Missbrauchsvorwürfe: Amazon im Visier des Bundeskartellamtes

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Amazon Männchen aus Kartons
Bildquelle: Pixabay
Dass Amazon zu den größten Online-Händlern weltweit gehört, ist unbestritten. Doch Amazon fungiert nicht nur als Händler, sondern auch als Verkaufsplattform. Und offenbar gibt es zahllose Beschwerden über den Umgang mit externen Verkäufern. Deswegen tritt nun das Bundeskartellamt auf den Plan und nimmt Amazon ins Visier.

Wie das Bundeskartellamt in Bonn mitteilt, stehe Amazon derzeit im Visier der Behörde. Sie will ein Missbrauchsverfahren gegen den Konzern einleiten. Im Zentrum des Interesses steht dabei vor allem amazon.de, der in Deutschland zu den größten Marktplätzen im Netz zählt. Im Detail wolle man die Geschäftsbedingungen sowie Verhaltensweisen von Amazon gegenüber externen Händlern prüfen, heißt es.

Die Doppelrolle die Amazon spielt, bringt Schwierigkeiten und Behinderungen für andere Online-Händler mit, so das Bundeskartellamt. „Amazon ist selbst der größte Online-Händler und das Unternehmen betreibt den mit Abstand größten Online-Marktplatz in Deutschland. Viele Händler und Hersteller sind beim Online-Vertrieb auf die Reichweite von Amazon angewiesen. Amazon fungiert so als eine Art „gate keeper“ gegenüber den Kunden“, äußert Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.

Zusammenarbeit von EU-Kommission und Bundeskartellamt

Da das Bundeskartellamt Beschwerden von Händlern nachgeht, die ihre Ware über Amazon verkaufen, prüft auch die EU-Kommission die Vorfälle. „Aufgrund der vielen uns vorliegenden Beschwerden werden wir prüfen, ob Amazon seine Marktposition zu Lasten der auf dem Marktplatz tätigen Händler ausnutzt. Die Geschäftsbedingungen und Verhaltensweisen von Amazon gegenüber den Händlern werden damit umfassend auf den Prüfstand gestellt“, so Andreas Mundt.

Erwartet wird, das Amazon unlautere Geschäftsbedingungen betreibt, sodass beispielsweise Haftungsfragen zu Lasten der externen Händler fällt. Darüber hinaus werden auch Regeln zu Produktrezensionen, Sperrungen von Händlerkonten und Kündigungen im Detail überprüft. Wird im Zuge der Ermittlungen deutlich, dass Amazon seine Stellung missbraucht, könnte das Bundeskartellamt den Konzern zum Beenden der Praktiken zwingen. Eine Geldstrafe hätte Amazon jedoch nicht zu befürchten, heißt es.

Amazon selbst äußerte sich zu den Vorwürfen bislang noch nicht.

Reaktionen auf das Verfahren

Aus der Politik erfährt das Bundeskartellamt Zustimmung. Bundesjustizministerin Katarina Barley von der SPD hält das Verfahren sowie die Überprüfung Amazons für die richtige Entscheidung. Gegenüber dem „Handelsblatt“ urteilte die Politikerin: „Die großen Internetplattformen prägen nicht nur unseren Alltag, sondern haben auch eine erhebliche Marktmacht erlangt. Diese dominierende Stellung dürfen sie gegenüber kleinen Händlern nicht missbrauchen.“

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