Android-Updates werden schneller? Ja, aber …

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Android Figuren
Bildquelle: Google
Lange galten Aktualisierungen für Android als die Achillesferse des Betriebssystems. Das sollte sich mit Version 8 Oreo und dem sogenannten Project Treble ändern. Nach mehr als einem Jahr lässt sich eine erste Bilanz ziehen: Ja, große Android-Updates sind im Schnitt schneller verfügbar. Aber das gilt oftmals nur für die Flaggschiff-Modelle der Smartphone-Hersteller.

Google und die Updates: Jahrelang galt Android als ein Betriebssystem, das es mit den schnellen Aktualisierungen nicht so genau nimmt. Während Apple-Nutzer verlässlich jedes Jahr Neuerungen für ihr iPhone und iPad erwarten konnten, dümpelten Handys von Samsung, Huawei und LG teilweise monatelang ohne neue Sicherheitssoftware vor sich hin. Manche Mittel- und Einsteiger-Smartphones mit Android mussten zu Lebzeiten sogar komplett ohne große Aktualisierungen auskommen.

2017 wollte Google das Problem der langsamen Updates dann angehen und lösen. Mit Android 8 Oreo sollte „Project Treble“ dafür sorgen, dass das Betriebssystem einfacher und schneller von Herstellern aktualisiert werden kann. Mit Android One ließ sich Google sogar zu dem Versprechen hinreißen, dass Sicherheitsupdates monatlich erscheinen und es mindestens zwei Jahre lang Aktualisierungen für das Betriebssystem gibt. Letztere Beteuerung hat Google mittlerweile zumindest auf der Homepage von Android One wieder gestrichen.

Schnellere Android-Updates? Das sagen ausgewählte Daten

Konnte Google mit Android 8 Oreo und „Project Treble“ sowie Android One sein Ziel erreichen? Sind die Aktualisierungen schneller geworden? Diese Fragen hat sich auch die US-Website Android Authority gestellt und einmal die Daten verglichen. Dabei wurden ausgewählte Flaggschiffe der größten Handyhersteller über einen Zeitraum von drei Android-Versionen (7 Nougat, 8 Oreo und 9 Pie) miteinander verglichen. Das Ergebnis: Im Durchschnitt erhalten aktuelle Oberklasse-Smartphones neue Software deutlich schneller. Während das Update auf Android 7 Nougat rund 192 Tage in Anspruch nahm, verbesserte sich die Zeit bei Android 8 Oreo auf 170 Tage. Beim aktuellen Android 9 Pie sind es im Schnitt knapp 118 Tage. Dabei gilt es jedoch zu beachten: Zwei Hersteller arbeiten aktuell noch an ihren Aktualisierungen. Die Zahl könnte also noch nach oben gehen.

Die Hersteller erzielten dabei aber unterschiedliche Ergebnisse. Einige Unternehmen wie Samsung, Huawei und Xiaomi schafften es beispielsweise, ihre benötigte Zeit für Updates spürbar zu verbessern. Bei anderen Anbietern schrumpfte die Zeit zwischen dem sogenannten Roll Out von neuer Software ebenfalls, wenn auch nur um wenige Tage. Mit Motorola gab es jedoch auch einen Hersteller, der sich mit der aktuellen Betriebssystem-Version mehr Zeit gelassen hat.

Zwischen gefühlte Wahrheit und dem großen „Aber“

Der Statistik von Android Authority liegen aber Einschränkungen zugrunde. So zum Beispiel, dass nur ausgewählte Flaggschiffe von den bestimmten Herstellern für den Vergleich herangezogen wurden. Der beliebte Preis-Leistungs-Bereich wurde beispielsweise ausgeklammert. Somit bietet die Tabelle eine gute Übersicht der Oberklasse, lässt aber keinen allgemeinen Rückschluss zu. Einige Hersteller, darunter zum Beispiel Nokia und Motorola, haben ihr Kerngeschäft mittlerweile in die Smartphone-Mittelklasse verlegt und bemühen sich dort um schnelle Updates

Darüber hinaus beziehen sich die erhobenen Daten auf einen „globalen Roll Out“ der Aktualisierung. Je nachdem kann ein Update also schon schneller oder teilweise sogar mit Verzögerung deutsche Nutzer erreicht haben. Was bleibt, ist die gefühlte Wahrheit, dass sich Android-Updates seit zwei Jahren in der Oberklasse beschleunigt haben. Dennoch gibt es je nach Hersteller immer noch massive Unterschiede, die es zu beheben gilt.

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