5G: Lokale Glasfaser-Anbieter sehen sich gut aufgestellt

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Die Hoffnung der Stadtnetzbetreiber war groß, eigene 5G-Netze ausbauen zu können. Doch die Frequenzpläne lassen diesen Schritt nicht zu. Dennoch sehen sich gerade die großen Glasfaser-Anbieter gut für 5G gerüstet.

Neben den aktuell zur Versteigerung stehenden Frequenzen um 3,6 GHz gibt es auch die Möglichkeit, lokale Frequenzen aus dem gleichen Spektrum per Zuteilungsverfahren zu bekommen. Ursprünglich hieß es, dass es sich um lokale und regionale Frequenzen handelt. Der Zusatz „regional“ ist jedoch weggefallen. Damit lassen sich zumindest im ersten Schritt keine Netze für eine ganze Stadt aufbauen, da es nur für Firmengelände gedacht ist.

Eine Hoffnung gibt es für die Anbieter: Dem Vernehmen nach könnte die Bundesnetzagentur in einigen Jahren feststellen, dass das Spektrum von 100 MHz überwiegend nicht genutzt wird. Dann sei denkbar, dass es doch noch eine regionale Nutzung gibt, was dann einer Stadt entsprechen könnte. Zudem wird es weitere Frequenzen wie den Bereich um 26 GHz geben, zu denen aber die Bedingungen noch nicht klar sind.

Netz soll bis Ende 2020 stehen

Aber auch ohne eigene Sendeantennen sehen sich zumindest die großen Anbieter mit eigener Glasfaser-Infrastruktur gut aufgestellt. So zeigten sich auf der Anga Com beispielsweise wilhel.tel aus Hamburg und M-net aus München überzeugt, dass die bundesweiten Netzbetreiber von Mobilfunknetzen ohne sie keine Chance haben.

Wie der technische Geschäftsführer von M-net, Hermann Rodler, auf der Anga Com sagte, gehe man bei seinem Unternehmen davon aus, dass man je nach Netz bis zu 4.000 Antennenstandorte alleine in München bräuchte. Durch den derzeit laufenden Ausbau des Glasfasernetzes sei M-net bis Ende 2020 in der Lage, die Stationen auch bis in Stadtrandlagen anzubinden. Aber nicht nur die etablierten Mobilfunker, mit denen man größtenteils schon in Gesprächen sei, seien interessant. Das Netz in München biete sich auch für Aufbau der erwähnten lokalen 5G-Netzen für Geschäftskunden zur Versorgung von Unternehmenscampussen an.

Ähnlich äußerte sich auch der Geschäftsführer der Hamburger wilhelm.tel Theo Weirich. „Für uns ist Funk generell ein Geschäftsfeld, wo wir unsere Zukunft sehen.“ Man wolle aber nicht nur der nützliche Idiot für die Netzbetreiber sein und ihnen die Infrastruktur bereitstellen. „Wir wollen in die Wertschöpfung hinein, wir wollen auch Dienste anbieten können.“ Und die Mobilfunkanbieter seien auf die lokalen Netze angewiesen. Selbst die Telekom habe in Hamburg vergleichsweise wenig Glasfasernetze verlegt, sagte Weirich.

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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband, Netzen und Tarifen zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht - schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen angetan.

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