90 Prozent 5G-Abdeckung bedeutet nicht flächendeckendes Gigabit

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Dirk Wössner und Claudia Nemat erklären die 5G-Strategie für Deutschland
Bildquelle: inside handy
Bis 2025 will die Telekom ihr 5G-Netz nahezu flächendeckend aufbauen. Doch was bedeutet das in der Praxis und was dürfen Kunden erwarten? Klar ist: Ein flächendeckendes Gigabit-Netz bedeutet das nicht.

Auf Nachfrage von inside handy erklärte Telekom-Innovationsvorstand Claudia Nemat, wie der flächendeckende Ausbau des 5G-Netzes zu verstehen sei. Generell verspreche die Telekom eine 90-prozentige Gebietsabdeckung. Mit welchen Schritten die Telekom das erreichen will, hat sie auf dem Telekom Netzetag erklärt.  „Wenn man sich ganz spezifische Fähigkeiten von 5G anschaut wie Gigabit-Geschwindigkeiten oder extrem geringe Latenzen, so bauen wir diese bedarfsgerecht aus“. Gigabit-Datenraten werde die Telekom dort anbieten, wo Kunden sie auch benötigen. Das sei zunächst einmal an Hotspots zu erwarten.  Die Telekom machte aber auch deutlich: „Wo Bedarf besteht, werden wir Geschwindigkeiten von 1 Gbit/s anbieten.“ Gleiches gilt für die niedrige Latenz von einer Millisekunde. „Die werden Sie vermutlich nicht im tiefsten Bayerischen Wald benötigen“, sagte Nemat. Dennoch werde es dort 5G-Abdeckung geben, auf die die Kunden bei Bedarf zugreifen können. Generell ist 5G aber auch immer als Ergänzung zu LTE zu verstehen.

5G-Abdeckung mit 700 MHz Frequenzen machbar

Telekom-Chef Tim Höttges ergänzte auf Nachfrage von inside handy, dass die geplante 5G-Anwenderkonferenz mit der Industrie genau diese Frage klären soll. Welche der 5G-Fähigkeiten werden generell benötigt und in welchem Umfang? Das 5G-Netz bietet die Möglichkeit, auf drei spezifische Kriterien abzuzielen: Niedrige Latenzen, hohe Bandbreiten oder niedriger Akkuverbrauch.

Die Telekom hat bei ihrem Plan des flächendeckenden 5G-Ausbaus nicht nur die jetzt zur Vergabe stehenden Mobilfunk-Frequenzen im Hinterkopf. Vielmehr spekuliert die Telekom auch auf Frequenzen, die in den kommenden Jahren zur Vergabe stehen. Mit dem bereits vergebenen 700-MHz-Bereich ließe sich zudem relativ schnell ein flächendeckendes 5G-Netz errichten – allerdings aufgrund des Spektrums von gerade einmal 2×10 MHz ohne Gigabit-Datendurchsatz. Für ein flächendeckendes 5G-Netz wären die Frequenzen dennoch geeignet. Zum Vergleich: Der jetzt zur Vergabe stehende Frequenzbereich um 3,4 bis 3,8 GHz hat insgesamt ein Spektrum von 400 MHz.

Diese Mobilfunk-Frequenzen gibt es in Deutschland

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