5G-Auktion: Jetzt schlägt's 13 - das Pulverfass explodiert

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5G Symbolfoto
Bildquelle: Hayo Lücke / inside handy
Während der vergangenen Tage war es ruhig in den Räumlichkeiten der Bundesnetzagentur in Mainz. Wegen des Pfingstfestes waren zuletzt keine neuen Gebote bei der 5G-Auktion zu verzeichnen. Nach Abschluss von Runde 481 (!) lagen die abgegebenen Höchstgebote für die angebotenen Frequenzblöcke bei 6,37 Milliarden Euro, Runde 482 startet am Dienstag um 13 Uhr. Und jetzt droht neues Ungemach.

Denn die etablierten deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber bereiten eine Art Revolution vor. Sie wollen die Unabhängigkeit der Bundesnetzagentur schwächen. Mehr noch: Am liebsten würden sie der Behörde die Zuständigkeit für die laufende Auktion und zukünftige Frequenzvergaben komplett entziehen. Das berichtet das „Handelsblatt“. Die Bundesnetzagentur habe handwerkliche Fehler begangen, heiße es in Beschwerden an das Bundesverkehrs- und Bundeswirtschaftsministerium.

Ziel: Bundesnetzagentur soll Kompetenzen verlieren

Die Netzbetreiber hoffen nun, dass in Zukunft das Bundesverkehrsministerium für die Vergabe von Frequenzen zuständig ist – ganz ohne Bundesnetzagentur. Und im besten Fall sogar ganz ohne neue Auktion, sondern per Direktvergabe. Den Mobilfunkern schwebt vor, sich für den Auf- und Ausbau von Mobilfunknetzen verpflichten zu lassen und dafür im Gegenzug Frequenzspektrum zu erhalten. Als Prinzip solle dabei gelten: Wer am meisten verspricht, soll auch am meisten Spektrum bekommen.

Stein des Anstoßes für die neue Kritik ist das aktuelle Design der 5G-Auktion. Sie treibt die Kosten für die zur Verfügung stehenden Frequenzblöcke immer weiter in die Höhe, ohne dass bisher auch nur ein Mast für ein zukünftiges 5G-Netz errichtet wurde. Im Vorfeld hatten Experten mit Frequenz-Kosten von 3 bis 5 Milliarden Euro gerechnet, doch auch nach Überschreiten der 6-Milliarden-Euro-Schallmauer ist gegenwärtig noch kein Ende der Auktion in Sicht.

Streit um 10 Megahetz 5G-Spektrum findet kein Ende

Warum sich die vier beteiligten Unternehmen, Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica Deutschland (O2) und Neueinsteiger 1&1 Drillisch, aktuell um 10 Megahertz Frequenzspektrum streiten, darüber will in der Branche niemand öffentlich sprechen. Auch Telekommunikationsexperte Prof. Dr. Torsten J. Gerpott konnte im Gespräch mit inside handy zuletzt nur rätseln, dass es möglicherweise darum ginge, 1&1 aus dem Wettbewerb zu drängen. Unter vorgehaltener Hand wird das in der Branche aber dementiert.

Damit es bei der Frequenzauktion vorangeht, hatte die Bundesnetzagentur zuletzt schon einen einmaligen Schritt vollzogen. Die Mindestgebote im 3,6-GHz-Frequenzbereich wurden kurzerhand spürbar angehoben. Ein Schritt, der einerseits aus Behördensicht nachvollziehbar erscheint, bei den beteiligten Unternehmen aber überhaupt nicht gut ankam. Sie fürchten, nun noch schneller mehr Geld aus den Taschen gezogen zu bekommen, als ohnehin schon.

Frust allerorten – und ein Ende ist nicht in Sicht

Und so bleibt gegenwärtig nur die Erkenntnis: alle sind unzufrieden. Die Netzbetreiber sind verstimmt, dass sie hohe Investitionen für Frequenzen tätigen müssen, obwohl sie das Geld lieber direkt in den Netzaufbau stecken würden. Die Bundesnetzagentur klagt, dass die Auktion viel länger läuft als geplant. Und das hat nun sogar zur Folge, dass sich der Chef der Versteigerung, Rüdiger Hahn, während der laufenden Auktion in den Ruhestand verabschiedete. Das wiederum sorgte – vorsichtig formuliert – für Kopfschütteln bei den Auktionsteilnehmern.

Und am Ende hängt noch eine Art Damoklesschwert über der gesamten Auktion. Denn ob das Ergebnis am Ende juristisch nicht noch angefochten wird, bleibt abzuwarten.

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Hayo liebt Technik seit vielen Jahren. Bereits 2002, in der Pre-Smartphone-Ära, startete er im Technik-Journalismus durch. Heute ist Hayo nicht nur Feuer und Flamme für die besten Serien bei Prime Video und Sky - ein Netflix-Abo hat er nicht - sondern auch für alles, was mit elektrifiziertem Fahren zu tun hat. Und damit sind nicht nur die ICE- und IC-Züge der Deutschen Bahn gemeint, die er im Pendelverkehr zwischen seiner Heimat Münster und der Redaktion von inside handy vor den Türen Kölns mehrmals wöchentlich besteigt, sondern vor allem auch Elektroautos.

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