Daten: Bundeskartellamt geht gegen Facebook vor

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Aufgang des Hauptgebäudes des Bundeskartellamts in Bonn
Bildquelle: Bundeskartellamt
Seit dem Skandal rund um Cambridge Analytica im vergangenen Jahr, sieht sich Facebook in regelmäßigen Abständen mit Negativschlagzeilen konfrontiert. Trotz der europäischen DSGVO zieht das Soziale Netzwerk trotzdem aus Mitgliederdaten einen großen Nutzen. Das Bundeskartellamt geht nun gegen Facebook vor und will das Vorgehen verbieten.

Das Bundeskartellamt nimmt sich aktuell Facebook zur Brust und will mehr oder weniger eines der Kerngeschäfte des Sozialen Netzwerks verbieten: die Sammlung von persönlichen Daten. Laut Informationen der „Bild am Sonntag“ will das Kartellamt das Sammeln von Nutzerdaten zumindest in weiten Teilen in Deutschland unterbinden. Den entsprechenden Gerichtsbeschluss übergebe die Bonner Behörde zeitnah an Facebook, heißt es.

In das Verbot fallen nicht nur die Daten, die Nutzer bei Facebook selbst eingeben. Die Bonner Behörde sieht das Problem vor allem außerhalb des Sozialen Netzwerks, also über Drittanbieter. Denn Facebook sammelt auch auf anderen Plattformen wie WhatsApp oder Instagram im großen Stil Daten. Darüber hinaus sind auch Spiele-Apps und weitere Webseiten betroffen, die Facebook-Konten mit ihrer Webseite verknüpfen. Wie das Bundeskartellamt beschreibt, soll Facebook bereits persönliche Daten speichern, wenn beispielsweise der „Gefällt mir“-Button nicht betätigt, Nutzer aber eine dazu passende Webseite aufgerufen haben, so das Kartellamt.

Kartellamt räumt Frist ein

Laut der „Bild am Sonntag“ soll das Bundeskartellamt Facebook eine Frist einräumen, damit das Unternehmen den Forderungen gerecht werden kann. Dies entspricht allerdings nicht dem üblichen Verfahren, bei dem Unternehmen den Regelungen unverzüglich nachkommen müssen. Facebook will dieses Verbot nicht hinnehmen und kündigte gegenüber der Zeitung an, dass man sein Vorgehen und seine Position verteidigen wolle.

Aus der Politik hagelt es indes harsche Kritik. Bündnis 90/Die Grünen maßregelten das Bundeskartellamt, da man nicht nur die Marktmacht Facebooks, sondern auch die generelle Macht der Internetkonzerne zu lange unterschätzt hätte. Der Beschluss des Kartellamts sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, auf den jedoch noch viele weitere folgen müssten. Außerdem fordern die Grünen, dass WhatsApp sowie Instagram wieder von Facebook losgelöst werden.

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