zeitung: „Ziel ist eine Beschleunigung der Auktion.“ Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass die Bundesnetzagentur zu einem solchen Mittel während einer noch laufenden Mobilfunk-Auktion greift.

Gültig ist die neue Regel laut Informationen des „Handelsblatt“ für die Frequenzblöcke im Bereich um 3,6 Gigahertz. Bisher lagen hier die neuen Höchstgebote in den meisten Blöcken bei zwei Prozent. So wie es in den Auktionsregeln festgelegt ist. Allerdings hat die Bundesnetzagentur in Form einer Sonderregel die Möglichkeit, die Summe der Höchstgebote neu festzusetzen. Ziel dürfte sein, dass eines der vier beteiligten Unternehmen schneller nachgibt und die Auktion zu einem Ende gebracht werden kann.

Der Kampf um 10 Megahertz nimmt (bisher) kein Ende

Am Mittwochnachmittag lag die Summer der abgegebenen Höchstgebote nach 468 Runden bei rund 6,2 Milliarden Euro. Im Vorfeld der Auktion hatten Experten mit Erlösen von höchstens 5 Milliarden Euro gerechnet. Grund für die schon jetzt deutlich höheren Gebote: Die Netzbetreiber streiten im 3,6-GHz-Band um insgesamt 310 Megahertz Frequenzspektrum. Zur Verfügung stehen aber nur 300 Megahertz. Derjenige, der am Ende nachgibt, dürfte beim Netzaufbau und beim späteren Betrieb mit höheren Kosten zu kämpfen haben.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, hatte die beteiligten Unternehmen wiederholt ermahnt, die Auktion nicht künstlich in die Länge zu ziehen. Da eine Reaktion ausblieb, folgt nun die Verschärfung der Auktions-Regeln.

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  • 5G Symbolbild: T-Mobile Austria

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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er im Technik-Journalismus durch. Heute ist Hayo nicht nur Feuer und Flamme für die besten Serien bei Prime Video und Sky - ein Netflix-Abo hat er nicht - sondern auch für alles, was mit elektrifiziertem Fahren zu tun hat. Und damit sind nicht nur die ICE- und IC-Züge der Deutschen Bahn gemeint, die er im Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und der Redaktion von inside handy vor den Türen Kölns mehrmals wöchentlich besteigt, sondern vor allem auch Elektroautos.

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