5G in der Schweiz: Frequenzauktion erfolgreich beendet - Drei Provider dürfen bauen

3 Minuten
5G-Antenne von Ericsson
Bildquelle: Ericsson
In der Schweiz werden drei Provider ein 5G-Netz aufbauen dürfen. Neben bekannten Namen hat es auch einen vierten Interessenten gegeben. Doch die Firma aus England kam bei der Auktion nicht zum Zuge.

Wovon Deutschland bisher nur träumen kann, ist in der Schweiz schon Realität: Dort steht bereits fest, wer in Zukunft ein 5G-Netz betreiben darf. Denn die entsprechende 5G-Auktion hat bereits stattfinden können. Das Ergebnis: Drei Provider werden in der Schweiz ein 5G-Netz errichten dürfen.

Schweiz: Vier 5G-Interessenten, nur drei kommen zum Zug

Laut einer Mitteilung der Eidgenössischen Kommunikationskommission ComCom erwarben neben der Swisscom auch die Anbieter Sunrise und Salt neue Frequenzen für den Aufbau eines 5G-Netzes. Sie betreiben auch schon LTE-Netze in der Schweiz. Ein vierter Teilnehmer, die britische Dense Air Ltd., ging bei der Auktion um 5G-Frequenzen leer aus.

Die 5G-Auktion in der Schweiz startete am 29. Januar und endete bereits am 7. Februar. Mit dem jetzt veröffentlichten Ergebnis, wird auch das finanzielle Ausmaß deutlich. Der Bund in der Schweiz darf sich über Einnahmen in Höhe von knapp 380 Millionen Franken freuen. Umgerechnet sind das knapp 335 Millionen Euro. Als Mindestgebot waren 220 Millionen Franken für alle Frequenzen festgelegt worden. Zum Vergleich: Bei der letzten Mobilfunk-Auktion in der Schweiz flossen noch fast 1 Milliarde Franken in die Bundeskasse.

Die höchste Summe nimmt nach insgesamt 29 Bieterrunden die Swisscom als ehemaliger Monopolist des Landes in die Hand, um eine 5G-Netz aufbauen und betreiben zu dürfen. Mehr als 195 Millionen Franken zahlt allein der größte Telekommunikationskonzern der Schweiz. Sunrise investiert rund 89 Millionen Franken in 5G-Frequenzen, Salt knapp 95 Millionen Franken.

Frequenzen teilweise ein Ladenhüter

Fünf Frequenzblöcke á 5 MHz im 2.600-MHz-Band sowie in den 700- und 1.400-MHz-Bereichen blieben unverkauft. Bei letzteren handelt es sich um sogenannte zusätzliche Downlink-Frequenzen, die zukünftig für erhöhte Kapazitäten beim Herunterladen von Daten einsetzbar sind. Die nicht vergebenen Frequenzen verbleiben nun erst einmal beim Bund. Geplant ist, sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut auszuschreiben.

Die nun vergebenen 5G-Frequenzen wurden für 15 Jahre vergeben. Sie sollen die Digitalisierung der Schweiz voranbringen. Zum Beispiel beim Internet der Dinge, bei medizinischen Anwendungen und bei selbstfahrenden Fahrzeugen. Mit der abgeschlossenen Frequenz-Auktion gehört die Schweiz zu den ersten Ländern in Europa, das den Netzbetreibern schon entsprechende Planungssicherheit beim Aufbau entsprechender Netze geben kann.

Bei den wegen ihrer großen Reichweite besonders begehrten Frequenzen um 700 Megahertz erhält die Swisscom 30 Megahertz an Frequenzspektrum, Salt und Sunrise sicherten sich 20 beziehungsweise 10 Megahertz. Bei 3,5-Gigahertz-Frequenzen – wichtig für hohe Bandbreiten und Kapazitäten – ersteigerte Swisscom ein Spektrum von 120 Megahertz, Sunrise sicherte sich 100 Megahertz und Salt 80 Megahertz.

Streit um 5G-Auflagen – auch in der Schweiz

Beachtlich: Ähnlich wie in Deutschland hatte es auch in der Schweiz im Vorfeld der Auktion ein heftiges Gerangel um die Frequenzverteilung und die von der ComCom festgelegten Bietbeschränkungen gegeben. Trotzdem fand die 5G-Auktion statt – das Ergebnis lässt sich juristisch aber noch anfechten.

In Deutschland droht die 5G-Auktion hingegen zu scheitern, bevor sie überhaupt begonnen hat. Grund: Die etablierten Netzbetreiber wollen mit allen Mitteln verhindern, dass mit United Internet (1&1) ein vierter Netzbetreiber entsteht, der per National Roaming auf bestehende 4G- und 3G-Netze der Konkurrenz zugreifen darf. Entsprechende Klagen ohne aufschiebende Wirkung wurden zuletzt per Eilantrag deutlich verschärft.

Quellen:

  • ComCom

Bildquellen:

  • 5G-Antenne von Ericsson: Ericsson
Symbolbild Handyvertrag: Ein Handy, ein beschriebenes Blatt Papier und ein Stift liegen auf einem Tisch

Insolvenz bei Handyflash: Was Kunden jetzt wissen müssen

Die W.E.S. Kommunikation aus Bochum hat Insolvenz angemeldet. Die Firma steckt hinter der Marke Handyflash, einem Mobilfunk-Händler, der auch mit Rückzahlung von Grundgebühren als Rabatt gearbeitet hat. inside handy zeigt, was die Insolvenz für die Kunden bedeutet.
Avatar
Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er seinen Werdegang im Technik-Journalismus. Heute ist Hayo Chefredakteur bei inside handy. Getreu dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" kann er bereits um 6 Uhr dabei erwischt werden, wie er mit einer Tippfrequenz von gefühlt 3 GHz einen Artikel zum kommenden 5G-Netz produziert – als Aufwärmübung im ICE-Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und dem Sitz von inside handy in Brühl bei Köln. Und seitdem es einfache Vorlagen für gute HTML-Tabellen gibt, kann den glühenden Fan von Preußen Münster nichts mehr aufhalten.

Handy-Highlights

Das Nokia 9 PureView in blau in der Frontalansicht.
Wiko View 2 Plus
Wiko View 2 Plus Technische Daten Neuigkeiten Preisvergleich

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL