Verbraucherschutz: Apple schummelt bei Akku-Laufzeiten der iPhones

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Apple iPhone XR
Apple gerät erneut in die Schlagzeilen. Grund dafür ist wieder der verbaute Akku seiner iPhones. Einer britischen Verbraucherorganisation zufolge soll Apple Schindluder betreiben und bei den Angaben der Akkuleistung die Zahlen zurechtbiegen. Apple reagiert empört.

Im vergangenen Jahr verwickelte sich der kalifornische Hersteller in einen hausgemachten Skandal, der einer reduzierten Akkuleistung entsprang. Rückblick: Je älter ein Smartphone ist, desto wahrscheinlicher sind Verschleißerscheinungen der verbauten Technik. So auch bei iPhones und den fest verbauten Akkus. 2017 stand jedoch die Behauptung im Raum, dass die schwächer werdende Leistung nicht am Alter des Smartphones liegt, sondern weil Apple die Leistung bewusst gedrosselt hat.

Apple reagierte erstaunlich transparent und bestätigte dieses Vorgehen. Die reduzierte Akkuleistung führte man Softwareseitig herbei. Die Konsequenz: Der Hersteller musste Kunden einen kostenlosen Akkutausch anbieten.

Falsche Versprechungen

Auch die neuen Meldungen sind wenig Schmeichelhaft und beziehen sich erneut auf den Energielieferanten der iPhones. Die britische Verbraucherorganisation Which? hat Smartphones von unterschiedlichen Herstellern auf ihre Akkuleistung und -laufzeit überprüft – darunter auch Apple. Den Ergebnissen von Which? zufolge fielen Apples iPhones bei der Analyse deutlich negativ auf.

So soll nur ein von insgesamt neun getesteten iPhones so lange durchhalten wie von Apple angegeben. Die Unterschiede belaufen sich auf eine Diskrepanz zwischen 18 und 51 Prozent. Am schlechtesten schnitt demnach das iPhone XR ab, das 51 Prozent weniger Leistung bot als von Apple versprochen. Während auf der Webseite des Herstellers eine Akkulaufzeit von bis zu 25 Stunden angegeben wird, sind es im Test der Verbraucherschützer nur rund 16 Stunden. Auch im Test von inside handy konnte der Akku des iPhone XR nicht von sich überzeugen.

Apple weist Vorwürfe zurück

Apple reagiert indes empört auf den Vorwurf von Which?. Wie man verlautbaren lässt, teste man die eigenen Produkte nicht nur ausführlich, sondern stehe auch zu den angegebenen Akkulaufzeiten. Zudem betont man, dass die Hardware und Software von iPhones eng miteinander verknüpft sind, sodass der Akku beispielsweise intelligent von der Smartphone-Software gesteuert werde.

Die britischen Verbraucherschützer haben laut Apple das Testverfahren des Herstellers nicht offengelegt; ein Vergleich sei demnach nicht möglich.

Andere Hersteller fallen positiv auf

Neben Apple testete Which? auch Smartphones von HTC, Nokia, Samsung und Sony. Dabei fiel auf, dass diese Hersteller tendenziell eine geringere Akkulaufzeit angaben, sodass die getesteten Geräte teils mit einer längeren Laufzeit punkten konnten. Als Positivbeispiel kann das Sony Xperia Z5 Compact herhalten, das insgesamt neun Stunden mehr Energie lieferte als von Sony angegeben. Die Differenz bei HTC-Handys lag meist bei nur 5 Prozent.

 

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1 KOMMENTAR

  1. Schade, der Artikel hätte tatsächlich aufklärend wirken über die „Machenschaften der ich-Konzerne“. Tut er aber nicht, da die ach so technikbegeisterte Redakteurin den englischen Artikel einfach auf deutsch nacherzählt hat, ohne die von Which? aufgestellten Behauptungen zu recherchieren. Die „Verbraucherschützer“ selbst bleiben jeden Beweis für ihre Behauptungen schuldig. Mit deren Logik müsste eigentlich das Nokia 5230 mit 7 Tagen Akkulaufzeit im Standby die Liste anführen. Merkwürdig das andere Fachmagazine wie z. B. Kurve oder TechCrunch voll des Lobes über das iPhone XR sind. Aber -Bashing bringt halt mehr Klicks.

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