Asus ROG Phone im Langzeit-Test: Das beste Flaggschiff für Gamer

7 Minuten
Das Asus ROG Phone
Bildquelle: David Gillengerten / inside handy
Sind Gaming-Smartphones eine sinnvolle Erweiterung des jetzt schon übersättigten Handy-Marktes? Und lohnt es sich überhaupt, ein Spiele-Modell anstelle eines konventionellen Flaggschiffes zu nutzen? Die Antwort auf diese Fragen ist ein klares „Ja“. Warum das so ist, erklärt Redakteur David Gillengerten im ausführlichen Langzeittest des Asus ROG Phone.

Computer- und Videospiele erobern den Massenmarkt. Schon seit einigen Jahren drängen Games immer mehr in das öffentliche Bewusstsein. Ob auf T-Shirts, im TV und Kino oder auf unzähligen Internet-Plattformen: Digitale Spiele werden als Teil der Nerdkultur immer stärker zum Mainstream. Da ist es kein Wunder, dass sie auch auf dem Smartphone seit dem ersten Tag eine wichtige Rolle spielen. Titel wie „Angry Birds“ und „Doodle Jumper“ sind beispielsweise unzertrennlich mit dem ersten iPhone verbunden. Und im Jahr 2018 machte Fortnite von Epic Games Schlagzeilen mit Rekordumsätzen in nie da gewesenen Ausmaßen.

Ein eher neuer Trend im Bereich der Spiele stellen die sogenannten Gaming-Smartphones dar. Der Mix aus modernem Oberklasse-Handy und dezidierter Zocker-Hardware erlebte ihre Renaissance im Jahr 2017. Damals stellte der für sogenannte Peripheriegerät bekannte Hersteller Razer ein eigenes Smartphone vor. Das Razer Phone begründete dann in den folgenden Monat einen Trend, dem einige Unternehmen folgten. Unter anderem Huawei sowie die Tochter-Marke Honor und Nubia veröffentlichten eigene Zocker-Modelle. Ein weiterer Hersteller, der ein Gaming-Smartphone präsentierte, war Asus. Der taiwanische Hersteller ist unter anderem für seine PCs, aber auch für seine Gaming-Hardware unter der Marke „Republic of Gamers“ (ROG) sowie eigenen Handys (Zenfone-Reihe) bekannt.

Software Android 8.1 Oreo
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845
Display 6 Zoll, 1.080 x 2.160 Pixel
Arbeitsspeicher 6 GB, 8 GB
Hauptkamera 4656x3496 (16,3 Megapixel)
Akku 4.000 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP68 (Schutz gegen Untertauchen)
Gewicht 200 g
Farbe Schwarz
Einführungspreis 128 GB / 6 GB: 790 €, 512 GB / 8 GB: 965 €
Marktstart 4. Quartal 2018

Das Asus ROG Phone im Langzeit-Test

Und damit bin ich beim Langzeit-Test des ROG Phone von Asus angekommen. Knapp fünf Monate durfte ich das Gaming-Smartphone mit freundlicher Unterstützung von 1&1 sowie Asus Deutschland im Alltag nutzen. Dabei habe ich es teilweise als sogenannten daily driver (sprich als Gerät für den täglichen Einsatz), teilweise als Zweitgerät neben meinem iPhone genutzt. Dabei sammelte ich wichtige und interessante Erfahrungen, besonders im Bezug auf zwei entscheidende Fragen:

  1. Was sind die Vorteile von Gaming-Smartphones – besonders im Vergleich zu existierenden Flaggschiffen?
  2. Lohnt sich der Kauf eines Zocker-Modells?

Sie sollen im Folgenden vor allem beachtet und beantwortet werden.

Ein stimmiges Gesamtbild

Schon im Test machte das Gaming-Handy von Asus eine gute Figur. Und auch mehrere Monate später bleibt dieser Eindruck bestehen. Viele Aspekte und Funktionen wirken durchdacht und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Sei es die verbaute Hardware, die Software oder das Design: Man merkt, dass beim ROG Phone das Beste aus der Gaming-Hardware-Sparte von Asus und der Smartphone-Welten zusammengekommen ist. Besonders im Vergleich zu den Konkurrenten wirkt das Modell wohlüberlegter.

Das macht sich an mehreren Punkten bemerkbar. Da ist das gelungene Design, das mir auch noch nach Monaten sehr gut gefällt und für viel Aufmerksamkeit sorgt. Der Look der ungewöhnlichen Rückseite im Allgemeinen und das leuchtende ROG-Logo im Speziellen sind vor allem zu erwähnen. Auch die Größe und das Gewicht konnten mich überzeugen. Die Abmessungen von 158,83 x 76,16 x 8,65 Millimeter und das Gewicht von 210 Gramm waren wie gemacht für meine Hände.

Erwartungen erfüllt

Aber auch im Inneren des ROG Phone funktioniert vieles so, wie ich es mir von einem Gaming-Smartphone erhofft habe. Der Prozessor, ein Qualcomm Snapdragon 845, sorgt für Flaggschiff-Performance. Die verbaute Kühlung des Handys reicht derweil oft aus, um den Chip selbst bei mehrstündigen Spiele-Sessions auf einem angenehmen Wärme-Niveau zu halten. Dank besonderer Gaming-Software, auch X-Modus genannt, kann ich derweil mein Spielerlebnis je nach Titel individuell anpassen. Viele andere Gaming-Smartphones besitzen nur einen Bruchteil dieser Einstellungsmöglichkeiten.

Ein weiterer, wichtiger Pluspunkt beim Asus ROG Phone: Es lädt unglaublich schnell. Im Test dauerte es gerade einmal 33 Minuten, bis der Akkustand von 30 Prozent auf 80 Prozent wanderte. Schneller sind nur wenige andere Handys. Besonders auf Reisen oder nach langen Spiele-Sessions war es ein Segen, das Smartphone schnell wieder um einige Prozentpunkte laden zu können.

Der Teufel steck im Detail

Es gibt jedoch auch Kritik, die das ROG Phone nach knapp fünf Monaten Dauertest über sich ergehen lassen muss. Sie versteckt sich vor allem in Details. Da wären einerseits fragwürdige Design-Entscheidungen bei einigen Komponenten. Besonders hervorsticht der Fingerabdruck-Sensor – oder eben nicht. Denn er ist in der unruhigen Rückseite des ROG Phone nur schwer zu ertasten. Selbst nach einigen Wochen habe ich immer noch Probleme, ihn von der Kamera des Gaming-Handys zu unterscheiden.

In die gleiche Kerbe schlagen auch die Schultertasten im Gehäuse, auch AirTriggers genannt. Sie sind ebenfalls schwer zu ertasten und beim Spielen habe ich sie entweder gar nicht oder unabsichtlich betätigt. Andere Geräte wie das Red Magic Mars von Nubia zeigen, wie es besser geht. Ein weiterer, kleiner Kritikpunkt am ROG Phone ist der Sound. Die Lautsprecher auf der Vorderseite sind leider nur mittelmäßig und können mit Flaggschiffen wie dem iPhone oder dem Galaxy S10, geschweige denn den direkten Konkurrenten Razer Phone und Razer Phone 2 nicht mithalten. Es empfiehlt sich daher, das Gaming-Handy von Asus mit Kopfhörern zu nutzen.

Schwachstelle Kamera

Für viele Nutzer eines „normalen“ Flaggschiff-Smartphones spielt die Kamera eine besonders wichtige Rolle. Gaming-Handys sind erfahrungsgemäß schlecht darin, mit den Anforderungen in diesem Bereich Schritt zu halten. Das gilt leider auch für das ROG Phone von Asus. Während es zum Test-Zeitpunkt noch mit einer akzeptablen Kameraleistung punkten konnte, hat sich der Markt mittlerweile schon wieder weiterentwickelt. Im Vergleich zu Vorzeige-Modellen wie dem Huawei P30 Pro oder dem Samsung Galaxy S10+ macht das Asus-Modell keine guten Bilder. Selbst im Segment der Zocker-Geräte ist das ROG Phone nicht der Spitzenreiter. Diese Ehre wird dem Huawei Mate 20 X zuteil.

Per se nicht schlecht, aber zumindest weniger gut als erwartet: die Erweiterungen des ROG Phone. Der in der Standardausstattung enthaltene Ventilator-Aufsatz „AeroActive“ kam bei mir abseits des Tests nie zum Einsatz. Dies war nicht notwendig, da die verbaute Kühlung ihren Job gut genug erledigte. Und auch andere Erweiterungen wie der ansteckbare Controller oder die Docking-Stationen haben in meinen Augen nur eine sehr spitze Zielgruppe.

Fazit: Asus ROG Phone im Langzeit-Test – Das Flaggschiff für Gamer

Zum Abschluss sollen noch einmal die anfänglich gestellten Fragen beantwortet werden. Denn das Asus ROG Phone verdeutlich gut, wo die Vorteile (und auch Nachteile) von Spiele-Handys gegenüber normalen Flaggschiff-Modellen liegen. Besonders der Fokus auf das Gaming-Thema im Design, der Ausstattung und der Software machen die Geräte zu einer lohnenden Alternative für mobile Zocker. Mittlerweile versuchen einige Hersteller mit dezidierten Gaming-Modi und anderen Besonderheiten auf den Zug aufzuspringen. In vielen Bereichen können sich Spiele-Smartphones aber als eigene Art des modernen Handys behaupten.

Aber es gibt auch negative Unterschiede zwischen den Smartphone-Kategorien. Besonders bei der Kamera bemerkt man schnell, dass aktuelle Flaggschiffe beinah allen Spiele-Handys überlegen sind. Teilweise sind es aber auch nur Details, die nicht ganz passen. Beim ROG Phone ist das vor allem der Fingerabdruck-Sensor und der etwas schwache Sound. Lohnt sich ein Kauf des Gaming-Smartphones von Asus trotz dieser Schwachstellen? Meine persönliche Meinung ist: auf jeden Fall! Es wäre in der Kategorie der Zocker-Handys meine erste Wahl und auch unter allen Android-Handys ein klarer Favorit für mich.

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2 KOMMENTARE

  1. Dein Fazit ist sehr objektiv und sehr nah an meiner Erfahrung mit dem Asus ROG Phone, ich habe es aber schweren Herzens abgegeben, weil Asus mit Firmware Updates für das ROG, sich unverständnlich viel Zeit lässt, es (dűmpelt) immer noch mit Version Android 8.1 durch die Gegend, abgesehen von den monatlichen Sicherheits Updates die zumindest bei mir ausblieben, eigentlich unverständnlich für so ein (eigentlich tolles) Premium Smartphone, vielleicht machen sie es beim ROG Phone II, dann besser 😉

    • Hallo Hannes,

      danke für das Lob!

      Die Kritik an der Software war zu Beginn auch einer meiner Überlegungen. Jedoch gibt es genug andere Hersteller, die ihre Handys noch schlechter mit Updates versehen. Hinzu kommt natürlich die ganze extra Gaming-Software, die es durchaus etwas schwieriger macht, Android 9 Pie aufzuspielen. Deshalb habe ich das hier nicht erwähnt gehabt. Dennoch finde ich es gut und wichtig, dass du noch einmal drauf hingewiesen hast!

      Viele Grüße aus der Redaktion

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