iPhone Akku schnell leer: So löst man Apples Kälte-Schock

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iPhone Kälteproblem
Bildquelle: inside handy
Es ist kein allzu großes Geheimnis, dass Apples iPhones zu den beliebtesten Smartphones gehören. Trotzdem werden in zahlreichen Foren und Medien in regelmäßigen Abständen unterschiedliche Software- und Hardware-Fehler thematisiert. Ein Problem, das seit Jahren immer wieder neu auftritt, ist die Kälte. In niedrigeren Temperaturen treten unterschiedliche Fehler auf – bis hin zur abrupten Ausschaltung des Geräts.

Ein Skiurlaub in den Bergen ist ein schönes Erlebnis. Man betrachtet die Landschaft und betätigt sich sportlich. Doch ein solcher Urlaub bringt auch ein unerwartetes Problem, denn einige iPhone-Modelle verweigern bei niedrigen Temperaturen den Dienst – und das bereits über mehrere Generationen hinweg.

iPhone Akku entlädt sich: Kälte und Apple vertragen sich nicht

Berichte über Kälteprobleme meldeten bereits Besitzer eines iPhone 6s, als es noch das aktuelle Smartphone von Apple war. Auch inside handy testete im Winter 2016/17 zwei iPhone-6s-Geräte, wobei das Ergebnis eindeutig ausfiel: Beide Geräte wiesen Probleme mit dem Zusammenspiel von Akku und Ladebalken auf. Der auf dem Display angezeigte Prozentwert stimmte hier immer wieder nicht mit dem Ladezustand des Geräts überein. Weiterhin schalteten sich die iPhones aufgrund von Strommangel ab, obwohl die Anzeige noch einen Ladezustand von 30 bis 50 Prozent suggerierte.

Gehäuft trat das Problem bei den zwei betroffenen iPhone 6s auf, wenn die Außentemperaturen sanken. An kühlen Herbst- und Wintertagen haben die beiden Test-Redakteure damals unabhängig voneinander feststellen müssen, dass ihre iPhones sich abschalten, obwohl auf dem Display noch ein theoretisch beruhigender Energievorrat zu sehen war. Wollen sie ihre Smartphones wieder einschalten, war der Neustart ohne Ladekabel entweder gar nicht möglich oder es wurde erneut ein falscher Wert angezeigt – gefolgt von einem neuerlichen Absturz. Ganz offensichtlich entlud sich der Akku also schneller, als dies vom Apple und iOS verarbeitet werden kann. Die Geräte wurden beide im Jahr 2015 gefertigt.

Damals reagierte Apple mit einer Akkutausch-Aktion. Bei betroffenen Geräten wurde der Akku vorübergehend kostenlos ausgewechselt. Es handelte sich also offensichtlich um einen Hardware-Fehler – doch mit der Aktion wurde das Problem nicht restlos ausgetilgt. Auch bei neueren Modellen konnte inside handy Kälte-Probleme beobachten. So weist ein später produziertes iPhone SE auch heute noch die gleichen Symptome auf.

Auch das iPhone 8 und das iPhone X sind nicht kälteresistent

Im Gegensatz zu dem iPhone 6s und dem iPhone SE handelt es sich bei dem iPhone X und iPhone 8 um deutlich aktuellere Modelle. Diese kamen Ende 2017 auf den Markt, scheinen bei niedrigen Temperaturen jedoch ebenfalls Probleme aufzuweisen – wenngleich andere. Hier meldeten Nutzer Anfang 2018 Schwierigkeiten bei der Blitzfunktion. So soll der LED-Blitz selbst bei Plusgraden den Dienst verweigert haben. Die einzige Lösung in solch einer Situation war es, das Gerät in eine wärmere Umgebung zu bringen.

Apple selbst gibt an, dass die iPhones, iPads und iPods der vierten Generation oder neuer nur in einem Temperaturbereich zwischen 0 und 35 Grad Celsius genutzt werden sollen. Niedrigere oder höhere Werte können laut Hersteller dazu führen, dass das Gerät sein Verhalten ändert, um seine Temperatur zu regulieren. So räumt Apple selbst ein, dass die Verwendung in kalter Umgebung die Batterielaufzeit vorübergehen verkürzen und ein Abschalten der Geräts verursachen kann.

Kälteproblem: iPhone XS Max zeigt sich unbeeindruckt

inside handy hat aktuell auch das iPhone 8 Plus und das nagelneue iPhone XS Max auf ihre Kältebeständigkeit getestet. Dabei wurden diese für eine halbe Stunde niedrigen Temperaturen ausgesetzt und daraufhin auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Zumindest unter diesen nicht ganz realitätsnahen Bedingungen zeigten beide Geräte keinerlei Beeinträchtigungen. Der Akkustand blieb auf einem ähnlichen Niveau, die Geräte schalteten sich nicht ab und auch der LED-Blitz funktionierte beim älteren iPhone 8 Plus einwandfrei. Bei Minusgraden dürfte sich dies jedoch ändern.

Akkutausch als Lösung: Aktion endet demnächst

Vor knapp einem Jahr sorgte Apple für zahlreiche Schlagzeilen. Ohne es in irgend einer Form zu Kommunizieren, drosselte das Unternehmen die Leistung bestimmter iPhone-Modelle – ohne dass der Nutzer dies beeinflussen konnten. Diese Maßnahme sollte dem Ausschalten des Handys bei schlechtem Akku vorbeugen, wurde jedoch stark kritisierte. Als eine Art Wiedergutmachung startete Apple daraufhin eine Aktion, bei der der Akkus für lediglich 29 Euro ausgewechselt werden können. Das könnte auch das beschriebene Kälte-Problem zumindest teilweise beziehungsweise vorübergehend beheben. Die Aktion läuft allerdings nur bis Ende 2018 und es ist recht schwer noch einen Termin für den Akkutausch zu ergattern.

Akku-Probleme: Folgende Lösungsmöglichkeiten gibt es

„Warum geht mein iPhone bei Kälte aus?“

Wie alle modernen Handys setzt auch das iPhone 6s auf einen Lithium-Ionen-Akkumulator. Dabei handelt es sich um eine Batterie, die sich dank ihrer schnellen Ladezeit und einer hohen Lebensdauer besonders für die Nutzung in Smartphones anbietet. Ein Nachteil der Technik ist jedoch ihre Wetteranfälligkeit. Besonders bei extremen Temperaturen leidet der Akku.

Das gilt vor allem für Hitze. Smartphones, die über längerer Zeit der direkten Sonne ausgesetzt sind, können bleibende Schäden wie Leistungsabfall davontragen. Im Vergleich dazu sind die Probleme mit kalten Temperaturen weniger schwerwiegend – dennoch aber störend. Vor allem die Kapazität der Akkus leidet im Winter. Bis zu 50 Prozent temporärer Leistungsverlust sind möglich. Apple selbst gibt an, dass ein iPhone Akku optimal bei Temperaturen zwischen 0 und 35 Grad Celsius arbeite.

Die Brisanz des aktuellen Fehlers liegt darin, dass schon leichte Kälte (um die 10 Grad Celsius) für extreme Veränderungen bei der Akku-Leistung sorgt. Normalerweise treten solche Probleme erst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt auf oder bei älteren Geräten. Hilfreich kann es sein, ein Akkupack (Powerbank) mit sich zu führen, um ein iPhone direkt nachdem es ausgegangen ist, mit neuer Energie versorgen zu können.

„Hilft es bei Akku-Problemen mein iPhone auf Werkseinstellung zurückzusetzen?“

Möglich! Die Zurücksetzung des iPhones auf Werkseinstellung hilft in vielen Fällen, eventuelle Fehler mit der Software in Verbindung mit der Kälte zu beheben. Dabei werden jedoch alle Daten und Einstellungen vom Handy gelöscht. Ein Backup über iTunes oder den iCloud-Service von Apple wird dringend empfohlen. Außerdem sollte die Funktion „Mein iPhone suchen“ im Bereich „iCloud“ unter den Einstellungen von iOS deaktiviert werden.

Um das iPhone auf die Werkseinstellung zurückzusetzen, muss das Handy per Kabel mit einem PC verbunden sein, auf dem iTunes installiert ist. In dem Programm befindet sich dann ein Reiter für das Gerät. In der „Übersicht“ gibt es den Befehl „iPhone wiederherstellen …“, der nach erneuter Bestätigung das iPhone zurücksetzt und auf die Werkseinstellung zurückstellt. Danach kann das Gerät per Backup auf den alten Stand gebracht werden.

In aktuellen Fall der Probleme rund um den Akku des iPhone 6s ist es ratsam, das Gerät zurückzusetzen – eine sichere Lösung des Fehlers stellt sie jedoch nicht dar. Auch wenn iOS auf die Werkeinstellung zurückgestellt wird, kann das Problem mit dem Akku weiter existent sein. Spätestens dann sollte der Support von Apple kontaktiert werden.

iPhone 6s/ Plus: Screenshot iOS 9

„Sollte ich den Akku kalibrieren, um eine bessere Laufzeit bei Kälte zu erzielen?“

Eine Kalibrierung des Akkus auf Winter- oder Sommertemperaturen ist grundsätzlich nicht möglich und behebt auch kein Problem mit der Anzeige wie es beim iPhone 6s zu beobachten ist. Dennoch stellt es eine Möglichkeit dar, die Laufzeit des Akkus zu verlängern. Dazu müssen Nutzer eines iPhones das Gerät nur so lange benutzen, bis es komplett ohne Energie ist und sich ausschaltet. In einem zweiten Schritt ist es notwendig, den Akku auf 100 Prozent und noch circa 15 Minuten darüber hinaus laden zu lassen – ohne das Gerät zwischenzeitlich zu nutzen. Um sicher zu gehen, können vorsichtige Nutzer diesen Schritt danach noch einmal wiederholen. Die Kalibrierung eines Akku sollte grundsätzlich alle paar Monate durchgeführt werden.

„Kann ich das iPhone wärmen, um es in der Kälte länger zu benutzen?“

Auf jeden Fall. Da niedrige Temperaturen einen Einfluss auf das Anzeigen-Problem haben, ist es durchaus lohnenswert ein ausgegangenes iPhone 6s für einige Minuten „warmzuhalten“. Dies kann mittels eines warmen Raumes, einer Tasche aber auch dem eigenen Körper wie den Handflächen geschehen. Bei den betroffenen Smartphones von inside handy sorgte eine leichte Erwärmung für eine zwischenzeitliche Inbetriebnahme des Geräts. Aber Achtung: Zu starke Temperaturschwankungen können das iPhone wiederum beschädigen. Ein iPhone auf eine Heizung zu legen, ist deswegen nur eingeschränkt empfehlenswert.

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