5G von Huawei: So denken Telekom und Vodafone über die Chinesen

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Ein 5G-Logo von Vodafone an einem Mast
Bildquelle: Vodafone
Huawei steht in der Kritik. Dabei geht es weniger um die Smartphones der Endkunden als vielmehr um Sicherheitsbedenken, den chinesischen Netzwerkausrüster für die kommenden 5G-Netze einzusetzen. Wie denken Telekom und Vodafone über den Ausrüster?

Vodafone – so ist bei Bloomberg zu lesen – hat den Ankauf von Huawei-Technik für den Kern seiner Mobilfunknetze gestoppt. „Wir haben beschlossen, die Anlieferung weiterer Huawei-Produkte für unsere Technik-Kerne von drahtlosen Netzwerken zu unterbrechen“, zitiert Bloomberg Nick Read, CEO der Vodafone Group. Gleichzeitig betont er, dass man mit den verschiedenen Behörden sowie Regierungen und Huawei zusammenarbeite.

Der Hintergrund des Schrittes: Es sind bei verschiedenen Regierungen sicherheitspolitische Bedenken bezüglich der chinesischen Huawei aufgetreten. Insbesondere die US-Regierung unter Präsident Trump hat derzeit ein massives Problem mit Huawei, was in dieser Woche zu einer Anklage führte. Man sorgt sich offiziell, dass China die Huawei-Technik für Spionagezwecke gegen die USA aber auch die Verbündeten einsetzen könnte. Auch europäische Regierungen sind misstrauisch geworden. Vor Vodafone hatte auf der britischen Insel bereits BT den Schritt zum Huawei-Verzicht getan, in Frankreich hat sich Orange entsprechend geäußert. Auch in Australien und eben den USA steht Huawei auf dem Index.

Netze basieren oftmals bereits auf Huawei-Technik

Doch wirklich vollends überzeugt von einem Huawei-Verzicht scheint man auch bei Vodafone nicht zu sein. Er könnte die Telekommunikationsindustrie wirtschaftlich belasten, befürchtet der Vodafone-Chef. Ein solches Embargo habe „erhebliche Auswirkungen auf die Investitionskosten und die 5G-Einführung.“

Ähnlich äußert sich auch die Telekom – wenngleich sie dieses nicht offiziell tut. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Bloomberg berichtet, gibt es Telekom-intern ein Informationspapier. In diesem heißt es, dass ein Verzicht auf Huawei beim Netzausbau mit 5G den Ausbau um mindestens zwei Jahre Verzögern werde. Damit richtet sich die Telekom vor allem an die deutsche Regierung. Diese hatte überlegt, Huawei auf eine Liste von Anbietern zu setzen, die von einem Ausbau ausgeschlossen werden.

Der Hintergrund der Verzögerung ist nicht nur, dass Huawei einer der größten Anbieter von entsprechenden Netztechnik-Komponenten ist und 5G anbieten kann. Vielmehr sind in den deutschen Netzen oftmals schon Huawei-Komponenten verbaut. Das Ziel der Mobilfunk-Netzbetreiber ist es, die besehenden LTE-Netze fließend zu 5G-Netzen zu überführen. Das jedoch setzt den gleichen Systemlieferanten voraus. In der Folge müsste bei einem Huawei-Verzicht oder einem Verbot der Technik ein anderer Systemlieferant die komplette Technik neu aufbauen. Schlimmstenfalls müsste auch bestehende Technik aus den Netzen ausgebaut werden. Die Folge wären enorme Kosten und Verzögerungen beim Ausbau.

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2 KOMMENTARE

  1. Das eigentlich Problematische steckt in der 5G-Technik selbst. Die 5G-Frequenzen verhalten sich bei der Ausstrahlung völlig anders als 3G- oder 4G- oder andere bekannte Frequenzen. Dieses führt zu noch nicht ausgetesteten Wirkungen auf die Menschen in den von den Strahlungs-„Keulen“ abgedeckten öffentlichen Räumen.
    Alles, was bislang als „Obergrenze“ festgelegt wurde, wird weit übertroffen und ragt bereits in den bislang als gesundheitsschädlich bezeichneten Belastungsbereich hinein.
    Wie will man das offenkundig existierende und fast allein nur in der Schweiz diskutierten Problem lösen? Sofern das „Internet der Dinge“ auch noch startet, sich zahlreich und heftig über 5G im öffentlichen Raum aufeinander abzustimmen, drohen die Menschen dazwischen regelrecht „gegrillt“ zu werden.

  2. Die USA wollen alles tun, um die chinesische Wirtschaft zu schwächen und damit weiterhin die „Nummer 1 der Welt“ zu bleiben.

    „sicherheitspolitische Bedenken“: Wie war das nochmal mit der NSA? Das lief doch ohne Huawei-Technik.

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